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Erklärt, was er erwartet: Cheftrainer Sebastian Gleim (rechts) mit Neuzugang Shaquille Hines.

Skyliners Frankfurt

Trainer Sebastian Gleim will die Skyliners Frankfurt wieder zu einem Bollwerk machen

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Die Frankfurt Skyliners haben sich mit ihren Neuverpflichtungen gezielt in der Defensive verstärkt. Niklas Kiel macht erneut Sorgen.

In den vergangenen Jahren hat die Frankfurt Skyliners zwei Dinge ausgezeichnet: Die exzellente Förderung von Basketballtalenten und die Defensivstärke in der Bundesliga. Letzteres ist in der vergangenen Saison abhandengekommen. 82,18 Punkte ließen die Hessen vergangene Saison im Schnitt zu. So viele wie noch nie im 20-jährigen Bestehen des Klubs – und das trotz eines Cheftrainers wie Gordon Herbert, der enorm viel Wert auf die Verteidigung legt. Der Kanadier hat es aber nicht geschafft, dies dem Team zu vermitteln, folglich wurden die Skyliners nur Elfter.

Diese Aufgabe kommt nun Sebastian Gleim zu. Der 35-Jährige ist vom Trainer der Nachwuchsmannschaft, die in der dritten Liga Pro B spielt, zum Headcoach aufgestiegen, weil Herbert sich seinen Traum erfüllt und die kanadische Nationalmannschaft als Co-Trainer bei der Weltmeisterschaft in China und danach als Cheftrainer in den Qualifikationsspielen für den Americas Cup betreuen wird. In Frankfurt gilt sein Vertrag wieder ab der kommenden Saison. Bis dahin hat Gleim die Chance, zu beweisen, dass er ein guter Coach ist und die Skyliners wieder zu einem Defensivbollwerk machen kann.

Anthony Hickey ist ein famoser Balldieb

Die Neuverpflichtungen untermauern das. Der neue Spielmacher Anthony Hickey, der zuletzt in der griechischen Liga spielte, ist ein famoser Balldieb. 2,3 Steals gelangen ihm in der abgelaufenen Saison. Zusammen mit Kapitän Quantez Robertson (34) soll er die Schnellangriffe einleiten, die in der vergangenen Saison kaum zu sehen war. Flügelspieler Shaquille Hines, der aus Braunschweig kommt, attestiert Gleim „ein großes Kämpferherz“. Er könnte einer der Schlüsselspieler in der Verteidigung werden, gerade beim Rebound. Auch der neue Shooting Guard Matthew McQuaid ist nicht nur wegen seiner Qualitäten als Schütze geholt worden, sondern wegen seiner Fähigkeit im Eins-gegen-Eins seinen Gegenspieler mürbe zu machen. Auch eine Qualität, die den Spezialisten auf der Position zwei in den vergangenen Spielzeiten abgegangen war.

Am Sonntag trainierte das neuformierte Skyliners-Team erstmals Fünf-gegen-Fünf. Mit dem Fitnesszustand seiner Spieler ist Gleim sehr zufrieden. Auch das Minicamp mit den deutschen Spielern um Neuzugang Bruno Vrcic (18) „war sehr gut.“ Einzig Niklas Kiel macht wieder Sorgen. Der 21-Jährige, der in der vergangenen Saison lange wegen seiner dritten Gehirnerschütterung ausgefallen war und dann im März ein überraschendes Comeback gefeiert hatte, ist derzeit in ärztlicher Untersuchung. Es ist zwar nichts vorgefallen, aber offenbar scheint der 2,07-Meter-Mann wieder Probleme zu haben. Schlimmstenfalls droht ihm das Karriereende. Gleim will die ärztlichen Untersuchungen abwarten.

Sebastian Gleim will sich erst mal auf die Offensive konzentrieren

Auch, ob es weitere Neuzugänge geben wird, will sich der gebürtige Bad Hersfelder offen halten. „Ich will das Team erst einmal richtig unter die Lupe nehmen“, sagt Gleim. Nach der Ausleihe vom schwedischen Nationalspieler Elijah Clarance nach Den Bosch in die Niederlande, haben die Skyliners vier Ausländer im Kader und können noch zwei weitere verpflichten. Gerade auf der Centerposition bietet es sich an, noch einen Spieler zu verpflichten, der mehr Finesse unter dem Korb mitbringt. In den vergangenen zwei Spielzeiten waren die großen Jungs der Skyliners sich in ihrer Spielweise immer zu ähnlich und so leichter für den Gegner ausrechenbar. Ein wurfstarker Fünfer könnte das Angriffsspiel flexibler machen. Auf dieser Position werden die Hessen wohl noch etwas warten, bis die Preise fallen.

In den ersten Trainingseinheiten will sich Gleim auf die Offensive konzentrieren und dort seinen Spielern vermitteln, was er vorhat. Mit den defensiven Feinheiten will er erst beginnen, wenn „die Jungs fitter sind.“ Gerade die Seitwärtsbewegungen machen erst Sinn, wenn man wieder voll im Saft steht. Das erste Testspiel ist für Sonntag (17 Uhr) in der Trainingshalle in der Frankfurter Nordweststadt gegen Zweitligist Heidelberg angesetzt. Das erste Pflichtspiel steht am 28. September im BBL-Pokal gegen Göttingen an.

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