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Nimmermüder Antreiber: Derrick Allen.

"Maradona" kennt keinen Schmerz

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Der beste Basketballer der Frankfurt Skyliners, Derrick Allen, trifft in Playoffs auf seinen ehemaligen Klub Bayer Leverkusen

Pausen gönnt sich Derrick Allen nur ungern. Selbst wenn es blutig wird, macht die wirkungsvollste Offensivkraft von Basketball-Bundesligist Frankfurt Skyliners weiter. Zuletzt am Wochenende: Der Ellenbogen eines Trierers hatte Allen erwischt, eine blutende Risswunde unter dem rechten Auge war die Folge. Trainer Murat Didin überließ es seinem "Maradona", so Allens Spitzname, ob er weitermacht. Was der US-Amerikaner auch tat - selbst wenn es bedeutete, dass er sich alle zwei Minuten das blutdurchtränkte Pflaster wechseln lassen musste. "Kein Problem", sagt der 27-Jährige dazu nur.

Die Episode ist beispielhaft für seine Professionalität. Mitspieler und Trainer geraten darüber ins Schwärmen. Obwohl in seiner ersten Saison in Frankfurt gilt er als Leader. Starallüren scheint der nimmermüde Allen, den Didin mitunter bremsen muss, nicht zu kennen. "Derrick ist ein Vorzeigeprofi. Er arbeitet unermüdlich an sich und reißt die anderen mit", lobt Didin. Monatelang war der Topscorer der Skyliners (19,73 Punkte) ligaweit der erfolgreichste Korbjäger. Im Verlaufe der Saison knöpfte ihm der Paderborner Tim Black diesen Status ab. Mit einem Durchhänger hat das wenig zu tun: Entscheidend ist die Leistungssteigerung seiner Mitspieler wie Ilian Evtimov, Pascal Roller oder dem Winterneueinkauf Ken Johnson.

Das bis Weihnachten allein auf Allen zugeschnittene Offensive-Spiel der Skyliners bekam mehr Vielfalt. Die Konsequenz: Die Zahl seiner Wurfversuche sank - und die nun nicht mehr so leicht auszurechnenden Skyliners legten eine Siegesserie hin. Dem zurückhaltenden Teamplayer Allen passt das - weil es auch für ihn leichter geworden ist. "Ich habe einfach ein bisschen mehr Platz."

Beeindruckend ist, wie der Power Forward, der in Frankfurt häufig auf der Centerposition spielt, diesen Raum nutzt. In Größe und Gewicht ist der 2,04 Meter große und 100 Kilogramm schwere Athlet vielen Gegnern im Positionskampf unterlegen, kompensiert das aber durch seine extreme Schnelligkeit. "Er ist kein Muskelmann, er kann nicht besonders hoch springen - aber diese Nachteile kommen durch seine Spielweise kaum zum Tragen", sagt Sportdirektor Kamil Novak. Gegen Viertelfinalgegner Leverkusen (erstes Spiel heute, 18.30 Uhr) setzt Trainer Didin auf Allens Punkte und Rebounds. Die gastgebenden Giants sind wegen der Ausfälle von Nate Fox und Eric Taylor unterm Korb personell unterbesetzt. Allen weiß das. "Der Kampf um die Rebounds kann entscheidend sein."

Die besondere Konstellation mit den Giants auf seinen Ex-Klub zu treffen, lässt ihn kalt. "Playoffs sind generell eine besondere Sache. Egal, gegen wen man spielt", wiegelt er ab. An Motivation fehlt es jedenfalls nicht. Seinen letzten Pokal hielt er vor vier Jahren hoch, als er mit Keflavikur das isländische Double gewann. Kommt in dieser Saison ein Trophäe dazu? "Wir haben gute Chancen - aber es wird ein langer Weg", sagt Allen.

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