Infight: Der Frankfurter Marco Völler (links) in Aktion gegen Elias Harris von Brose Bamberg.
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Infight: Der Frankfurter Marco Völler (links) in Aktion gegen Elias Harris von Brose Bamberg.

Basketball-Finalturnier in München

Skyliners auf der letzten Rille

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Müde Frankfurter Basketballer verlieren gegen Bamberg und brauchen nun deren Schützenhilfe.

Am heutigen Montagnachmittag wird die gesamte Entourage der Frankfurt Skyliners vor der großen Leinwand im Münchener Hotel sitzen und gebannt die Partie zwischen Rasta Vechta und Bamberg verfolgen. Dabei werden die Hessen den Oberfranken, denen sie am Samstag mit 83:99 unterlegen waren, die Daumen drücken. Ein Bamberger Sieg, der nach den bisherigen Auftritten mehr als wahrscheinlich ist, würde das Weiterkommen als Tabellenvierter für die Frankfurter Korbjäger beim Finalturnier der Basketball-Bundesliga bedeuten. Viertelfinalgegner am Mittwoch wäre dann der Sieger der Gruppe A, höchstwahrscheinlich Ulm. Sollte Vechta gewinnen, würden die Skyliners als Letzter der Gruppe B auf den Letzten der Gruppe A, die Merlins Crailsheim, im Spiel um Platz neun treffen.

„Wir blicken positiv auf das nächste Spiel, egal welches das ist“, sagt Cheftrainer Sebastian Gleim, der gestern seinen 36. Geburtstag feierte. Das größte Geschenk, das er seinem Team am Sonntag machen konnte, war es, sie einfach ausspannen zu lassen. Vier Spiele innerhalb siebeneinhalb Tagen haben an den Kräften gezehrt. „Einige Spieler waren völlig ermüdet und körperlich an der Grenze“, berichtete Gleim nach der klaren Niederlage gegen Bamberg. Er habe Hochachtung vor seinen Spielern, die trotzdem alles reingeworfen hätten und zumindest die zweite Halbzeit gewonnen hätten, nachdem es zur Pause bereits 36:58 stand.

Die Personalsituation hat sich am Samstag noch einmal verschärft. Leon Kratzer, der sich in der Vorbereitung beim Gewichtestemmen einen Muskelfaserriss zugezogen hatte, wird nicht mehr ins Turnier eingreifen können. Bei Lamont Jones, der im zweiten Spiel gegen Ludwigsburg einen Pfederkuss am Oberschenkel abbekam, wird man von Tag zu Tag schauen, ob es nochmal geht. Kapitän Quantez Robertson spielte gegen Bamberg mit starken Schmerzen in der Hüfte und war trotzdem Frankfurter Topscorer mit 13 Zählern. Unklarer ist die Situation bei Marco Völler. Der 1,99-Meter-Mann war nach einem Zusammenprall mit Christian Sengfelder umgeknickt und auf den Kopf gefallen. Nachdem er nicht richtig sehen konnte, wurde er im Krankenhaus gecheckt, da sei aber alles Okay, teilte Gleim mit. „Wir müssen jetzt sehen, wie es ihm geht“.

Die Skyliners gehen auf der letzten Rille, was wiederum die Einsatzzeiten für die Nachwuchsspieler im Kader erhöht. „Die jungen Spieler haben uns zurückgebracht und mit sehr viel Herz und Mut gespielt“, lobte Gleim seine Youngster. Aaron Kayser (21) kam in sieben Minuten auf drei Zähler, der 19-jährige Maximilian Begue feierte sein Profidebüt und steuerte in sechs Minuten vier Punkte bei. Der gleichaltrige Bruno Vrcic kam in zwölf Minuten auf sieben Zähler, Der Shooting Guard ist am Sonntag allerdings abgereist, weil er am Dienstag und Mittwoch seine Abschlussprüfungen schreibt.

Den besten Eindruck der deutschen Youngster lieferte einmal mehr Len Schoormann. Der 17-Jährige hat das Finalturnier genutzt, um sich eine feste Rolle in der Rotation zu erspielen. Er kam gegen Bamberg in 19 Minuten auf neun Punkte. Dem Point Guard gehört die Zukunft bei den Hessen. „Ich versuche, alles mitzunehmen, was ich mitnehmen kann“, sagt Schoormann, der sich mindestens noch zwei Mal auf der großen BBL-Bühne präsentieren will. „Dafür müssen wir jetzt alle auf Bamberg hoffen“.

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