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Skyliners - eine Niederlage, die Mut macht

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Von: Timur Tinç

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Zum Sieg hat es für die Skyliners wieder nicht gereicht. Foto: Imago Images
Zum Sieg hat es für die Skyliners wieder nicht gereicht. Foto: Imago Images © Jan Huebner/Imago

Die Frankfurt Skyliners verlieren gegen den FC Bayern 74:83, legen aber eine tolle Aufholjagd hin, die Selbstbewusstsein geben sollte .

Betrachtet man allein die nackten Zahlen, hat die Saison für die Frankfurt Skyliners wieder schlecht begonnen. Zwei Pleiten nach zwei Spielen, 0:4 Punkte. Doch die 74:83 (26:37) Niederlage gegen den FC Bayern München am Montagabend kann der hessische Basketball-Bundesligist als Mutmacher für sich werten. Cheftrainer Geert Hammink sprach von „Charakter“, den sein Team gezeigt habe und „viele gute Dinge“, die er gegen Bayreuth und gegen München gesehen habe. Joshua Obiesie sah „Kämpfer“ und betonte: „Wir werden niemals aufgeben.“

Nach 25 Minuten sah es allerdings so aus, als würde der Heimspielauftakt vor 5002 Fans in der Ballsporthalle zu einem Fiasko werden. Beim Stand von 38:63 nahm Hammink eine Auszeit und sagte seinem Team: „Kopf nicht hängen lassen, Kragen richten.“ Die Initialzündung für eine Aufholjagd, die das Publikum richtig von den Stühlen gerissen hat. 1:23 vor Ultimo stand es plötzlich 74:79, die Halle bebte. „Dann haben wir noch einen offenen Dreier von Lauri, den er sonst blind macht“, sagte Hammink. Doch der Wurf vom angesprochenen Laurynas Beliauskas (13 Punkte) ging daneben. Im Gegenzug foulte Quantez Robertson den überragenden Winston Cassius (23 Punkte), der die folgenden Freiwürfe traf und den Deckel aufs Spiel machte.

Obiesie dreht auf

„Die Viertel davor haben uns gekillt“, analysierte Kapitän Lukas Wank (acht Punkte) treffend. Nach einem ordentlichen Beginn, in der „wir die schlechten Phasen der Bayern nicht genutzt haben“ (Wank), ließen die Skyliners offensiv und defensiv nach. In der ersten Halbzeit warfen sie in der Zone vier, fünf Mal den Ball entweder ins Aus oder der Mitspieler bekam ihn nicht kontrolliert. Zu viele Flatterbälle, zu wenig Zug in den Pässen, hat Hammink gesehen. „Es klingt zwar klischeemäßig. Es hat aber auch mit den Bayern zu tun“, sagte der Niederländer. Das gleiche führte er als mit einer der Gründe dafür an, dass die Skyliners nicht in ihre Spielzüge gekommen sind, „weil die Bayern uns die ersten Optionen weggenommen haben.“ Dann wurde das Spiel statisch, die Würfe schwer und eben nicht von Erfolg gekrönt.

Schon in Bayreuth waren die Skyliners vor allem dann stark, wenn sie schnell in die Offensive umschalten konnten und sich abseits des Balls bewegten. Das machten sie in ihrer Aufholphase auch hervorragend, die Bayern-Coach Andrea Trinchieri „angepisst hat“. In dieser Phase stand nicht der etatmäßige Point Guard J. J. Frazier (sieben Punkte) auf dem Parkett, sondern Youngster Joshua Obiesie. „Er hat so gespielt, wie wir ihn die ganze Saison sehen wollen“, sagte Hammink. Er leitete die Angriffe ein, fand den besser postierten Mann und traf auch schwierige Würfe, nachdem ihm in der ersten Hälfte noch überhaupt nichts gelungen war. „Wir hatten mehr Pace, einen Push bekommen durch die Fans. Der Ball ist gut gelaufen und die Defense war stark“, analysierte der 22-Jährige, der im Sommer aus München gekommen war.

Neben Obiesie war die Partie gegen die Bayern auch wichtig für Quantez Robertson. Der Veteran stand in den entscheidenden Minuten auf dem Parkett, hatte starke Defensivaktionen und war nicht so ein Fremdkörper wie noch in Bayreuth. Noch etwas von seiner Form in der Vorbereitung entfernt ist Einaras Tubutis. In der Schlussphase setzte er einen Dreier ganz weit daneben. Hammink macht sich aber keine Sorgen: „Einaras wird euch noch viel Spaß machen“, versprach er.

Zwar hat es gestern nicht dazu gereicht, das Ruder herumzureißen, doch das Spiel gibt Hoffnung für die kommenden Aufgaben. Allerdings sind die Skyliners gefordert, Siege einzufahren. Am Samstag müssen sie nach Heidelberg, dann zum Mitteldeutschen BC und zum nächsten Heimspiel am 30. Oktober kommen die Löwen Braunschweig. Alles direkte Konkurrenten. Aus diesen drei Spielen sollten die Skyliners mindestens zwei gewinnen.

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