Bester Werfer für die Skyliners: Justin Gray.
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Bester Werfer für die Skyliners: Justin Gray.

Skyliners Basketballer verlieren

Ein naiver Auftritt

Die Skyliners Frankfurt präsentieren sich bei der klaren Niederlage gegen Bonn von ihrer schlechtesten Seite: Die Mannschaft findet nie ihren Rhythmus - und lässt sich schnell verunsichern.

Von Timur Tinç

Die Ankündigung von Trainer Muli Katzurin klang wie eine Drohung. „Wir werden den Spielern das Video einige Male zeigen“, kündigte der Trainer der Frankfurt Skyliners an. Der Israeli wird mit seiner Mannschaft nach dem deutlichen 64:79 (34:41) gegen die Baskets Bonn einiges aufzuarbeiten haben.

„Wir haben von allem ein bisschen was probiert, aber es hat nichts geklappt“, sagte Johannes Herber und fügte hinzu: „Uns fehlt so ein bisschen die klare Linie, wir müssen uns auf eine Sache einigen.“ Nach vier Spieltagen zeigte die junge Mannschaft nach der Auftaktpleite gegen Oldenburg und den zwei Siegen gegen Tübingen und Würzburg, dass sie das System und die Spielphilosophie von Katzurin noch lange nicht verinnerlicht hat.

Keine Stabilität

„Wir deuten in einigen Phasen unser Potenzial an, sind aber insgesamt zu instabil“, konstatierte Marius Nolte. In der ersten Halbzeit hatten die Skyliners mit 34:41 zurückgelegen und die Partie noch halbwegs offen gestaltet, ohne einmal selbst in Führung gegangen zu sein. Mit dem Anpfiff des dritten Viertels zogen die Rheinländer mit 52:34 davon und führten zeitweise sogar mit 21 Punkten. Am Ende hatten die Gäste 25 Assists gesammelt. „Wir haben keine Antwort auf das intelligente Spiel der Bonner gefunden“, sagte Katzurin.

„Wir sind überhaupt nicht frisch aus der Kabine gekommen und nach dem Lauf der Bonner ging schnell das Selbstbewusstsein runter“, sagte Marius Nolte, der hinzufügte, dass Bonn die Frankfurter Schwächephasen eben richtig gut ausgenutzt habe. „Wir lassen uns zu schnell nervös machen“, sagte der Kapitän. „Wir wissen wie gut wir spielen können, aber haben es noch nicht am langen Stück gezeigt.“

Auch Jon Leuer bestätigte, dass sich die Frankfurter „eine eigene Identität“ schaffen müssten. Der 22-jährige US-Amerikaner war mit 16 Punkten zwar zweitbester Schütze der Skyliners, traf aber nur acht seiner 21 Versuche. Das gesamte Team traf nur 36 Prozent seiner Würfe aus dem Feld. Bonn dagegen war mit 49 Prozent seiner Versuche erfolgreich.

Reboundschwäche der Skyliners

„Ich habe meinen Rhythmus nicht gefunden und habe es dann zu erzwingen versucht“, sagte der Power Forward, der wie in den beiden Spielen zuvor als Center starten musste. Den nominellen Centern Marius Nolte und Tim Ohlbrecht traut Muli Katzurin diese Aufgabe anscheinend nicht zu. Keiner der beiden kam gegen Bonn über acht Minuten Spielzeit hinaus. Jermaero Davidson ist weiter verletzt und wird nach eigener Aussage „hoffentlich nächste Woche“ ins Individualtraining einsteigen. Bis er fit ist, wird es noch eine Weile dauern.

Solange müssen die Skyliners andere Mittel finden, um ihrer Reboundschwäche Herr zu werden. „Jeder muss sich fragen, was er falsch gemacht hat und wie er uns in der Defensive helfen kann“, sagte Justin Gray. Der Aufbauspieler war mit 21 Punkten bester Frankfurter Schütze, obwohl er nur fünf seiner 16 Versuche aus dem Feld, dafür aber alle neun Freiwürfe versenkte. „Wir dürfen nicht so naiv spielen“, kritisierte der US-Amerikaner. „Wir haben zu lange gestanden und sind den freien Bällen nicht hinterhergegangen“, sagte Gray. Über seine schwache Wurfleistung sei er nicht beunruhigt, das könne passieren. „Ich will, dass jeder so aggressiv spielt wie ich“, sagte Gray, der sieben Fouls gegen sich zog.

Vielleicht nehmen sich seine Mitspieler daran ein Beispiel, wenn sie von Muli Katzurin in der Videoanalyse haarklein ihre Fehler aufgezeigt bekommen.

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