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Immer diese Kleinigkeiten

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Von: Timur Tinç

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Er hätte die Partie zugunsten der Frankfurter Korbjäger entscheiden können: Shawn Huff.
Er hätte die Partie zugunsten der Frankfurter Korbjäger entscheiden können: Shawn Huff. © pressehaus/kessler

Die Skyliners verspielen bei der 73:74-Niederlage gegen Bonn leichtfertig eine Führung - Saisonaus für Kwame Vaughn.

Shawn Huff zog sich das Trikot zum Mund, biss mit den Zähnen hinein und verzog das Gesicht. Dann hob der Flügelspieler der Frankfurt Skyliners die Hände nach oben, Motto: Was soll ich machen? Wenige Augenblicke zuvor hatte der 32-Jährige die Riesenchance gehabt, die Hessen mit einem Dreier in allerletzter Sekunde zum Sieg gegen Bonn zu führen. Doch am Sonntagnachmittag fehlte dem sonst aus der Distanz so treffsicheren Kapitän der finnischen Nationalmannschaft die Genauigkeit. Der Ball landete nur am Korbring, dann ertönte auch schon die Schlusssirene und das 73:74 (36:28) war besiegelt.

„Wir haben am Ende zu viele Fehler gemacht“, krittelte Huff, der nur einen seiner acht Dreierversuche verwandeln konnte und auf elf Zähler kam. Dem Team habe es an mentaler Zähigkeit gemangelt. „Wenn man in Führung ist, muss man den Vorsprung auch halten können.“ Der Basketball-Bundesligist lag vor 4880 Zuschauern in der Frankfurter Ballsporthalle zeitweise mit 13 Zählern vorne (46:33), ließ dann aber in der Verteidigung nach. Ausgerechnet der beste Defensivspieler, Kapitän Quantez Robertson, musste die letzten acht Minuten von der Bank aus verfolgen. Innerhalb von wenigen Sekunden bekam er drei Fouls gegen sich gepfiffen, das letzte war ein technisches Foul. Eine überzogene Entscheidung.

Cheftrainer Gordon Herbert stört sich einmal mehr daran, dass sein Team an den kleinen Dingen gescheitert war. „Wir haben nicht gut ausgeboxt, Freiwürfe liegen lassen, Spieler von hinten festgehalten und so fahrlässig Fouls kassiert“, zählte der Kanadier auf. Und einmal sei Center Julian Gamble über das halbe Feld gerannt und konnte den Ball unbedrängt in den Frankfurter Korb legen. „So können wir keine Spiele gewinnen“, konstatierte Herbert.

Der Coach hat sich offensichtlich damit abgefunden, dass es für die Skyliners in diesem Jahr keine Playoffs geben wird. „Ich habe darüber schon eine Woche lang nicht mehr gesprochen“, sagte er. Rein rechnerisch könnten die Hessen noch auf den achten Tabellenplatz springen, aber dafür müssten sie ihre verbleibenden fünf Partien gewinnen und die Konkurrenz aus Ludwigsburg und Oldenburg bei ihrerseits sechs ausstehenden Spielen alle verlieren. Ziemlich unwahrscheinlich.

Mehr Einsatzzeit für Deutsche

Für die Skyliners geht es nur noch darum, sich ordentlich aus der so unbefriedigenden Saison zu verabschieden. Nicht mehr mithelfen kann dabei Kwame Vaughn. Der Point-Guard hat sich in der Partie gegen Bremerhaven vor zehn Tagen einen Bänderriss zugezogen und wird fünf bis sechs Wochen ausfallen. Ein verschmerzbarer Verlust, der US-Amerikaner hat zu keinem Zeitpunkt das Team besser gemacht.

„Vielleicht gebe ich in den nächsten Spielen den deutschen Spielern mehr Einsatzzeit“, sagte Herbert. Eine gute Gelegenheit für Stefan Ilzhöfer, Max Merz, Niklas Kiel und Isaac Bonga sich unter Drucksituationen zu beweisen. Letzterer konnte gegen Bonn wegen eines Schlags auf den Rücken aus einer NBBL-Partie am Sonntagmittag nicht mitwirken. Dort, in der Junioren-Bundesliga, kam er trotzdem auf 30 Zähler und zwölf Rebounds beim 70:60-Erfolg gegen Nürnberg. Immerhin ein Erfolgserlebnis aus Frankfurter Sicht.

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