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Leon Kratzer heizt glücklich dem Publikum ein. 

Frankfurt Skyliners

Ein kleiner Befreiungsschlag

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Die Frankfurter Korbjäger gewinnen in der Basketball-Bundesliga das Derby gegen Gießen und setzen sich etwas vom Tabellenende ab. Doch Probleme bleiben.

Es gibt Siege, die schmecken süßer als andere. Der 81:65-Derbysieg in der ausverkauften Ballsporthalle gegen die Gießen 46ers am Samstagabend war so einer, der den Frankfurt Skyliners ganz besonders gutgetan hat. Nicht nur, weil es ein Erfolg gegen den Rivalen aus Mittelhessen war, sondern auch, weil er nach drei Niederlagen in Folge Druck vom Kessel genommen hat und den Vorsprung auf den Tabellenletzten Weißenfels wieder auf komfortable sechs Punkte vergrößert hat. Die Erleichterung bei allen Beteiligten war greifbar. Cheftrainer Sebastian Gleim und der geschäftsführende Gesellschafter Gunnar Wöbke umarmten sich innig, die Spieler, angeführt von Vorsänger Leon Kratzer, zelebrierten zum ersten Mal überhaupt in dieser Saison die Humba. Es war ja auch erst der zweite Heimsieg in dieser Spielzeit.

„Wir sind vielleicht nicht die talentierteste, tiefste Mannschaft der Skyliners-Geschichte oder der BBL, aber wir haben gezeigt, dass wir wirklich gut spielen können“, sagte Gleim. Und zwar immer dann, wenn sie als Einheit aufgetreten sind. Zuletzt, so Gleim, habe sich das Team zu sehr von den Emotionen leiten lassen und dadurch den Fokus verloren.

In Ludwigsburg und Göttingen brachen die Frankfurter Korbjäger im dritten Viertel offensiv komplett ein. Aber auch schon vorher gab es viele Punkte im Spiel, die Gleim nicht gefallen haben. Das Rückwärtsbewegung nach eigenem Angriff, das Ausboxen der Gegenspieler (Hinausdrängen aus Korbnähe) und die häufig zugelassenen Offensivrebounds sowie die viele Meckereien untereinander.

Deshalb gab es viel zu bereden: „Wir haben Druck gemacht. Wir haben klargemacht, wer wir sind, wie wir spielen wollen und wie gut wir sein können, wenn wir durch positive Beispiele vorangehen“, sagte Gleim. Als kleine Extramotivation gab es von den Fans eine E-Mail an die Mannschaft, die jedem vor der Partie an den Spind gehängt wurde. Und siehe da: Die Skyliners waren vom Sprungball weg da.

Sie meldeten 46ers-Schlüsselspieler John Bryant (11,3 Punkte und 8,1 Rebounds im Schnitt) komplett ab. Der 2,11-Meter-Koloss kam auf lediglich vier Zähler und zwei Rebounds. Neben der diesmal konstant guten Ballbewegung (20 Assists) schafften es die Skyliners zum einen die zuletzt wenig ins Angriffsspiel involvierten Shaquille Hines (zehn Punkte) oder Matthew McQuaid (fünf) einzubinden. Zum anderen schafften sie es dank zwölf Steals nach langer Zeit mal wieder, regelmäßig ins Schnellangriffsspiel zu kommen und so leichte Punkte zu erzielen. Nur im Schlussviertel gab es eine Phase in der der Vorsprung von 14 auf vier Punkte (62:58) schmolz. Diesmal brachen die Skyliners aber nicht ein, sondern berappelten sich nach einem Dreier von Adam Waleskowski wieder. „Wir haben eine sehr gute Teamchemie, verstehen uns alles überragend. Wenn wir positiv bleiben, ist alles möglich“, sagte Kratzer, der wegen einer Grippe zuletzt geschwächt war. Auch Akeem Vargas und Hines haben nach ihren Verletzungen nur einmal mit dem Team trainieren können, weil die Skyliners in sechs Tagen drei Spiele absolvieren mussten. Jetzt müssen sie bis zum 18. Januar warten, ehe Oldenburg nach Frankfurt kommt.

„Es ist noch sehr viel zu tun“, sagte Gleim. „Wir brauchen ein bisschen mehr Bewegung, wir müssen besser finishen, besser gegen Druck spielen und immer noch besser ausboxen.“ Mit einem Sieg im Rücken lassen sich diese Einheiten ganz sicher entspannter angehen.

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