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War in Berlin der einzige Lichtblick: Bruno Vrcic. 

Frankfurt Skyliners

Skyliners mit dem Rücken zur Wand

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Die Frankfurter Korbjäger gehen als Tabellenletzter in die Partie gegen den Aufsteiger Hamburg. Probleme haben die Hessen vor allem beim Dreipunktewurf.

Natürlich hätte die Bilanz nach den ersten vier Spielen für die Frankfurt Skyliners auch ganz anders aussehen können. Die ersten drei Partien gingen allesamt knapp verloren. Im Pokal-Achtelfinale gegen Göttingen (74:79) verdaddelten sie im Schlussviertel die Führung und wurden am Ende von den Schiedsrichtern benachteiligt. In Bonn (76:77) schmissen sie den Sieg im Schlussviertel mit zahlreichen Ballverlusten und schlechter Verteidigung weg. Und gegen den FC Bayern (77:81) verloren sie ebenfalls wegen falscher Schiedsrichterpfiffe, was die Basketball-Bundesliga (BBL) in ihrer Rubrik „Pfiff der Woche“ auch selbst zugab.

Nur am Dienstag in Berlin waren sie beim 53:87 ohne jede Chance. Doch statt einer Runde weiter im Pokal und zwei Siegen in der Basketball-Bundesliga, stehen die Frankfurter Korbjäger vor der Partie gegen die Hamburg Towers am heutigen Samstag (18 Uhr) in der Ballsporthalle als Tabellenletzter mit dem Rücken zur Wand. Die Partie wird die erste Reifeprüfung für das neu formierte Team und Sebastian Gleim. Der 35-Jährige Cheftrainer-Novize ist schon früh in der Saison als Psychologe gefragt, die Mannschaft von ihren eigenen Stärken zu überzeugen.

Einige Ansatzpunkte hat er dabei. Immer wenn das Team gut verteidigt und den Ball gut bewegt, spielt es auch gut. In den ersten drei BBL-Partien haben die Skyliners im Schnitt 20,7 Assists verteilt. 6,7 gehen davon auf das Konto von Lamont Jones, der in Abwesenheit vom etatmäßigen Spielmacher Anthony Hickey den Dirigenten gibt. Der US-Amerikaner fährt nach seinem Muskeleinriss im Fuß immerhin wieder auf dem Fahrrad, ist aber heute noch keine Alternative.

Allerdings muss Gleim auch noch an ziemlich vielen Baustellen arbeiten. Die ausländischen Spieler, die klare Leistungsträger im Team sein sollen, sind bis auf Lamont Jones (16,3 Punkte im Schnitt) nicht in der Saison angekommen. Shaquille Hines (5,7), Quantez Robertson (4,7) und Matthew McQuaid (3,3) spielen unter ihren Möglichkeiten. Ein großes Problem ist der Dreipunktewurf: Hessen nur 31 Prozent ihrer Dreier, lassen aber 47,3 Prozent zu. Das lag natürlich einerseits an den starken Gegnern München und Berlin, aber die Probleme hatten sie auch schon im ersten Spiel gegen Göttingen. Kapitän Quantez Robertson, der im Schnitt 34 Minuten spielt, befindet sich im absoluten Formtief, obwohl er körperlich so fit wie nie ist. Er nimmt die meisten Dreier im Team, trifft aber nur 16,7 Prozent und produziert pro Spiel vier Ballverluste. Auch Shooting Guard Akeem Vargas, der 31 Minuten auf dem Parkett steht, trifft nur 23,1 Prozent seiner Distanzwürfe.

Die beste Quote hat Bruno Vrcic, der am Dienstag sein Bundesligadebüt feierte und zwei von drei Distanzwürfen traf. Der 18-Jährige, der im Sommer aus München kam, wird auch heute wieder im Kader stehen und seine Chance bekommen. Gleim hätte schon früher auf ihn gesetzt, wenn er sich in der Vorbereitung nicht am Sprunggelenk verletzt und einige Trainingseinheiten wegen der Schule verpasst hätte. Vielleicht wird Vrcic mithelfen können, die Saisonbilanz heute etwas aufzupolieren.

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