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Das Schnäppchen

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Von: Jan Szyszka

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Dezentes Auftreten - kühne Pässe: Der neue Shooting Guard des Bundesligisten Skyliners Frankfurt, Grayson Moyer (rechts).
Dezentes Auftreten - kühne Pässe: Der neue Shooting Guard des Bundesligisten Skyliners Frankfurt, Grayson Moyer (rechts). © Storch

Der Zufall hat die Skyliners aus Frankfurt auf den Basketballer Grayson Moyer aufmerksam gemacht. Von Jan Szyszka

Es gibt Basketballer, die fallen direkt auf. Muskulöse Hünen mit Tattoos und cool im Auftreten. Grayson Moyer gehört nicht in diese Kategorie. Der neue Shooting Guard des Bundesligisten Skyliners Frankfurt wirkt als Gegenentwurf zum verbreiteten Bild eines US-Basketballers fast bieder und langweilig.

Auf dem Parkett aber überrascht der 23-Jährige mit kühnen Pässen, Übersicht und vielseitigem Spiel. "Er ist ein sehr intelligenter Basketballer", lobt Dominik Bahiense de Mello. Auch Trainer Murat Didin findet positive Worte für den Neuen: "Grayson hat die Vorbereitung genutzt."

Dass er überhaupt in Frankfurt spielt, ist dem Zufall geschuldet. Als Didin zusammen mit Sportdirektor Kamil Novak im Sommer zur Spielersuche nach Las Vegas reiste, hatten beide Power Forward Seth Doliboa auf dem Beobachtungszettel. Moyer profitierte davon, weil er mit Doliboa im selben Team spielte.

Die Späher holten die beiden im Doppelpack. "Wir kannten ihn vorher nicht", räumt Didin ein. Kein Wunder: Im Basketball-Mutterland USA konnte Moyer sich nicht in den Vordergrund spielen; der Kalifornier lief nur in der zweithöchsten College-Klasse auf - kein guter Ort für eine Profikarriere.

Froh, in Europa zu sein

Von der zufälligen Sichtung profitieren nun beide Seiten: Der Klub freut sich über ein Schnäppchen, während Moyer ein kleines Sportlermärchen erlebt. "Ich war überrascht, nein, eher froh, dass ich in Europa und dann auch noch in der ersten deutschen Liga gelandet bin", sagt der studierte Betriebswirt. Dabei stellt der 1,96 Meter große Moyer keine Ansprüche. "Ob ich fünf Minuten spiele oder 35, ist mir egal."

Didin hält sich das offen - genauso wie die Position, auf der der vielseitige Moyer auflaufen wird. Unter den Shooting Guards haben die Skyliners große Auswahl: In Jimmy McKinney, Moyer, Pascal Roller und dem seit Wochen wegen eines instabilen Syndesmosebands über Knöchelschmerzen klagenden de Mello sind vier Dreierspezialisten im Kader. Die in der Vorbereitung praktizierte zwischenzeitliche Versetzung von Moyer in den Aufbau oder auf den Flügel gilt für die Saison als unwahrscheinlich: Durch die Verpflichtung von Aubrey Reese sind die Skyliners im Aufbau ausreichend besetzt. Die Alternative Flügel schmeckt Moyer wegen des dort nötigen körperlichen Dagegenhaltens weniger. "Auf dem Level in der Bundesliga fühle ich mich als Shooting Guard wohler."

Didin weiß um die körperlichen Defizite des Amerikaners. Am Donnerstag, wenn die Skyliners zum letzten Heimtest gegen Maccabi Tel Aviv (19 Uhr, Nordwestzentrum) auflaufen, wird er Moyer wohl dennoch zwischen den Positionen hin und her schieben. Der Erfolg gibt ihm recht: Nach den Siegen am Wochenende gegen Hagen (99:71) und Paderborn (94:59) haben die Skyliners nun fünf Tests in Folge gewonnen.

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