Führungspersönlichkeit: Pascal Roller.
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Führungspersönlichkeit: Pascal Roller.

Interview mit Pascal Roller

"Schnell im schwachroten Bereich"

Der Spielmacher der Skyliners, Pascal Roller, über Belastung, Führungsqualität und die Chance auf das Finale.

Die Halbfinalserie entwickelt sich zum Krimi. Die Skyliners kassierten zwei klare Auswärtsniederlagen und zitterten sich zweimal zum Heimsieg. Warum haben die Skyliners heute im fünften Spiel in der Ballsporthalle (18.30 Uhr) die Nase vorn?

Eben weil wir zweimal zu Hause gewinnen konnten. Wie hoch wir in Bonn verloren haben, ist egal. In den beiden Heimspielen hatten wir die stärken Nerven und auch das bisschen mehr an Kraft - das stimmt mich optimistisch.

Im vierten Spiel wirkten einige Ihrer Mitspieler verunsichert: Maksym Shtein warf einen Airball von der Freiwurflinie, Jimmie Hunt von der Dreierlinie... Flattern die Nerven?

Nein. An einem Airball würde ich das auch nicht festmachen. Makysm und Jimmie haben in den Playoffs sehr wenig gespielt. Es war für sie nicht einfach, in so einer hektischen Situation ins Spiel zu kommen. Es spricht für sie, dass sie das Selbstbewusstsein zeigen und es probieren. Dass ein Airball dabei war, ist natürlich nicht so schön, aber das kann passieren.

Einige Ihrer Teamkameraden stehen erstmals in einem Playoff-Halbfinale. Reden Sie als Kapitän jetzt häufiger mit Spielern wie Dominik Bahiense de Mello oder Shtein?

Ich suche das Gespräch, aber man darf das Reden nicht überbewerten: Ich kann beispielsweise zwar Dominik sagen, dass er ruhiger sein soll, aber es ist was anderes, wenn er die Situation dann selbst erlebt. Wenn es drauf ankommt, muss jeder die Erfahrung selber machen. Wir werden als Team davon auf lange Sicht profitieren.

Wenn weniger durch Reden, wie üben Sie dann Einfluss aus?

Das läuft direkt auf dem Spielfeld, in dem ich beispielsweise das Tempo rausnehme. Oder in dem ich versuche, den einen oder anderen Spieler nicht in eine Situation zu bringen, die ihm Probleme bereiten könnte.

Vor vier Jahren standen Sie ebenfalls mit den Skyliners gegen Bonn im Halbfinale. Auch damals ging die Serie über fünf Spiele - mit positivem Ende für Frankfurt. Hilft so eine Erfahrung im Hinterkopf?

Meine Leistung war sehr ansprechend - was ich aber vor allem mitgenommen habe, ist die gute Erfahrungen mit fünften Spielen. Ob damals gegen Bonn oder jetzt in Leverkusen, ich habe keine schlechten Erfahrungen mit fünften Spielen. Deshalb verspüre ich keinen Druck, im Gegenteil eine gewisse Spur an Sicherheit und Selbstvertrauen ist da. Wir haben realistische Chancen auf den Finaleinzug.

Als dienstältester Spieler stehen Sie in den Playoffs mit Abstand am längsten auf dem Platz. Wie viel Kraft ist nach neun Spielen in drei Wochen noch da?

Bei mir sieht es zwischen den Spielen sehr gut aus. Aber ich bin da eine Ausnahme, weil ich traditionell einer der fittesten bin und mich gut erhole. Andererseits bin ich während der Spiele jetzt auch schnell im schwachroten Bereich. Wenn mir das schon so geht, möchte ich eigentlich gar nicht wissen, wie es bei den anderen aussieht - oder bei meinen Gegenspielern.

Sind die Skyliners also gar im Fitness-Vorteil?

Wir haben in dieser Saison sehr hart gearbeitet. Mitunter habe ich mich schon gefragt, ob das nicht zu viel ist, was wir getan haben. Aber jetzt zahlt sich das aus und diesen Vorteil wollen wir nutzen.

Sind die diesjährigen Playoffs, die besten die Sie je gespielt haben?

Das wird sich zeigen. Letztendlich hängt das auch vom heutigen Spiel ab. Ich habe früher schon ansprechende Playoffs gespielt, aber ich spiele jetzt eine andere, dominantere Rolle im Team. Wenn wir ins Finale kommen oder den Titel holen, können wir darüber reden.

Interview: Jan Szyszka

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