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Verliert immer noch zu oft den Ball: Jason Clark.

Bundesliga

Ohne erkennbare Identität

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Die Frankfurt Skyliners tun sich in der Basketball-Bundesliga enorm schwer. Vor allem in der Defensive. Am Samstag muss trotzdem ein Sieg beim Mitteldeutschen BC her.

Wofür stehen die Frankfurt Skyliners in der Saison 2018/2019? Das lässt sich nach mehr als zweieinhalb Monaten immer noch nicht sagen. „In den letzten Jahren waren wir immer eins der besten Defensivteams der Liga“, sagt Cheftrainer Gordon Herbert. „Damit haben wir dieses Jahr ein Problem.“  In dieser Spielzeit kassieren die Hessen 83,7 Punkte im Schnitt in der Bundesliga. Zum Vergleich: In der vergangenen Saison waren es nur 76,9. Die Mängelliste ist lang: „Wir sind inkonstant beim Rebound, inkonstant in der Defensive und zu inkonstant wenn es darum geht, auf den Ball aufzupassen“, zählt Herbert auf. „Und das bringt inkonstante Resultate.“

Während die Skyliners im Eurocup mit sechs Siegen aus neun Spielen die zweite Runde schon frühzeitig erreicht haben, stehen sie in der BBL schon früh gewaltig unter Druck. Mit nur drei Siegen aus neun Partien stehen die Frankfurter Korbjäger auf Rang 14. Ziel vor der Saison war Platz vier. Das ist nicht mehr erreichbar. Um sich den Playoffplätzen zu nähern, müssen die Skyliners am Samstag (18 Uhr) beim Mitteldeutschen BC aus Weißenfels unbedingt gewinnen. Der MBC ist mit nur zwei Pünktchen Tabellenletzter. Eigentlich ein Pflichtsieg für die Hessen, doch so wankelmütig wie sie sind, wird das Spiel in Sachsen-Anhalt kein Selbstläufer.

Neben der Verteidigung wird es auch enorm wichtig sein, nicht mehr so viele Bälle zu verlieren und in gegnerische Schnellangriffe zu laufen. Kein Bundesligateam weist mehr Ballverluste – 15,4 im Schnitt auf – als die Skyliners auf. Die beiden Spielmacher Jason Clark (2,6 Ballverluste im Schnitt) und Trae Bell-Haynes (2,7) sind dafür für die meisten verantwortlich. Auch ihre Assists gleichen die mangelnde Ballkontrolle nicht aus. Clark verteilt 3,5 Vorlagen im Schnitt, Bell-Haynes 3,3. Der dritte Spielmacher im Bunde, Garai Zeeb, kommt über die Rolle des Ersatzmannes nicht hinaus. Beim knappen 87:83-Erfolg in Bar am Mittwoch durfte er immerhin 17 Minuten ran und verteilte vier Assists, leistete sich aber auch drei Ballverluste.

„Wir müssen besser werden“, fordert Gordon Herbert gebetsmühlenartig. Im Moment steht und fällt das Skyliners-Spiel mit der guten Dreierquote. Laufen die Scharfschützen Erik Murphy, Brady Heslip heiß und bekommen Unterstützung von Richard Freudenberg, Shawn Huff und Clark, waren sie bislang immer in der Lage, mit den Gegnern mitzuhalten. Sobald jedoch der Wurf von außen nicht fällt, stagniert die Frankfurter Offensive und findet keine Lösungen.

Akeem Vargas wird weder die Offensive noch die Defensive am Samstag beim MBC unterstützen können. Der Guard fällt weiter wegen eines Muskelfaserisses im Oberschenkel aus. „Ich erwarte ihn nicht vor Weihnachten zurück“, sagt Herbert. Eine erkennbare Identität werden die Skyliners bis dahin sicher auch noch nicht haben.

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