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Brady Heslip (rechts) zieht an Tyshawn Taylor (Turin) vorbei.

Frankfurt Skyliners

Hochgelobter Distanzschütze

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Brady Heslip kam mit vielen Vorschusslorbeeren zu den Frankfurt Skyliners. In der ersten Basketball-Pokalrunde am Samstag gegen Ulm brauchen die Hessen.

Sogar besser als Stephen Curry? Zach Lowe war völlig verdattert, als er mit Jerry Stackhouse in seinem Podcast bei ESPN über Brady Heslip sprach. Stackhouse, Trainer der Toronto 905, dem Farmteam des NBA-Klubs Toronto Raptors war gerade über seinen Shooting Guard ins Schwärmen geraten. „Ich denke er ist einer der besten, wenn nicht der beste Shooter der Welt“, sagte der zweimalige NBA-Allstar. Auf Lowes Frage, ob er glaube, dass er sogar den Spielmacher der Golden State Warriors übertrumpfen würde, antwortete Stackhouse voller Überzeugung: „Ich würde ihn jederzeit gegen Stephen Curry antreten lassen. Solch ein guter Shooter ist er“.

Nun gilt Stephen Curry mittlerweile als einer der besten, wenn nicht der beste Werfer in der NBA-Geschichte. Er hält den Rekord für die meisten Dreier in einer Saison und wird mit den Warriors in zwei Wochen in die Spielzeit 2018/19 starten, um den Titel zu verteidigen. Curry trifft aus unmöglichen Distanzen und der Ball verlässt unglaublich schnell seine Hand. Letzteres ist vielleicht auch die einzige Parallele zwischen dem NBA-Star und dem kanadischen Nationalspieler.

Brady Heslip hat in diesem Sommer bei den Frankfurt Skyliners unterschrieben und einen Meistertitel und einen Pokalsieg in Bosnien sowie die Meisterschaft in der D-League mit Toronto (2017) vorzuweisen. Dabei erzielte er 13 Dreier in einer Partie und stellte damit einen neuen Rekord auf. Wahrscheinlich hat Jerry Stackhouse unter diesem Eindruck den 1,88 Meter großen Kanadier so hochgelobt.

Dass er ein guter Werfer ist, steht außer Frage. In der Saisonvorbereitung beeindruckte Heslip mit einer sagenhaften Trefferquote von über 85 Prozent bei 100 Wurfversuchen aus den unterschiedlichsten Positionen. Am Mittwoch beim 88:85-Erfolg nach Verlängerung gegen Turin im Eurocup kam er auf 15 Zähler und traf zwei seiner fünf Dreier. Von der Freiwurflinie behielt er in der Schlussphase die Nerven und versenkte fünf Sekunden vor Schluss beide Bonuswürfe zur vorentscheidenden 87:82-Führung.

„Es war ein gutes Spiel für mich, um wieder auf die Beine zu kommen“, sagte der kanadische Nationalspieler. Wenige Tage zuvor hatte er in Ludwigsburg kein Land gesehen, wurde beim 76:83 im ersten Ligaspiel von der Verteidigung kaltgestellt. „Ich war wirklich enttäuscht. Es ist lange her, dass ich manngedeckt wurde“, erinnerte sich Heslip am Mittwoch stöhnend an die Partie, in der ihm kein einziger Punkt in 31 Minuten gelang. Er kam nur auf vier Wurfversuche.

Gegen Turin sah das schon anders aus. „Er war gut, war solide in der Defensive“, befand Cheftrainer Gordon Herbert. Wenn sein Team den Ball gut bewege, könne Heslip besser eingesetzt werden. „Selbst wenn er nicht wirft, eröffnet er uns gute Räume, weil die Gegner ihn verteidigen müssen“, so Herbert. In der Tat flitzte Heslip immer wieder von der einen auf die andere Seite, um sich anzubieten und riss so Löcher für seine Mitspieler. „Wir müssen ihn noch besser im Umschaltspiel finden“, forderte Herbert. Vielleicht klappt das ja schon am Samstag (18 Uhr) in der Ballsporthalle, wenn die Skyliners im neuen Pokalmodus im Achtelfinale auf Ulm treffen. Der Sieger steht im Viertelfinale.

Dass sich Heslip jemals mit Stephen Curry in einem Spiel oder Contest messen darf, ist eher unwahrscheinlich.

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