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Skyliner Koko Archibong hat scheinbar das Siegen verlernt.

Skyliners

"Klar liest sich die Bilanz nicht gut"

Der Sportdirektor der Frankfurt Skyliners, Kamil Novak, über 23 Niederlagen in Folge im Uleb-Cup.

Die Bilanz der Frankfurt Skyliners im Uleb-Cup ist verheerend. Alle zehn Spiele wurden verloren. Nur zwei von 54 teilnehmenden Mannschaften sind noch schlechter. Das klingt schon fast imageschädigend...

Davon kann keine Rede sein. Wir haben zwar alle Spiele verloren, aber alle Begegnungen waren knapp. Das ist natürlich nicht das, was wir uns erhofft haben, aber man darf bei der Niederlagenserie auch nicht vergessen, dass wir in einer sehr starken Gruppe gespielt haben und zwischenzeitlich auch vier Stammspieler verletzt waren.

Insgesamt steht die europäische Bilanz der Hessen bei derzeit 23 Niederlagen in Folge. Machen sich die Skyliners so nicht zur Lachnummer in Europa?

Klar liest sich die Bilanz nicht gut. Aus meiner Sicht hättem wir zwei Spiele, zuhause gegen Wloclawek und gegen Nancy, gewinnen müssen. Ich glaube, dass unsere Spieler von den Erfahrungen kurzfristig profitieren werden. Gegen unsere europäischen Top-Gegner haben sie gesehen, dass man es sich nicht leisten kann, ein paar Minuten unkonzentriert zu spielen - und diese Erfahrung sollen sie in den nächsten drei, vier Monaten in der Bundesliga umsetzen.

Hat sich die Uleb-Cup-Teilnahme also gar gelohnt?

Ja. Und das nicht nur, was die Erfahrung der Spieler betrifft, sondern auch für den Klub. Wenn man im Uleb-Cup spielt, kommt man einfacher an Spieler ran, die sonst vielleicht nicht nach Deutschland wechseln würden. Ein Beispiel ist unser neuer Center Ken Johnson: Er wäre nie in die Schweiz nach Fribourg gewechselt, wenn er dort nicht europäisch hätte spielen können. Außerdem wurden unsere Heimspiele im Fernsehen übertragen. Das freut uns natürlich.

Im Fernsehen wurde aber auch der peinliche Wechselfehler übertragen, durch den die Skyliners das Heimspiel gegen Anwil Wloclawek verloren. Ein Fehler der auch am Image von Trainer Murat Didin kratzt. Wie sicher ist seine Position?

Das ist momentan kein Thema.

Sein Vorgänger Charles Barton wurde zu einem Zeitpunkt entlassen, als die Skyliners eine bessere Bilanz aufwiesen. Warum sind Sie bei Didin geduldiger?

Zu dem Zeitpunkt, als wir uns von Barton getrennt haben, hatten wir nicht mehr das Gefühl, dass er die Mannschaft motiviert. Wir hatten da gerade drei oder vier Spiele in Folge haushoch verloren. Das war eine ganz andere Situation.

Erreicht Murat Didin die Mannschaft noch?

Ich halte diese Frage für unangebracht. Wenn wir gegen Paderborn gewonnen hätten, würden wir auf Platz sieben stehen - trotz unserer Verletztenmisere. Dass die Fans enttäuscht sind nach so einer herben Niederlage, kann ich verstehen, aber eine Trainerdiskussion ist derzeit kein Thema.

Die Skyliners durften nur wegen einer Wildcard am Uleb-Cup teilnehmen. Wenn es wieder eine geben würde, würden die Skyliners sie annehmen?

Das würden wir auf jeden Fall machen. Ob es Wildcards geben wird und ob wir sie wieder kriegen werden, wissen wir aber nicht. Die sportliche Qualifikation haben die Spieler selbst in der Hand, und darauf werden wir uns in den nächsten Wochen konzentrieren.

Müssen die Skyliners international spielen, um Stammkräfte wie Derrick Allen, Koko Archibong, Ilian Evtimov zu halten?

Zu Vertragsinhalten äußere ich mich nicht. Nur so viel: Alle drei genannten Spieler haben langfristige Verträge. Und davon abgesehen, haben die Spieler es selbst in der Hand, ob wir nächstes Jahr europäisch spielen.

Interview: Jan Szyszka

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