Grenzüberschreitende Duelle

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Skyliners-Basketballer gleichen im zweiten Viertelfinalspiel aus / Trainer Didin wird der Halle verwiesen

Playoff-Zeit - Sportler wie Trainer beschwören stets den Charakter der finalen Ausscheidungsduelle. Welche Dramatik und welche kuriosen Geschichten Playoff-Spiele in der Basketball-Bundesliga bieten können, erlebten rund 4000 Zuschauer am Samstag in der Frankfurter Ballsporthalle.

Das sportlich niedrige Niveau des 74:66 (35:34)-Sieges der Skyliners gegen Leverkusen, gleichbedeutend mit dem Ausgleich zum 1:1 in der Best-of-Five-Serie, geriet gegen Ende der Begegnung in den Hintergrund. Grund dafür waren die Schiedsrichter und ihre mitunter seltsamen Entscheidungen. Negativer Höhepunkt: der Rausschmiss von Murat Didin. Zwischen der 31. und 34. Minute hatten die Unparteiischen den Skyliners-Trainer wegen minimalen Übertretens der das Spielfeld begrenzenden Linie mit einem technischen Foul bestraft, gleichbedeutend mit dem Verweis aus der Halle. "Regeltechnisch gesehen ist das in Ordnung, aber vollkommen übertrieben. Wenn so was jedes Mal gepfiffen wird, fliegt jedes Spiel mindestens ein Trainer", wetterte Sportdirektor Kamil Novak wohl auch angesichts der Tatsache, dass Didin während der Saison schon mehrfach viel weiter im Feld gestanden hatte. Der Türke mimte deshalb erst einmal den Unschuldigen, bevor er mit wütendem Gesichtsausdruck aus den Katakomben heraus durch ein Bullauge das Spiel beobachtete, bei dem fortan Co-Trainerin Daphne Bouzikou seinen Part übernahm (siehe nebenstehenden Artikel).

Auch Giants-Trainer Achim Kuczmann hatte mit den Schiedsrichtern Probleme. 1,8 Sekunden vor dem Ende des dritten Viertels stand er vor dem Rauswurf. Nach einer umstrittenen Entscheidung hatte er ein technisches Foul kassiert - was ihn dazu bewog, sein Jackett auf den Boden zu schmeißen und lautstark am Zeitnehmertisch zu protestieren. "Auch wenn man lange Jahre als Coach arbeitet, lernt man immer noch was dazu", sagte Kuczmann später nur.

Johnson früh eingesetzt

Einig waren sich beide Trainer in der Bewertung des Spiels, das vom Kampf dominiert war. Nach der Auftaktniederlage war den Skyliners der Druck anzumerken. Vor allem Derrick Allen übertrieb es in der ausgeglichenen ersten Halbzeit mehrfach. Wie schon im ersten Spiel der Serie nahm er zu viele Würfe von außen und blieb dabei ohne Erfolg (0/7 zur Halbzeit). "Er hätte irgendwann mal kürzertreten müssen", analysierte Didin, der zudem darauf drängt, dass Allen sich stärker unter den Körben orientiert. Trotz der frühen Einwechslung von Ken Johnson, den Didin zwischenzeitlich zusammen mit Allen spielen ließ, mangelte es dort. Die längeren Skyliners griffen deutlich weniger Rebounds als die Giants (13:22/Halbzeit). Dass sie trotzdem ihren Vorsprung in der zweiten Hälfte stetig ausbauten, lag an der "besseren Verteidigung" (Didin). Speziell die Leverkusener Dreierschützen um den im ersten Spiel überragenden Zack Whiting (19 Punkte am Donnerstag/0 am Samstag) hatten die Skyliners um Jimmy McKinney gut im Griff.

Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Heute Abend (20.15 Uhr) treten die Skyliners in Leverkusen zum dritten Spiel an. "Der Schlüssel zum Sieg der ganzen Serie wird die Verteidigung sein", sagt Kapitän Pascal Roller.

Statistik: Beste Werfer: McKinney (20), Archibong (14), Roller (14) für Frankfurt - Bailey (27), Winter (18) für Leverkusen. - Z.: 4080.

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