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De Mello vor Vertragsauflösung

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Von: Jan Szyszka

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Hat in Frankfurt seinen Kredit verspielt:  Dominik Bahiense de Mello.
Hat in Frankfurt seinen Kredit verspielt: Dominik Bahiense de Mello. © FR/Schick

Er sollte der Nachfolger von Pascal Roller werden, doch Dominik Bahiense de Mello hat sich den Unmut der Skyliners-Offiziellen zugezogen. Zum Saisonende muss er wohl gehen. Von Jan Szyszka

Offiziell wollte er nichts sagen. Über Monate hielt sich Gunnar Wöbke bedeckt, wenn es um Dominik Bahiense de Mello ging. Zufrieden war Wöbke, Geschäftsführer des Basketball-Bundesligisten Skyliners Frankfurt, selten mit der sportlichen Entwicklung des vor fünf Jahren zu den Hessen gewechselten Talentes. In der Hoffnung, einen Nachfolger für die Identifikationsfigur Pascal Roller aufzubauen, genoss de Mello besonderen Rückhalt.

Damit ist es vorbei. Am Mittwoch offenbarte Wöbke in einem FNP-Interview, dass der Klub dem Shooting Guard im Sommer 2009 bereits die Vertragsauflösung nahegelegt hatte. Dem "unbedingten" Wunsch de Mellos zum Bleiben habe der Klub nur unter zwei Bedingungen zugestimmt. "Kein öffentliches Gejammer mehr über zu wenig Spielzeit und ehrliche, selbstkritische Stellungnahme, wenn er die Uni nicht schaffen sollte", erklärt Wöbke.

Der Zeitpunkt der erstmals öffentlich gemachten Ansage resultiert aus zunehmender Verschnupftheit. Ein Aspekt ist de Mellos Bild in der Öffentlichkeit. Die Interviews des 25-Jährigen seien "großes Kino", ätzt Wöbke. Hintergrund bildet ein Artikel im Basketball-Magazin Forward. Der Klub hat de Mello dafür zu einer Geldstrafe verdonnert - und offiziell abgemahnt.

Probleme beim BWL-Studium

Schon im Sommer musste de Mello zahlen, nachdem er in einem Interview die Zusammenarbeit mit Trainer Murat Didin in Frage gestellt hatte. Am Artikel der Februar-Ausgabe von Forward stört Wöbke die thematisierte Schwierigkeit des Profisportlers de Mello mit seinem BWL-Studium. Wöbke sieht das falsch dargestellt. Die "soziale Verantwortung gegenüber jungen Menschen, die bei uns Basketball spielen", die Wöbke bei der Vertragsunterzeichnung vor drei Jahren betonte, sei eingehalten worden. De Mello hat das - auch nach der Kritik von Didin wegen verpasster Trainingseinheiten - zurecht nicht immer so empfinden können.

Im vergangenem Sommer reagierte der ehrgeizige Distanzschütze: Weil seine Spielzeit weiter sank und er auch im Nationalteam aus dem Blickfeld verschwand, stellte er den Sport in den Vordergrund. De Mello verschob Klausuren und legte ein Urlaubssemester ein. Die Lösung der Situation war das nicht. Nun fühlte sich Wöbke brüskiert - denn von der Uni-Auszeit erfuhr er erst nach der Rücknahme der angebotenen Vertragsauflösung.

Ein vorzeitiges Ende des noch bis 2011 laufenden Vertrages scheint nun fast unausweichlich. Sagen möchte das aber keiner. Wöbke betont, erst "nach Saisonende" zu entscheiden, wie es weitergeht. De Mello formuliert ähnlich. "Für mich ist dieses Thema derzeit abgeschlossen. Wir sind mitten in der Saison und haben wichtige Spiele vor uns." Beispiels weise am Samstag (19:55 Uhr, live im DSF) in Bremerhaven: die fünftplazierten Skyliners treffen dann auf den Tabellennachbarn

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