Konstantin Klein steht wieder auf dem Parkett.
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Konstantin Klein steht wieder auf dem Parkett.

Konstantin Klein

Mister Selbstvertrauen

Konstantin Klein steht nach langer Verletzungspause erstmals wieder für die Skyliners Frankfurt in der Basketball-Bundesliga auf dem Parkett.

Von Timur Tinç

Konstantin Klein fand es schön zu sehen, dass „ich immer noch werfen kann“. Zwei Dreier verwandelte der 23 Jahre alte Aufbauspieler der Frankfurt Skyliners in elf Minuten Spielzeit am Mittwochabend beim 75:71-Sieg gegen Den Bosch in der Eurochallenge. Eine gelungene Rückkehr nach seiner Schambeinentzündung und der nötigen gewordenen Leistenoperation. Am 25. Januar (15 Uhr) wird der Point-Guard auch das erste Mal wieder in der BBL gegen Bamberg zum Einsatz kommen, sein letztes Spiel bestritt er am 1. November.

„Ich merke, dass noch einiges fehlt“, sagte Klein. Ganz normal nach einer so langen Auszeit, die bislang längste in seiner Karriere. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer sein wird wieder zurückzukommen“, gab Klein zu. „Es macht keinen Spaß von Null anzufangen.“ Aber der Aufbauspieler ist keiner, der sich von so etwas unterkriegen lässt. Mit Athletiktrainer Dennis Wellm und den Physiotherapeuten von Sporeg hat er hart an seinem Comeback gearbeitet. Zu Sporeg geht er immer noch, um die zuletzt belasteten Adduktoren massieren zu lassen. „Und für den Kopf, um mich wohlzufühlen.“

Vor seiner Verletzung war Konstantin Klein in guter Form. 9,1 Punkte und 3,1 Assists stehen bei sieben Einsätzen in seiner Bilanz. Jetzt muss er sich wieder Schritt für Schritt an das Team rankämpfen. Justin Cobbs hat sich als unumstrittener Spielmacher etabliert. „Er hat sehr gut gespielt“, sagte Klein neidlos. Für ihn gebe es aber keinen Unterschied, ob er auf der Eins oder der Zwei spielt. „Ich glaube, dass in Europa zwei Point-Guards gleichzeitig spielen können.“ Er könne auch Shooting-Guards verteidigen, da er die nötige Physis mitbringt. Bei 1,87 Meter Körpergröße wiegt Klein austrainierte 86 Kilogramm. Außerdem verfügt er über einen guten Dreipunktwurf (39 Prozent).

EM-Teilnahme ist das Ziel

An Selbstvertrauen hat es dem gebürtigen Berliner aus dem Stadtteil Kreuzberg noch nie gemangelt. In seiner ersten Saison überzeugte er den damaligen Trainer Muli Katzurin mit seiner unbekümmerten, kessen Art. Obwohl ihm nicht alles gelang, schätze der Israeli die Einstellung des damals 21-Jährigen und gewährte ihm viel Spielzeit. In der vergangenen Saison wurde Klein von einem Tag auf den anderen der Starting-Point-Guard, weil Gordon Herbert nicht mit Dawan Robinson zurechtkam. Der ist am Mittwoch übrigens aus Varese nach Bamberg gewechselt und wird am Sonntag gegen seinen alten Arbeitgeber auflaufen. „Ich habe mich mit ihm immer gut verstanden“, sagte Klein und freut sich auf das Wiedersehen.

Konstantin Klein sieht sich selbst nicht als das größte Talent. „Ich glaube an mich und bringe viel Willen und Einsatz mit“, erklärte der 23-Jährige seine Stärken. Er sieht sich selbst hinter Dennis Schröder, Per Günther und Heiko Schaffartzik als besten deutschen Point-Guard. Dass andere das nicht so sehen, stört ihn nicht. „Mich spornt das an“, sagte Klein. Deshalb hat er die EM im Sommer als Ziel auch nicht aus den Augen verloren. Kurzfristig geht es für Klein aber erst einmal darum, fit zu werden, sich wieder einen festen Platz in der Rotation zu erspielen und dann für die Playoffs „ready zu sein“, wie er sagte. Das sollte ihm gelingen.

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