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Stark beim Rebound: Niklas Kiel (li.) und Leon Kratzer (re.).

Skyliners Frankfurt

Ein Duo für die Skyliners-Zukunft

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Leon Kratzer und Niklas Kiel dominieren gegen Bamberg die Bretter.

In den Trikots der Landesauwahlen Bayerns und Nordrhein-Westfalens standen sich Leon Kratzer und Niklas Kiel erstmals gegenüber. Zwei talentierte Basketballer, der eine aus Bayreuth (Kratzer), der andere aus Herford (Kiel). In den Jugendnationalmannschaften ab der U14 spielten die beiden, die damals schon ihre Mitspieler überragten, zusammen. „Wir sind quasi in den Nationalmannschaften aufgewachsen“, sagt der 2,07-Meter große Kiel. Der fünf Zentimeter größere Kratzer ergänzt: „Ich kenne Niki schon seit Ewigkeiten.“ Die beiden teilten sich ein Zimmer, wurden Freunde und gingen auf Vereinsebene ihre eigenen Wege – bis vergangenen November.

Da kam Kratzer aus Bamberg nach zu den Frankfurt Skyliners, weil der 22-Jährige beim langjährigen Branchenprimus keine Chance bekommen hat. Bis zur Wiedervereinigung auf dem Parkett mit Kiel mussten aber fünf Monate vergehen. Erst dann konnte der 21-Jährige nach drei Gehirnerschütterungen und zehn Monaten Pause sein Comeback feiern. Nach nur fünf Partien zusammen auf dem Feld ist deutlich erkennbar: Kiel und Kratzer harmonieren prächtig.

Immer wieder sucht Kiel das Anspiel auf Kratzer, der „eine unglaubliche Anspielreichweite hat“ (Kiel), spielt ihn mit präzisen Lobpässen an. Der 110-Kilo-Koloss setzt sich dann meistens gegen seine Gegenspieler durch und erzielt zwei einfache Punkte. Am Donnerstag klappte das ausgerechnet gegen Kratzers Ex-Klub besonders gut. 26 Punkte erzielte der Center beim 86:79-Sieg vor 3300 Zuschauern in der Ballsporthalle gegen Bamberg. So viele wie noch nie in seiner Karriere. Kiel bekam zwar nur drei Assists gutgeschrieben, aber auch in der Defensive funktionierte das Zusammenspiel gut. Kratzer blockte seinen Gegner weg, sodass Kiel leichtes Spiel hatte, sich die Rebounds zu sichern. Kiel sammelte neben acht Punkten noch neun Abpraller.

„Ich mag es, wenn sie auf dem Parkett zusammenspielen. Sie suchen sich“, sagte Cheftrainer Gordon Herbert. Kratzer und Kiel sind auf dem besten Weg ein ähnlich kongeniales Duo wie einst Danilo Barthel (jetzt Bayern München) und Johannes Voigtmann (Vitoria) zu werden. Auch wenn sie andere Spielertypen sind.

Mangold außen vor

Kratzer und Kiel sind ein Duo, dass bei den Skyliners die Zukunft gehört. Kiel hat genauso wie Richard Freudenberg (20), der wegen Knieproblemen gegen Bamberg ebenso wie Marco Völler (Finger) fehlte, noch einen Vertrag für die kommende Saison. Kratzers Vertrag hingegen läuft aus. „Der Verein hat aber eine Option. Ich fühle mich in Frankfurt sehr wohl“, sagte der Center. Herbert, dessen Verbleib als Cheftrainer weiter offen ist, lobte ihn als „Fundamentstück“.

Am Montag, wenn Ulm um 15 Uhr in die Ballsporthalle kommt, wird Herbert wieder auf Kratzer und Kiel in der Startformation setzen. Ob Neuzugang Andrej Mangold dann auf dem Parkett stehen darf, ist offen. Die Partie gegen Bamberg hatten die Skyliners als „Ladies Night“ ausgerufen – in der Hoffnung, aus dem Protagonisten der Kuppelshow „Der Bachelor“ Kapital zu schlagen. Herbert ließ Mangold aber außen vor. „Er hat ein paar Mal trainiert, war ein paar Mal nicht da. Ich werde niemanden opfern“, sagte der Trainer trocken. Und Spielzeit verschenkt er grundsätzlich nie. Auch nicht aus Marketingzwecken.

„Wir müssen jetzt alle Spiele gewinnen“, sagte Herbert zu den Playoffchancen seines Teams, das auf Rang zwölf liegt, aber sechs Zähler Rückstand auf den Tabellenachten aus Würzburg hat. Die Hoffnung aufgegeben haben die Skyliners noch nicht.

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