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Nicht zu stoppen: Quantez Robertson (oben), Matchwinner.

Skyliners - Oldenburg

Ein Sieg für die Psyche

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Skyliners-Profi Quantez Robertson gelingt der späte Dreier zum 75:74 gegen Oldenburg.

Und dann verschwand Quantez Robertson in einer Jubeltraube. Immer mehr Mitspieler eilten herbei, wollten ihn umarmen, beglückwünschen. Und die 4670 Zuschauer in der Frankfurter Arena hüpften und schrien, als hätten die Skyliners die deutsche Meisterschaft gewonnen. Es war nur ein einziger Bundesliga-Sieg, der sechste im 15. Spiel. Doch er fühlte sich fast an wie ein Wendepunkt in einer bislang so verkorksten Saison.

Mit einem erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf in letzter Sekunde sorgte Robertson gestern für einen nicht mehr für möglich gehaltenen 75:74 (48:44)-Erfolg gegen den Tabellenzweiten Baskets Oldenburg. Nach zuvor acht Pflichtspiel-Niederlagen in Folge genossen die Frankfurter Basketballer den Moment in vollen Zügen. „Es hat sich schon gut angefühlt, als der Ball meine Hand verlassen hat“, beschrieb der 34-jährige Robertson seinen entscheidenden Wurf. Und dann schob der Kapitän und Publikumsliebling nach: „So einen knappen und harten Sieg haben wir für die Psyche gebraucht.“

Zumal seine personell umformierte Mannschaft eine großartige Moral bewies. Nach ausgeglichenem Spielverlauf schien dem Außenseiter im Schlussviertel doch die nötige Courage zu fehlen. Oldenburg setzte sich durch Will Cummings (22 Punkte), Philip Schwethelm (10), Center Rasid Mahalbasic (12) und Rickey Paulding (12) zweieinhalb Minuten vor Schluss auf komfortable zehn Punkte ab (72:62). Keiner hatte mehr auf Frankfurt gesetzt. Auch nicht Oldenburgs Trainer Mladen Drijencic: „Wir hätten das Spiel nach Hause bringen müssen. Aber so ist Basketball.“

Zunächst verkürzten Robertson (16 Punkte) und Neuzugang Tra Holder (11) auf 70:72. Dann traf Shawn Huff (8) zum 72:73. Als Oldenburgs Vojdan Stojanovski sechs Sekunden vor Schluss lediglich einen von zwei Freiwürfen zum 72:74 traf, war die Chance für Frankfurt da – eigentlich zur Verlängerung. Doch Robertson riskierte alles und traf per Dreier zum Sieg. „Unfassbar“, sagte Kollege Richard Freudenberg, während Holder befand: „Als Tez warf, wusste ich, er geht rein. Das macht er im Training dauernd.“

Larson mit gutem Debüt

Der unverhoffte Coup war glücklich, keine Frage. Aber er deutete an, dass die Frankfurter nach den personellen Veränderungen ein besseres Team geworden sind. Neben Holder gab auch Tyler Larson ein gutes Bundesligadebüt. Der 27-Jährige zeigte, dass mit ihm die Spielmacher-Position nun endlich adäquat besetzt sein dürfte. Larson strahlte Übersicht und Ballkontrolle aus, er erzielte neun Punkte und machte die bisher so anfällige Verteidigung deutlich stabiler. „Unsere Defense war besser. Wir haben nie aufgegeben und ein großartiges Comeback gezeigt“, lobte Skyliners-Trainer Gordon Herbert. Larson und Holder hätten eine gute Einstellung gezeigt. „Wichtig ist, dass wir nun als Team zusammenkommen. Und das war heute ein großer Teamerfolg.“

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