Mühsamer Sieg

Rost angesetzt

  • Jan Szyszka
    vonJan Szyszka
    schließen

Schön war es nicht gerade, doch am Ende behielten die Skyliners Frankfurt beim Tabellenletzten Düsseldorf knapp die Oberhand. Die entscheidenden Punkte erzielte dabei der neue Center Chris Moss, der mit dem letzten Wurf das Spiel doch noch zu Gunsten der Frankfurter entschied.

Gordon Herbert hatte es geahnt. Vor dem Spiel beim Team seines Vorgängers Murat Didin hatte der Trainer des Basketball-Bundesligisten Skyliners wiederholt vor Trugbildern gewarnt: Die Tabelle sei verzerrt; Düsseldorf sei nicht so schlecht, wie es der letzte Platz vermittele, genauso wie die Skyliners keinesfalls so stark seien, wie der zweite Tabellenplatz es glauben mache. Am Samstag bestätigten sich die Warnungen: Von einem Klassenunterschied war nichts zu spüren. Neben einem beherzten Auftritt der Düsseldorfer lag das vornehmlich an den Skyliners. Die Hessen taten sich schwer und mussten bis zur letzten Sekunde zittern, ehe der neue Center Chris Moss den 68:66 (32:34)-Sieg sicherte.

Richtig freuen konnte sich der Hüne darüber nicht. „Das war nicht akzeptabel, wie wir gespielt haben“, sagte Moss. Kritik äußerte auch der Trainer. „Das war oft nicht die Art Basketball, die ich sehen will“, sagte Herbert. Allenfalls 20 Minuten habe seine Mannschaft ihn überzeugt. Herbert führte das einerseits auf die „sehr aggressive“ Leistung der Düsseldorfer zurück. Zum anderen seien „nicht eine, sondern mehrere Sachen“ nicht so gelaufen wie gewünscht. Die gesamte Mannschaft sei nach der einwöchigen Pause rund um das All-Star-Wochenende „ein bisschen eingerostet“ gewesen.

Es knirschte dabei vor allem in der eigentlichen Parade-Achse. Power Forward Roger Powell fand mit Ausnahme der letzten beiden Minuten überhaupt nicht ins Spiel (zwei Punkte, Trefferquote: eins von sieben). Ungewohnte Probleme offenbarte auch Topscorer DaShaun Wood. Der Aufbauspieler hing bis Mitte des zweiten Viertels fast vollkommen in der Luft. Dazu verlor er siebenmal den Ball. Den Skyliners tat das doppelt weh, weil sich Woods Gegenspieler im Gegenzug in einen Rausch spielten. Der Düsseldorfer Aufbauspieler Steven Wright hatte nach 13 Minuten bereits 15 Punkte erzielt – die Differenz, die beide Mannschaften zu dem Zeitpunkt voneinander trennte (11:26).

Kritik an seinem Starspieler schob Herbert dennoch beiseite. Der Spielverlauf und die Steigerung Woods machen ihm das leicht: In der Schlussphase übernahm Wood (20 Punkte, acht Assists) Verantwortung. Zwei Minuten vor Ende brachte der 25-Jährige die Skyliners auf 64:66 heran. Im letzten Angriff des Spiels waren es sein Zug zum Korb und der folgende Pass, die Moss einen offenen Wurf zum 68:66-Sieg ermöglichten. „Wir haben solche Letzter-Wurf-Situationen schon sehr oft im Training geübt und konnten die Zeit sehr gut kontrollieren“, sagte Herbert.

So selbstbewusst, wie sich die Worte anhören, ist der Kanadier nicht. Mit der spielerischen Weiterentwicklung der Mannschaft kommt er derzeit nicht voran. Nach einer guten Phase im Herbst stecke das Team im Leistungstief. Viel hat das auch mit dem Ausfall von AJ Moye zu tun. Herbert schätzt den Flügelspieler ungemein, der wegen eines Schlaganfalls seit Mitte November fehlt und in Düsseldorf seine Mannschaft von der Bank aus anfeuerte. Die Hoffnung, dass Moye den Skyliners wieder helfen wird, hat Herbert aber zumindest für diese Saison aufgegeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare