Die Niederlage hätte knapper nicht sein können. Mit 74:75 unterliegen die Frankfurt Skyliners den Baskets aus Bonn und verpassen somit den Einzug ins Finale gegen Alba Berlin.
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Die Niederlage hätte knapper nicht sein können. Mit 74:75 unterliegen die Frankfurt Skyliners den Baskets aus Bonn und verpassen somit den Einzug ins Finale gegen Alba Berlin.

Skyliners fallen vom Himmel

  • Jan Szyszka
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Frankfurt scheitert im Halbfinale - Pascal Roller legt den Ball in letzter Sekunde neben den Korb. Von Jan Szyszka

Minuten nach der Schlusssirene stand die Enttäuschung immer noch im Gesicht von Pascal Roller. "Es war die richtige Entscheidung", sagte der Aufbauspieler der Frankfurt Skyliners immer wieder und verteidigte so den letzten und erfolglosen Angriff des hessischen Basketball-Bundesligisten in dieser Saison. 7,2 Sekunden vor Schluss einer an Dramatik nicht zu überbietenden Schlussphase im alles entscheidenden fünften Halbfinale zwischen den Skyliners und den Baskets Bonn hatte Roller beim Spielstand von 74:75 die Verantwortung in beide Hände genommen. Das Happy-End blieb beim selbstbewussten Unterfangen des überragenden Playoff-Spielers der Frankfurt Skyliners aus. Rollers Alleingang aus der eigenen Hälfte Richtung Bonner Korb misslang, der versuchte Korbleger gegen drei Verteidiger fiel mit der Schlusssirene neben den Korb. Die 74:75 (41:46) Niederlage der Skyliners gegen Bonn und das gleichzeitige Ausscheiden aus den Playoffs war damit besiegelt.

Während die Bonner im kollektivem Jubel über das erreichte Finale feierten, blieben die Frankfurter mit versteinerten Gesichtern stehen. "Es tut unheimlich weh. Wir waren das bessere Team, es schmerzt einfach nur", sagte der geschockte Jimmy McKinney. Ähnlich sah Co-Trainerin Daphne Bouzikou den Spielverlauf. "Es war auf jeden Fall mehr drin." Konkret ärgerten sich die Skyliners über das Nachlassen nach einer starken Anfangsphase. Bereits nach drei Minuten führten sie mit 14:4.

Entscheidend dafür war vor allem das Wurfglück von jenseits der Dreierlinie mit der Jimmy McKinney und Pascal Roller die Bonner Zonenverteidigung knackten. Dass die Rheinländer zu diesem Mittel greifen, um damit das Fehlen vom verletzten Center John Bowler (Innenbandanriss) auszugleichen, hatten die Skyliners erwartet.

Mit dem Wurfglück der Skyliners änderte Baskets Trainer Michael Koch die Taktik auf Mannverteidigung um - ein Glücksgriff, wie in den folgenden Minuten offensichtlich wurde. Bonn kam heran und glich zum 21:21 (9. Minute) aus. "Wir haben fünf leichte Körbe hintereinander zugelassen und so den Gegner wieder an den Sieg glauben lassen", ärgerte sich Trainer Murat Didin.

Nach der Pause drehten die Skyliners nochmal auf, derweilen Bonn Nervenflattern bekam. Als Ilian Evtimov per Dreier zur 59:58-Führung (31.) ausglich, wähnten sich die Skyliners schon fast auf der Siegerseite. Bonns Center Bernd Kruel hatte was dagegen: Der ehemalige Frankfurter avancierte im letzten Viertel zusammen mit Frazier zum Matchwinner für die Baskets. Den 71:71-Ausgleich der Skyliners durch Ilian Evtimov, 33 Sekunden vor Schluss, konterten die Bonner durch zwei sichere Freiwürfe von Frazier zum 72:75. Rollers verwandelter Korbleger zum 74:75, zehn Sekunden vor Schluss, ließ noch mal Hoffnungen aufkommen, doch am Ende blieb dem in der Schlussphase alleine in Verantwortung stehende Kapitän der siegbringende Wurf verwehrt. "Basketball-Herz was willst du mehr", freute sich Bonns Trainer Michael Koch.

Die Statistik: Skyliners Frankfurt: Roller 18 Pkt., Evtimov 17, Allen 11, Bahiense de Mello 10 - Telekom Baskets Bonn: Davis 18, Diagne 15, Frazier 13, Kruel 11. Zuschauer: 5002 (ausverkauft).

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