Basketball

In Leverkusen geht es heute um die Wurst

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Die Skyliners müssen im fünften Viertelfinalspiel siegen - obwohl sie psychisch und physisch ausgelaugt sind.

Als die Sirene endlich schrillte, blieben die Arme unten. Trotz des Heimsieges und dem damit verbundenen 2:2-Ausgleich in der Best-of-Five-Serie des Viertelfinales um die deutsche Basketballmeisterschaft hielten sich die Spieler der Frankfurt Skyliners mit Jubelarien zurück. Der Mannschaft von Trainer Murat Didin war anzumerken, dass sie die Belastung von vier Spielen in sieben Tagen geschlaucht hatte. Nicht nur körperlich, auch psychisch wirkten die Spieler ausgelaugt.

Aus gutem Grund: Alle bisherigen Playoff-Spiele gegen Leverkusen hatten einen ähnlichen Verlauf; starke Skyliners dominieren ihren Gegner und spielen sich eine zweistellige Führung heraus, ehe am Ende das Nervenflattern einsetzt und die Rheinländer für dramatische Schlussminuten sorgen. So auch am Donnerstagabend: 4920 Zuschauern in der Ballsporthalle mussten mit ansehen, wie die Skyliners zu Anfang des Schlussviertels innerhalb von 160 Sekunden eine 59:47-Führung verspielten. "Wir übertreiben es einfach immer", analysierte Didin hinterher, "statt ruhig weiter zu spielen, versuchen wir Leverkusen gleich drei- oder viermal hintereinander zu besiegen." Soll heißen: Die Skyliners suchen überhastet die Entscheidung - und bauen so die Giants wieder auf. Akteuren wie Dominik Bahiense de Mello oder Jimmy McKinney hatte Didin den einen oder anderen leichtfertigen Wurf im Vorfeld zugestanden - sie spielen zum ersten Mal in den Playoffs und lassen sich mitunter von der Hektik anstecken.

Unerwartet sind dagegen die Probleme, die die beiden US-Amerikaner Derrick Allen und Koko Archibong offenbaren. Während der einstige Topscorer Allen ausgerechnet zum Saisonhöhepunkt in einer Formkrise steckt (in den Playoffs erzielt er im Schnitt fünf Punkte weniger als in der Saison), wirkt Archibong übermotiviert. In den vergangenen zwei Spielen musste Didin seinen Defensivspezialisten frühzeitig wegen starker Foulbelastung auswechseln. "Koko muss unbedingt ruhiger spielen", fordert der Coach daher.

Ein Beispiel nehmen könnte sich Archibong bei Pascal Roller. Der 31-Jährige hat bislang in jedem Spiel der Serie überzeugt - vor allem durch seine Ruhe. "Pascal ist in der Form seines Lebens", lobt Didin. Entsprechend selbstbewusst gibt sich Roller vor dem entscheidenden fünften Spiel in Leverkusen (heute, 15 Uhr). "Wir haben in den vergangenen Spielen gesehen, dass wir uns eigentlich nur selbst schlagen können. Wenn wir unser Spiel spielen, gewinnen wir." Sollten die Skyliners das schaffen, folgt bereits am Dienstag folgt das erste Halbfinale. Gegner wären dann die Baskets Bonn.

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