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Pokerface mit Hang zum Plaudern

  • Jan Szyszka
    VonJan Szyszka
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Auch in Braunschweig beweist Skyliners-Basketballer Ilian Evtimov mal wieder sein großes Potenzial

Risikopässe quer durch die Zone, Hakenwürfe in Brettnähe, Distanzwürfe zwei Meter hinter der Dreierlinie - kein anderer Spieler des Basketball-Bundesligisten Frankfurt Skyliners hat so ein Potenzial und so einen hohen Unterhaltungswert wie Ilian Evtimov. Das Basketball-Magazin Five nannte ihn kürzlich eines der größten Talente Europas - was Murat Didin, der Trainer der Skyliners, genauso sieht. "Evti hat alles, was man braucht", sagt Didin über den 2,02 Meter großen Distanzschützen, der als einziger Spieler der Skyliners das Aufposten mit dem Rücken zum Korb in seinem Repertoire hat.

Wie wichtig Evtimov für die Skyliners ist, zeigte er am Samstag in Braunschweig: Beim 77:65 (36:30)-Auswärtssieg im als Schlüsselspiel geltenden Duell mit dem Mitkonkurrenten um einen Playoff-Platz erzielte der durchspielende Evtimov 24 Punkte und 9 Rebounds. Neben Derrick Allen (19 Punkte) und Pascal Roller (11 Punkte, 5 Assists) war der gebürtige Bulgare damit Garant für den Erfolg, den die Skyliners erst im Schlussviertel dank eines 11:1-Laufs sicherstellten.

"Evti hat klug gespielt und die richtigen Würfe genommen", lobte Didin den Hobby-Pokerspieler, der für sein schier unerschöpfliches Selbstbewusstsein bekannt ist. Selbst fünf Fehlwürfe in Folge bringen den Zocker nicht aus der Fassung. Evtimov hält auch dann an seinem Spiel fest - und wirft weiter. Das Selbstvertrauen dazu ziehe er aus der Unterstützung der Mannschaft und des Trainers, betont Evtimov. "Nur deshalb kann ich es überhaupt weiter probieren."

Didin lässt den mit durchschnittlich 11,8 genommenen Würfen pro Spiel zweitaktivsten Schützen der Skyliners nach Center Derrick Allen gewähren. Mit Kritik an Evtimov hält sich der Trainer - zumindest im Gespräch mit der Presse - zurück, auch wenn lautstarke Diskussionen zwischen Spieler und Trainer am Spielfeldrand zumindest in Frankfurt an der Tagesordnung scheinen. Als Diskussion dürfe man das aber nicht empfinden, betont Didin. Vielmehr erkläre er Evtimov nur seine Fehler, etwa dann, wenn der die Reboundarbeit vernachlässige. "Evti ist noch ein Rookie und macht Fehler. Und ich sage ihm das dann. Das ist mein Job", sagt Didin.

Der Spieler mit der Nummer 32 sieht keinen Grund zur Klage. Das Verhältnis zu Didin sei sehr gut, betont Evtimov. Die wie heftige Dispute wirkenden Gespräche will er nicht überbewerten. Ständiges Reden sei seine Art, betont der 104 Kilogramm schwere Athlet, der noch bis 2010 bei den Skyliners unter Vertrag steht, aber eine Ausstiegsklausel besitzt. "Das Reden gehört zu meinem Spiel und zu meinem Charakter. Es hilft mir, Selbstvertrauen aufzubauen und mich zu puschen."

In dieser Saison hat der 24-Jährige einige Rückschläge in Form von Verletzungen verkraften müssen. Einem Außenbandriss im Sprunggelenk in der Vorbereitung folgten ein im Spiel ausgeschlagener Zahn und immer wieder muskuläre Probleme, die den Kinofan zu Trainingspausen zwangen und in starken Formschwankungen mündeten. Für Evtimov ist das aber kein Grund, sein vor der Saison keck formuliertes Streben nach der Meisterschaft aufzugeben. "Wir können das schaffen", sagt er. "Unsere Mannschaft ist ausgeglichen besetzt, in dieser Liga kann fast jeder jeden schlagen. Wenn wir die Playoffs erreichen, ist alles möglich."

Zumindest für das Etappenziel sieht es gut aus: Mit dem Sieg gegen Braunschweig haben die siebtplatzierten Skyliners neun Spieltage vor Schluss vier Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz.

Die Statistik: Beste Werfer: J. Allen (16), Levy (15), Wright (14), Drevo (12) für Braunschweig - Evtimov (24), D. Allen (19), McKinney (13) und Roller (11) für Frankfurt. - Zuschauer: 3300.

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