Rein damit: Roger Powell beim Dunk.
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Rein damit: Roger Powell beim Dunk.

Skyliners gewinnen

Neun Minuten wie im Rausch

  • Jan Szyszka
    vonJan Szyszka
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Dank einem überragenden dritten Viertel gelingt es den Skyliners Frankfurt, Oldenburg mit 76:71 in Schach zu halten. Derweil haben die Skyliners einen neuen Spieler unter Vertrag genommen: Center Chris Moss soll künftig unter den Körben aufräumen.

Schon weit vor der Schlusssirene erhoben sich die Zuschauer in der Frankfurter Ballsporthalle von ihren Plätzen. Im Stehen feierten die Anhänger der Skyliners Frankfurt die Leistung ihrer Mannschaft, die am Ende ein knappes 76:71 (33:38) gegen Oldenburg über die Zeit brachte. Entscheidend für den Erfolg war ein formidables drittes Viertel: Bei den Skyliners klappte in der Phase nach der Pause alles ? egal ob Dreier durch den überragenden DaShaun Wood (24 Punkte) oder Rettungsaktionen in der Defensive. Neun Minuten spielten die Mannschaft von Trainer Gordon Herbert wie in einem Rausch: 24 Punkte erzielten die Hessen, kein einziger Punkt gelang den Gästen. Am Ende hatten die Skyliners das Viertel mit 28:8 für sich entschieden – die Entscheidung für den zehnten Heimsieg hintereinander.

Für Oldenburg kam das dritte Viertel in der Frankfurter Ballsporthalle einem Déjà-vu gleich. Schon einmal, im November in Hagen, verloren die Niedersachsen in einem Spielabschnitt derart den Faden. Damals ging die Mannschaft von Trainer Predrag Krunic im zweiten Viertel mit 6:30 unter. Nach der Blamage schien der Meister von 2009 zuletzt gefestigter zu sein. Per Erfolgsserie hatten sie sich in der Tabelle nach vorne gearbeitet.

Eben jenes Selbstbewusstsein, gepaart mit einer gehörigen Portion taktischer Disziplin, hatten die Oldenburger in der ersten Halbzeit in Frankfurt demonstriert. Immer wieder stießen sie dabei in die wunde Stelle der Skyliners unter den Körben: Fast jeder Oldenburger Angriff lief über die großen Positionen. Die Donnervögel dominierten die Rebounds und hatten in Oliver Stevic einen Spieler, der mit 14 Punkten ein Garant für die verdiente Oldenburger Halbzeitführung war.

Die Temposteigerung der Skyliners und der Totaleinbruch der Oldenburger änderte die Frankfurter Nachteile unter den Körben. Unabhängig von der Energieleistung hat die Klubführung eben dort nachjustiert und in Chris Moss einen neuen Spieler verpflichtet. Der 2,04 Meter große US-Amerikaner gilt zwar eher als Power Forward, soll bei den Hessen als Center aber nach dem Abgang von Joe Dabbert die Lücke unter den Körben schließen. „Chris wird uns mit seiner Präsenz unter den Körben helfen“, sagt Trainer Gordon Herbert. Die Skyliners hatten in den vergangenen Tagen ihre Suche nach einem Hünen intensiviert. Moss, der in der vergangenen Saison beim spanischen Erstligisten CB Murcia gemeinsam mit dem Frankfurter Roger Powell spielte, galt als erste Option. „Er war unser Hauptkandidat“, sagte Sportdirektor Kamil Novak.

Moss verfolgte den Sieg seiner neuen Mannschaft am Sonntag aus der ersten Reihe. „Bis auf Roger kenne ich eigentlich noch niemanden“, sagte Moss. Der 30-Jährige betonte, auf den ersten Einsatz zu brennen. Das liegt auch an seiner knapp siebenmonatigen Spielpause: Im Sommer hatte Moss keinen neuen Verein gefunden. Der athletische Kahlkopf, der in Murcia nicht über eine Rolle als Spieler von der Bank herausgekommen war, hielt sich daher in den vergangenen Monate in den USA privat fit. Moss muss nun beweisen, ob er wirklich eine Verstärkung sein kann. Die Skyliners halten sich alle Optionen offen: Moss erhielt zunächst nur einen Vertrag bis Ende Februar, der per Option bis zum Saisonende verlängert werden kann.

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