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Kapitän Roller vergibt den Sieg

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Von: Jan Szyszka

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Er hatte ihn in der Hand, den letzten entscheidenden Wurf. Einen Korbleger, mit dem Skyliners-Kapitän Pascal Roller das Spiel des hessischen Basketball-Bundesligisten gegen Titelverteidiger Bamberg in eigener Halle hätte gewinnen können.
Er hatte ihn in der Hand, den letzten entscheidenden Wurf. Einen Korbleger, mit dem Skyliners-Kapitän Pascal Roller das Spiel des hessischen Basketball-Bundesligisten gegen Titelverteidiger Bamberg in eigener Halle hätte gewinnen können. © Krieger

Basketball-Bundesligist Skyliners wird für eine starke Leistung gegen Bamberg nicht belohnt

Er hatte ihn in der Hand, den letzten entscheidenden Wurf. Einen Korbleger, mit dem Skyliners-Kapitän Pascal Roller das Spiel des hessischen Basketball-Bundesligisten gegen Titelverteidiger Bamberg in eigener Halle hätte gewinnen können. Wenige Sekunden vor der Schlusssirene hatte Roller die Verantwortung übernommen: Statt abzuspielen, zog er beim Stand von 54:55 selbst an der Grundlinie Richtung Korb, setzte zum Wurf an - und scheiterte. "Einen besseren Wurf kann ich in so einer engen Situation nicht kriegen. Ich hätte ihn reinmachen können", räumte Roller später tief enttäuscht ein.

Sein Trainer sah das ähnlich. Vorwürfe gegenüber Roller wollte Murat Didin aber nicht zulassen. "Es war die richtige Entscheidung. Er war der einzige freie Mann, alle anderen waren zugedeckt", stellte er klar. Überhaupt schien er die knappe 54:57 (34:21)-Niederlage gegen Bamberg, die achte in Folge gegen die Unterfranken, schnell verdaut zu haben. "Ich bin weder enttäuscht noch traurig. Dafür hat meine Mannschaft heute viel zu gut gespielt", sagte Didin.

Mehr als 4700 Zuschauer sahen in der ersten Halbzeit eine beeindruckende Vorstellung der Skyliners. Mit aggressiver Verteidigungsarbeit und dem Selbstvertrauen aus fünf Siegen in Serie hatten sie den verletzungsgebeutelten Titelverteidiger (Demond Greene, Ademola Okulaja und Chris Ensminger kamen nicht zum Einsatz, Mithat Demirel war durch eine Muskelzerrung eingeschränkt) zeitweise vorgeführt. Angeführt vom treffsicheren Ilian Evtimov (18 Punkte, 14 davon in der ersten Hälfte) drehten sie einen 4:10-Fehlstart (6. Minute) in eine 27:14-Führung um (15.).

Herausragend war dabei die Verteidigungsarbeit. Durch hohe Laufarbeit verhinderten die Skyliners ein normales Aufbauspiel. Den Bambergern lief in fast jedem Angriff die Zeit davon, und sie sahen sich zu Verzweiflungsdreiern genötigt. "Wir haben den Ball im zweiten Viertel viel zu lange gehalten", sagte Bambergs Trainer Dirk Bauermann. Zur Pause stellte er genau in dem Bereich um: Bamberg drückte aufs Tempo und zog die Verteidigung der Skyliners auseinander. Waren es zunächst zwei verwandelte Dreier von Robert Garrett, die Bamberg nach dem 34:21-Halbzeit-Rückstand auf 41:40 (29.) heranbrachten, nutzte am Anfang des Schlussviertels Center Darren Fenn die entstandenden Löcher unter den Körben.

Umgekehrt geriet der Offensivmotor der Skyliners ins Stocken: Evtimov wurde zugedeckt und übertrieb es wie die komplette Mannschaft mit Würfen aus der Distanz: Einer Dreiertrefferquote von 7/14 in der ersten Halbzeit folgte 1/13 in der zweiten Hälfte. "Wir haben in dieser Phase viel zu oft versucht, von außen zu treffen", sagte Roller. Mit dem Versuch, das durch seinen Zug zum Korb in letzter Sekunde noch zu ändern, scheiterte er.

Auch vor dem Spiel hatte Roller im Fokus gestanden: Er wird seine Karriere im Nationalteam im Sommer beenden. Der Hauptgrund liegt laut Roller trotz der Tatsache, dass er Vater wird, im sportlichen Bereich. Er will die Ligapausen zur Regeneration nutzen. "Ab einem gewissen Alter ist eine Pause im Sommer angemessen."

Die Statistik: Beste Werfer: Evtimov (18), Allen (12) für Frankfurt - Fenn (15), Garrett (10), Reiner (10) für Bamberg. - Zusch.: 4710.

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