Interview

"Ich will ganz schnell viel erreichen"

Basketball-Nationalspieler Konrad Wysocki über seine Ziele und Erwartungen bei den Frankfurt Skyliners.

Herr Wysocki, Sie hatten Angebote aus mehreren europäischen Topligen vorliegen. Warum haben Sie sich für die Frankfurt Skyliners entschieden?

Ich war mir einfach nicht sicher, ob ich fürs Ausland schon reif bin. Ich habe in Ulm eine gute Saison gespielt, nur eine gute Saison, und will mich jetzt in meinem Spiel noch festigen und weiter Selbstbewusstsein tanken im gewohnten Umfeld BBL.

Ihr Vater Christoph trainiert die Oberliga-Mannschaft des MTV Gießen, Sie gelten als Familienmensch. Spielte die Nähe eine Rolle bei der Entscheidung für Frankfurt?

Nein, das war eher Zufall. Der ausschlaggebende Punkt war, dass ich zu einer guten, ambitionierten Mannschaft wechseln wollte, in der ich nicht der dritte oder vierte Flügelspieler bin, sondern auch auf meine Minuten komme.

Was sind Ihre persönlichen Ziele mit den Skyliners?

Ich würde schon gerne Playoffs spielen. Bislang war mir das noch nicht vergönnt - das ist das Ziel. Was dann am Ende rausspringt und ob es zur Meisterschaft reicht, werden wir sehen. Ich setze mir meine Ziele so hoch wie möglich und will in kürzester Zeit so viel wie möglich erreichen - einfach, weil ich schon 26 Jahre alt bin und im Basketball als extremer Späteinsteiger gelte.

Ihr Vertrag gilt nur für ein Jahr mit Option. Ist das Ausland mittelfristig immer noch das Ziel?

Wir werden uns in einem Jahr zusammensetzen und schauen, was der nächste Schritt ist. Es wird natürlich davon abhängen, wie es in Frankfurt für mich und den Klub läuft. Wenn es sich gut entwickelt, wir eine tolle Chemie in der Mannschaft haben, spricht nichts dagegen, dass ich das zweite Jahr dranhänge oder vielleicht auch darüber hinaus noch länger bleibe.

Was erhoffen Sie sich von der Zusammenarbeit mit Murat Didin?

Wir haben schon mehrfach miteinander gesprochen. Ich denke, es wird kein Problem sein, auf die gleiche Wellenlänge zu kommen. Schließlich haben wir alle dasselbe Ziel und arbeiten für den Erfolg.

Müssen Sie nicht gewarnt sein angesichts der negativen Entwicklung von Maksym Shtein? Ihr ehemaliger Ulmer Teamkollege wechselte vor einem Jahr nach Frankfurt und konnte sich unter Didin bislang nicht durchsetzen.

Ich mache mir da keine großen Gedanken. Grundsätzlich ist es ja immer dasselbe Verhältnis: da der Spieler, dort der Coach. Irgendwie klappt das immer. Ich hab' bislang keine schlechten Erfahrungen gemacht und gehe davon aus, dass sich das auch in Frankfurt unter Didin nicht ändern wird.

Sie stehen im Aufgebot für die Nationalmannschaft. Wie läuft es bislang?

Extrem gut. Die Mannschaft ist dabei, sich zu finden. Wir haben jetzt zwei richtig harte Trainingstage hinter uns und beginnen jetzt mit den Trainingsspielen. Ob ich nach dem ersten Cut dazugehöre, ist nicht meine Entscheidung. Ich gebe bis dahin mein Bestes und freue mich einfach über die Erfahrung, die ich jetzt schon mache.

Interview: Jan Szyszka

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