+
Dreier ins Glück: Erik Murphy macht die entscheidenden Zähler.

Skyliners schlagen Bonn

Und jetzt mehr Konstanz

  • schließen

Skyliners schlagen Bonn 83:79 - Robertson bester Balldieb in der Bundesligageschichte.

Erik Murphy wiegelte ab. Nein, nein, sagte der Center der Frankfurt Skyliners, Freiwürfe sind natürlich leichter als Dreier. Trotzdem war es am Sonntagnachmittag ein Dreier, der die Partie zugunsten der Frankfurt Skyliners gegen die Baskets aus Bonn entschied, obwohl der Finne mit US-amerikanischen Wurzeln den schon von der Freiwurflinie hätte klarmachen können. 28 Sekunden vor Schluss vergab der 2,07-Meter-Mann zwei von drei zugesprochenen Freiwürfen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er in der Basketball-Bundesliga (BBL) nur einen von sieben Versuchen aus 4,22 Meter nicht verwandelt. 

Gut für ihn, dass sein Team irgendwie den Rebound ergattern konnte und der Ball anschließend im Aus landete - mit Ballbesitz für die Hessen. Kurz darauf wurde Murphy von Spielmacher Jason Clark freigespielt und der Center verwandelte seinen vierten von fünf Dreiern, 83:79, die Vorentscheidung. „Normalerweise treffe ich meine Freiwürfe auch besser“, so der 28-Jährige, der gestern nur vier von sieben Versuchen aus 4,25 Metern traf. „Wenn ich sie mache, ist es weniger stressig.“ Murphy war mit 22 Zählern natürlich Topscorer vor 4520 Zuschauern in der Ballsporthalle.

Unter dem Strich bleibt der zweite Sieg im fünften Spiel für die Skyliners, die sich in der Bundesliga bislang sehr schwergetan haben. Während sie in einigen Eurocup-Spielen – zumindest phasenweise in der Defensive und Offensive gut agiert hatten –, folgte danach meistens eine schwache Partie in der Bundesliga. Cheftrainer Gordon Herbert war vor allem mit der ersten Halbzeit (45:30) seiner Mannschaft zufrieden. „Die Verteidigung war gut, wir haben den Ball bewegt, Stopps erzwungen, wir haben das Spiel simpel gehalten.“ 

Allen voran Jason Clark beschränkte sich auf das, was er kann. Den Ballvortrag übernahm über weite Strecken der Partie Quantez Robertson, weil Bonn Yorman Polas Bartolo, „einer der besten Verteidiger der Liga“ (Herbert), auf Clark angesetzt hatte. Und auch, um den Druck von den Schultern des 28-Jährigen zu nehmen, der bislang als Spielgestalter nicht überzeugen konnte. Gestern brachte er seine Abschlussstärken ein und traf in der ersten Hälfte alle sieben Wurfversuche, am Ende kam Clark auf 18 Zähler. „Ich habe Vertrauen in mich“, sagte der US-Amerikaner über die ersten Wochen in Frankfurt. „Jetzt muss ich das auf eine konstante Basis bringen.“

50 Prozent Dreierquote

Das gilt für das gesamte Team. So zufrieden Herbert mit der ersten Hälfte war, so unzufrieden war er mit dem Auftritt in der zweiten. „Wir haben wieder einen Weg gefunden“, sagte er zwar, aber ihm missfielen die vielen Ballverluste. Von den insgesamt 16 waren es alleine im zweiten Spielabschnitt zwölf. Daraus schlug Bonn Kapital und traf dazu in Person von Josh Mayo und Rashad James enorm schwierige Dreier, die das Selbstvertrauen in ihrem Team weckten.
Wie schon am Mittwoch bei der Eurocup-Niederlage in Kasan waren es die Dreier, die die Skyliners im Spiel hielten und diesmal zugunsten der Hessen entschieden. 15 von 30 Distanzwürfen fanden ihr Ziel. Eine starke Quote. Neben Murphy glänze Brady Heslip (14) mit vier Dreiern, Akeem Vargas (11) steuerte drei bei.

Einen neuen Ligarekord stellte derweil Quantez Robertson auf. Am Sonntag sammelte er seinen 507. Steal und überholte damit Tyron McCoy als besten Balldieb. „Ich habe es heute sehr gepusht und dadurch ein paar Mal meinen Gegenspieler fast verloren“, verriet der 33-Jährige. Dass ihm der Ball letztlich von einem Gegenspieler in die Hände gespielt wurde, machte dem Energiebündel nichts aus. „Die Hauptsache ist, dass da ein Steal steht“, sagte Robertson, der seit 2009 für die Skyliners spielt.

„Rekorde sind da, um gebrochen zu werden“, sagte McCoy, der mittlerweile Assistenztrainer in Ulm ist vor einigen Wochen beim Pokal-Gastspiel der Ulmer. Robertson sei ein fantastischer Spieler, dem er gerne zuschaue. Und der hat noch lange nicht genug. „Ich hoffe, dass ich noch ein paar Steals mehr sammeln kann, um den Rekord weiter nach oben zu pushen“, sagte der US-Amerikaner. So dass er in zehn, 20 Jahren noch Gültigkeit hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion