Skyliners fühlen sich betrogen

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Basketball-Trainer Didin kritisiert die Schiedsrichterleistung, Manager Wöbke die Zeitnehmer

Irgendwann gestern Morgen hielt Murat Didin es nicht mehr aus. Die Ereignisse im dritten Viertelfinal-Spiel der Frankfurt Skyliners bei den Leverkusen Giants lagen dem Trainer des hessischen Basketball-Bundesligisten nach einer unruhigen Nacht schwer im Magen. Die sportliche Leistung seiner Mannschaft war weniger der Grund, vielmehr war der Türke angefressen über die schwache Schiedsrichterleistung. "Ich weiß, dass da keine Absicht vorliegt. Jeder macht mal Fehler. Aber es war nicht ein Fehler. Es waren acht, neun, zehn, die uns benachteiligt haben", klagte Didin.

Von der Gelassenheit, mit der der Türke noch auf seine Hinausstellung wegen Betretens des Spielfeldes im zweiten Spiel reagiert hatte ("Ich hab nun mal Schuhgröße 46"), war nichts mehr übrig. "Normalerweise machen wir 16 Fouls im Schnitt, dort waren es 30. Was gegen uns gepfiffen wurde, war einfach nur unglaublich", klagte Didin über die Sensibilisierung der Schiedsrichter durch die BBL vor den Playoffs. Als Beweis präsentierte er ein dreiminütiges Best-of-Video der kritisierten Entscheidungen. "Unglaublich", stammelte Didin, während er zwischen den Szenen hin- und herspulte.

Geldstrafe droht

Harsche Kritik hatte direkt nach der 79:82-Niederlage (Playoffstand 1:2) auch Gunnar Wöbke geäußert. Im Fokus des Geschäftsführers stand das mehrmalige Weiterlaufen der 24-Sekunden-Uhr am Anschreibertisch. Wöbke erhob dagegen in der Übertragung von BBL.TV Betrugsvorwürfe. Obwohl die Skyliners keinen Protest eingelegt haben, werden seine Äußerungen, die er gestern aufrechterhielt, ein Nachspiel haben. "Wöbke darf keine Absicht unterstellen - das können wir so nicht stehen lassen", sagte BBL-Sprecher Dirk Kaiser. Mit der Reaktion, die eine Geldstrafe in vierstelliger Höhe sein könnte, will die Liga sich bis zum Ende der Viertelfinalserie Zeit lassen.

In einem anderen Punkt - fern vom Sport - unterstützt die BBL die Skyliners-Kritik . Am Spieltag hatte der Leverkusener Stadtanzeiger die Namen der berufenen Schiedsrichter bekannt gegeben, von denen einer die Giants im Vorrundenspiel gegen Quakenbrück benachteiligt haben soll. "So etwas ist gefährlich", mahnte Didin, "junge Schiedsrichter werden durch so etwas von vornherein unter Druck gesetzt." Die BBL, die seit zwei Jahren die Namen der Unparteiischen erst kurz vor Spielbeginn bekannt gibt, hat die Ermittlungen aufgenommen. "Wir suchen die Lücken", betont Kaiser.

Abseits aller "Nebenkriegsschauplätze" (Wöbke) stehen die Skyliners morgen (18.30 Uhr) in eigener Halle vor einer Do-or-Die-Situation. Nur mit einem Sieg gegen Leverkusen können sie ein alles entscheidendes fünftes Spiel in der Best-of-Five-Serie erzwingen. Didin will dafür vor allem das "unnötige Tempospiel" vermeiden.

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