Wird den Skyliners wochenlang fehlen: Quantez Robertson hat sich verletzt.
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Wird den Skyliners wochenlang fehlen: Quantez Robertson hat sich verletzt.

Skyliners-Multitalent Robertson

Der Mann mit den vielen Qualitäten

  • Jan Szyszka
    vonJan Szyszka
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Lockeres Auftreten ist das Markenzeichen von Quantez Robertson. Doch seine Spielweise auf dem Parkett entspricht dem Gegenteil. Der US-Amerikaner gilt bei den Skyliners-Basketballern als Allzweckwaffe.

Quantez Robertson pflegt seine Rituale. Musik spielt da eine große Rolle. Eine halbe Stunde vor Spielbeginn sieht man den athletischen Flügelspieler der Skyliners Frankfurt mitunter beim Einwerfen mit riesigen Kopfhörern über beiden Ohren. Manchmal, wenn der Basketballer besonders gut drauf ist, wiegt der US-Amerikaner gar den Oberkörper rhythmisch zur Hip-Hop-Musik hin und her. „Ich entspanne dabei“, sagt er und grinst.

Legeres Auftreten hat er zu seinem Markenzeichen gemacht. Seine Spielweise auf dem Parkett entspricht dem Gegenteil. Robertson verbindet bei den Skyliners wie kein anderer Spieler die Eigenschaften Dynamik, Athletik und Schnelligkeit. Ob in der Verteidigung, wo er regelmäßig Ballverluste forciert, oder im Schnellangriff, den er dank seiner Antrittsschnelligkeit oft selbst abschließt, ? Robertson ist in der Mannschaft von Trainer Gordon Herbert die Allzweckwaffe.

Unter den Körben trumpft der sprunggewaltige US-Amerikaner trotz einer Größe von nur 1,88 Meter auf. Mit fünf Rebounds im Schnitt erreicht er den drittbesten Wert aller Frankfurter. „Quantez kann von allem ein bisschen“, fasst Kamil Novak zusammen.

Der Energizer der Mannschaft


Am wichtigsten sind dem Sportdirektor dabei Faktoren, die in Statistiken kaum auffallen. Robertson brauche nicht mal den Ball, um effektiv zu spielen, sagt Novak und bescheinigt dem US-Amerikaner Arbeiter-Qualitäten. Die loben auch die Mitspieler. „Quantez ist unser Energizer“, sagt Dominik Bahiense de Mello zur Aggressivität und Einsatzfreude seines Positionskollegen.

Eben wegen seiner eher versteckten Qualitäten wäre den Skyliners Robertson beinahe durch die Lappen gegangen. Bei den Auburn Tigers in der Collegeliga NCAA hatte er sechs Punkte, 3,9 Rebounds und 3,2 Assists pro Partie erzielt – Durchschnittswerte. Nur die Empfehlung des ehemaligen Aufbauspielers Aubrey Reese ließ den Klub einige DVDs des in Europa unbekannten Spielers besorgen ? im September 2009 griff er zu.

Wenige Wochen später hatte Robertson die Sportliche Leitung, zu der damals noch Murat Didin gehörte, überzeugt. Er bekam als einziger Spieler einen Vertrag über die Saison hinaus. Novak spricht rückblickend von einer „guten Entscheidung“. Offen lässt er, wer für den auch im Preis-Leistungs-Verhältnis vielleicht besten Transfer der Skyliners in den vergangenen Jahren die Entscheidung traf.

Kaum zu stoppendes Tempo

Auf Nachfrage räumt er ein, dass Ex-Trainer Didin einen Anteil gehabt habe. Der Türke, der seit Sommer in Düsseldorf an der Seitenlinie steht und am Samstag (18.30 Uhr) gegen seine alte Mannschaft antritt, will über seine Beteiligung am Transfer nicht groß reden. Aber auch Didin wirkt stolz, wenn es um die Entwicklung Robertsons geht. Nach Aufbauspieler DaShaun Wood schätzt Didin den quirligen Flügelspieler als stärksten Spieler der Hessen ein. „Quantez spielt mit sehr hohem Tempo“, sagt Didin.

Wie man ihn stoppt? Didin lächelt verschmitzt. In die Karten gucken lassen will er sich nicht.

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