Macht sich wenig Freunde in der Mannschaft: Trainer Muli Katzurin.
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Macht sich wenig Freunde in der Mannschaft: Trainer Muli Katzurin.

Skyliners gehen unter

Selbstvertrauen gibt's im Supermarkt

Im Spiel gegen Alba Berlin lief für die Skyliners Frankfurt so gut wie nichts zusammen. Nach dem 57:83 sprach Trainer Muli Katzurin seiner Mannschaft sogar die Qualität ab.

Von Timur Tinç

Im Spiel gegen Alba Berlin lief für die Skyliners Frankfurt so gut wie nichts zusammen. Nach dem 57:83 sprach Trainer Muli Katzurin seiner Mannschaft sogar die Qualität ab.

Es war schon erstaunlich, mit welcher Nüchternheit Muli Katzurin seine Mannschaft nach der desaströsen 57:83-Niederlage gegen Berlin in den Senkel stellte. „Das Spiel war schon nach dem ersten Viertel gelaufen“, resümierte der Trainer der Frankfurt Skyliners. „Wir haben nicht die Qualität von Berlin“, sagte Katzurin weiter. „Berlin spielt um die Meisterschaft, Frankfurt kämpft ums Überleben.“ Deutliche Worte von einem Trainer, der vor der Saison die Fans mit schönem Spiel begeistern wollte.

Das klappte in den bisherigen vier Heimspielen nie. Gegen Oldenburg, Bonn und Berlin setzte es empfindliche Klatschen. Nur gegen Würzburg konnten die Frankfurter Korbjäger in letzter Sekunde zu Hause gewinnen. Trotz der Rückkehr von Ex-Trainer Gordon Herbert und Ex-Star DaShaun Wood kamen nur 4380 Zuschauer in die Ballsporthalle.

„Wir brauchen unbedingt bessere Starts“, analysierte Michael Thompson. Der 22-Jährige war mit 14 Punkten bester Frankfurter Schütze. „Wir fühlten uns gut vorbereitet und haben gut trainiert, doch wir waren zu keinem Zeitpunkt in der Lage uns zurückzukämpfen“, sagte der US-Amerikaner treffend. In der Defensive habe man einige Rotationen verpasst und dadurch Berlin zu einfachen Körben kommen lassen.

Mangelhaftes Offensivspiel

„Wir waren sehr unpräzise in den Blöcken“, bemängelte Johannes Herber das Offensivspiel seiner Mannschaft. „Wenn die erste Option nicht da ist, verfallen wir zu leicht ins Eins gegen Eins“, so Herber weiter. Das Passspiel in der Offensive klappte so gut wie gar nicht. Nach dem ersten Viertel hatten die Berliner sechs Assists vorzuweisen ? Frankfurt nicht einen. „Das ist ein Kreislauf, wenn ein schlechter Schuss kommt, dann ist eine schlechte Verteidigung meist das Resultat“, analysierte der deutsche Nationalspieler. Und wenn der Ball nicht geteilt werde, werden die Leute unzufrieden, so der 28-Jährige.

Die Unzufriedenheit stand den Spielern ins Gesicht geschrieben. Johannes Herber musste Tim Ohlbrecht aufbauende Worte zusprechen, nachdem dieser im dritten Viertel nicht einmal 20 Sekunden nach seiner Einwechslung wieder auf die Bank musste. „Das ist nicht leicht für Tim“, sagte Herber. Gerade dadurch fehle ihm der Rhythmus, da er auch im Kopf nicht frei ist. Und er war nicht der einzige. Katzurins Wechselwut nehmen die Spieler zwar noch ohne Murren hin, doch es zeigt sich, wie sehr einigen das Selbstvertrauen und dadurch auch die nötige Lockerheit fehlt.

Das scheint den Israeli nicht zu stören. „Ich gebe niemandem Selbstvertrauen. Die Spieler können sich ihr Selbstvertrauen im Supermarkt kaufen“, sagte Katzurin barsch. Die einfachen Korbleger, die seine Spieler verfehlt hätten, wären keine Frage des Selbstvertrauens, sondern von Können, sagte Katzurin. „Die Spieler müssen mir etwas geben, nicht ich ihnen“, so der 56-Jährige.

Auch der wiedergenesene Jermaero Davidson konnte nur zynisch grinsen, nachdem ihn Katzurin nach einem Stellungsfehler sofort auswechselte. Immerhin haben die Skyliners mit Davidson nach dessen zweimonatiger Verletzungspause ihren Center zurück. Der 2,08 Meter große US-Amerikaner zeigte auch mit fünf Rebounds und einem Block in Ansätzen, wie wertvoll er für das Team sein kann, wird aber noch einige Wochen brauchen, um auf sein Leistungsniveau zu kommen.

Am Samstag müssen die Frankfurter zu Meister Bamberg, die noch stärker als Berlin einzuschätzen sind. Für die Skyliners kann es nur heißen, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

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