1. Startseite
  2. Sport
  3. Frankfurt Skyliners

Skyliners planen Nachwuchsoffensive

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jan Szyszka

Kommentare

Eigene Jugendabteilung soll Basis für regionale Talente bieten / Kritik vom TV Langen

Für Gunnar Wöbke ist es ein Herzensprojekt. Schon seit Jahren wird der Geschäftsführer der Frankfurt Skyliners nicht müde, neue Pläne zur Nachwuchsförderung im Basketball auszuarbeiten und detailliert vorzustellen. Gestern war es wieder so weit: Mehr als eine Stunde dozierte Wöbke, ausgerüstet mit Laptop und Beamer, über die geplante Nachwuchsoffensive des Bundesligisten. Zu Jahresbeginn 2008 soll der Startschuss für das Projekt fallen, das die bisherigen Programme Basketball4You und Basketball-Academy erweitert.

Herzstück der neuen Vision ist eine eigene Jugendabteilung. Vier U-12- und zwei U-14-Mannschaften sowie je ein U-16-, ein U-18- und ein NBBL-Team wollen die Skyliners ab der Saison 2010/11 auf die Beine stellen. "Langfristiges Ziel des Projektes ist es, dass sechs Spieler aus der Rhein-Main-Region für die erste Mannschaft auflaufen", so Wöbke.

Die Basis dafür wollen die Skyliners an Schulen legen. In 50 Grundschulen wollen sie Basketball-AGs aufbauen. Von dem Profiklub eingestellte Trainer sollen die Kurse wöchentlich anbieten und sowohl Interesse am Basketball wecken als auch junge Talente fördern. Dafür wollen die Frankfurter tief in die Tasche greifen: Zwischen 200 000 und 300 000 Euro sollen jährlich für den Nachwuchs bereitgestellt werden.

Lob und Kritik

Der Hessische Basketball-Verband (HBV) sieht die ambitionierten Plänen mit Wohlwollen. "Das ist der richtige Schritt", sagt Landestrainer Rudi Walther und verweist auf das niedrige Budget des Verbandes. Derzeit investiert der HBV jährlich weniger als 50 000 Euro in ähnliche Projekte.

Kritischer sieht Jochen Kühl vom Skyliners-Kooperationspartner TV Langen die Pläne. Der Abteilungsleiter der Giraffen wurde zwar im Vorfeld über die Nachwuchsoffensive informiert, allerdings hätten die Verantwortlichen des Bundesligisten dabei konkrete Zeitangaben vermieden. Genau das stört Kühl. "Ich kann rechnen", sagt er mit Verweis auf die Pläne der Skyliners, schon in drei Jahren in allen Altersklassen mit eigenen Mannschaften durchzustarten. "Das kann nur funktionieren, wenn sie Spieler von anderen Vereinen abwerben. Und das nutzt einer Weiterentwicklung des Basketballs im Rhein-Main-Gebiet wenig. Im Gegenteil", kritisiert Kühl.

Derweil haben sich die Skyliners mit ihrem Kooperationspartner und Regionalligisten MTV Kronberg über eine Doppellizenz für Alex King und Rudy Mbemba verständigt. Beide Spieler könnten damit schon im heutigen Heimspiel der Kronberger gegen den MTV Stuttgart (19.30 Uhr, Altkönigschule) auflaufen.

Auch interessant

Kommentare