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Der erste Sieg im Halbfinale ist unter Dach und Fach.

Frankfurt Skyliners

Schweißnasser Triumph

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Die Frankfurter Basketballer bewahren im ersten Play-off-Halbfinale gegen die Bonn Baskets einen kühlen Kopf.

Der Schweiß ran in Strömen. Murat Didin, dem Trainer der Frankfurt Skyliners, machte das klatschnasse Hemd und die von der Stirn in Massen perlenden Tropfen nichts aus. Denn vier Tage nach dem Last-Minute-Sieg in Leverkusen entschied der hessische Bundesligist den nächsten Krimi für sich. Im ersten Halbfinale um die deutsche Basketball-Meisterschaft gegen die Bonn Baskets siegten die Frankfurter mit 75:72 (37:34).

Didin, dem die Temperaturen in der aufgeheizten Ballsporthalle deutlich anzusehen war, freute sich vor allem, dass seine Mannschaft in der hitzigen Schlussphase kühlen Kopf bewahrte. "Das war wichtig und zeigt, dass das Team von den Viertelfinal-Spielen gelernt hat", sagte Didin.

Die tropischen Temperaturen als auch die Nervosität hatten sich auf das Spiel beider Mannschaften ausgewirkt - immer wieder rutschte beiden der Ball aus den Händen: 17 Ballverluste alleine in der ersten Halbzeit war die Folge. Einziger Frankfurter dem die Hitze offensichtlich nichts ausmachte, war Derrick Allen. Nach seiner schwachen Leistung gegen Leverkusen wirkte der US-Amerikaner der Skyliners wie ausgewechselt. Beweglich und flink setze Allen seine Vorteile gegen die Bonner Center John Bowler (115 Kilo) oder Bernd Kruel ein. Didin hatte dabei auch keine andere Wahl: Center Ken Johnson fehlte wegen einer Grippeinfektion.

Die Skyliners beflügelte das Fehlen. "Das hat uns noch enger zusammen rücken lassen", sagte Dominik Bahiense de Mello. Vor allem Allen spielte in der Offensive seine Schnelligkeit aus. In der ersten Halbzeit traf er sechs seiner acht Würfe, insgesamt erzielte er 25 Punkte. Nach nervösem Beginn steigerten sich die Skyliners. Dank hoher Wurfquote von über 70 Prozent führten sie zeitweise deutlich (30:23, 12.), ließen die Bonner aber herankommen.

Unkonzentriertheiten in der Verteidigung nutzen die Rheinländer Anfang des dritten Viertels zur 39:45 Führung (23.), die der entfesselte Allen per Dreier zum 50:47 (27.) wettmachte. Für die vermeintliche Vorentscheidung sorgte dann ein Ex-Bonner: De Mello sorgte mit acht Punkten für die 63:50-Führung (32.). Neben de Mello sprang mit Alex King noch ein weiterer Spieler aus der zweiten Reihe in die Bresche. Der A2-Nationalspieler sammelte zehn Punkte und entlastete in der Defense den ausgepumpten Koko Archibong - King spielte mehr als 22 Minuten. "Das kann sehr wichtig für die Serie sein", sagte Didin.

Als Bonn wenige Sekunden vor Schluss auf 74:71 heran kam, wurden Erinnerungen an die dramatischen Schlussphasen gegen Leverkusen wach, doch Pascal Roller spielte seine Erfahrung aus und ließ die Uhr zum 1:0 in der Best-of-Five-Serie runterlaufen. Michael Koch, Trainer der Bonner, ärgerte sich anschließend über die Einstellung seiner Mannschaft. "Wir haben uns das schnelle Spiel der Skyliners aufzwingen lassen und waren nicht aggressiv genug." Das zweite Spiel führt die Frankfurter am Donnerstag, 18.30 Uhr, in die Bonner Hardtberghalle. Das es dort wieder heiß hergehen wird, ist abzusehen: Die 3500 Zuschauer fassende Spielstätte gilt bereits als so gut wie ausverkauft. In der Frankfurter Ballsporthalle waren indes gestern noch etliche Plätze frei geblieben.

Statistik: Allen (25 Punkte), McKinney (12), King (10) für Frankfurt - Frazier (25), Davis (11) für Bonn. - Zuschauer: 3140.

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