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Steigt zum Korbleger hoch: Brady Heslip.

Skyliners gegen Eisbären

Skyliners bleiben immerhin beharrlich

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Die Skyliners siegen wenig überzeugend gegen Bremerhaven 84:77.

Dan Panaggio war nach der Pressekonferenz noch in Plauderlaune. Der US-Amerikaner, seit Anfang der Saison Gesellschafter, Sportdirektor und seit knapp zwei Wochen auch Trainer der Eisbären Bremerhaven, fragte Gordon Herbert, wo er denn herkomme. Der Skyliners-Cheftrainer antwortete zwar und stellte seinem Gegenüber die gleiche Frage, wirklich interessiert war der Kanadier aber nicht an dieser Konversation. Und als Panaggio ihm nochmal zu einem guten Spiel gratulierte, die Skyliners hatten gestern 84:77 (47:39) gewonnen, wiegelte Herbert ab: „Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“ Dann gab er Panaggio einen Klaps auf den Rücken und wünschte ihm mit ausdrucksloser Miene eine gute Rückfahrt.

Auch Jason Clark schmorte im Schlussviertel auf der Bank, denn, obwohl er mit zehn Zählern offensiv zu den gefährlichsten Spielern gehörte, missfiel Herbert wohl mal wieder seine Defensivarbeit.

Wenn Herbert unzufrieden ist, kann ihm auch der netteste und freundlichste Mensch der Welt gegenübertreten, zum Lächeln wird ihn dann niemand bringen. „Unser mentaler Fokuslevel war nicht da“, brummte Herbert. Dass die Skyliners nach dem zweiten Ligasieg in Folge wieder näher an die Playoffplätze gerückt sind und als Tabellenelfter nur noch zwei Zähler Rückstand auf den Achten haben, interessierte den 59-Jährigen nicht.

Für ihn geht es immer darum, besser zu werden. Nach zuletzt zwei ordentlichen Auftritten, war das Spiel gegen den Tabellen-16. der Basketball-Bundesliga wieder von vielen Fehlern geprägt. Herbert betonte zwar, dass er eine gute Gruppe habe, aber mit ihr zu arbeiten sei „manchmal ein Kampf“. Von Spaß ganz zu schweigen.

Seine Laune war schon vor der Partie im Keller. Center Leon Kratzer, der im November zu den Hessen gestoßen war, um die Lücke von Jonas Wohlfarth-Bottermann (Mittelfußbruch) zu füllen, fehlte am Zweiten Weihnachtsfeiertag wegen einer Knieverletzung. Er hatte im Pokalspiel gegen Braunschweig einen Schlag auf das Knie bekommen. Am heutigen Donnerstag soll eine Kernspintomographie Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben.

Ohne Kratzer durfte vor 3380 Zuschauern in der Ballsporthalle mal wieder Marco Völler von Beginn an ran. „Es war ein bisschen schwierig, sich auf den Gegner vorzubereiten. Es waren viele Überraschungen dabei“, sagte Völler. Die Eisbären probierten einige neue Dinge aus, auf die die Hessen nicht vorbereitet waren. Doch auch die eigenen Spielzüge klappten nicht so gut. Trae Bell-Haynes, gegen Braunschweig noch bester Mann auf dem Parkett, erwischte einen rabenschwarzen Tag, durfte nur knapp 15 Minuten ran, weil er zu viele Ballverluste fabrizierte.

Die Kohlen aus dem Feuer holten die Bankspieler: Erik Murphy (16 Punkte), Brady Heslip (16), Akeem Vargas (9) und Shawn Huff (7). Sie standen in der entscheidenden Phase neben Kapitän Quantez Robertson auf dem Parkett und machten den Sieg fest. „Wir waren beharrlich“, sagte Gordon Herbert. Immerhin. Ob das auch am Samstag (18 Uhr) in Ulm reicht? Viel Zeit zum Training haben die Hessen nicht.

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