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Quantez Robertson ist auch in der kommenden Saison Teamkapitän der Frankfurt Skyliners.

Frankfurt Skyliners

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Der Basketball-Bundesligist will mit einer starken Defensive in die Playoffs.  Spielmacher Hickey fällt auf unbestimmte Zeit aus.

Sebastian Gleim verglich es mit einem Blitzeinschlag. Alle Spieler der Frankfurt Skyliners waren bis zum vergangenen Samstag fit. Es gab kleinere Verletzungen oder Krankheiten, aber zum Testspiel gegen Hamburg waren alle zwölf Spieler im Kader da. Bis Anthony Hickey in der Generalprobe gegen den Aufsteiger in die Basketball-Bundesliga beim Rebound blöd landete. „Seine Ferse ist dick und er muss bis Dienstag einen Plastikgips tragen“, sagte Cheftrainer Gleim gestern. Er fällt mit einem Muskelanriss im Fuß auf unbestimmte Zeit aus und wird definitiv am Sonntag (15 Uhr) im Pokal-Achtelfinale gegen Göttingen in der Ballsporthalle fehlen. Er war auch als Einziger nicht zur Saisoneröffnungs-Pressekonferenz in der Unternehmenszentrale von Hauptsponsor Fraport gekommen. „Jetzt müssen wir schauen, wie wir damit umgehen“, sagt Gleim vor seinem Pflichtspieldebüt als Cheftrainer eines Bundesligateams.

Nach dem enttäuschenden elften Platz in der vergangenen Saison mit dem Höchstwert an kassierten Punkten im 20-jährigen Klubbestehen, liegt der Fokus dieses Jahr darauf, wieder taffen, aggressiven Defensivbasketball zu spielen. „Wir haben wieder mehr Culture und Work-Ethic reingebracht“, formulierte es der geschäftsführende Gesellschafter, Gunnar Wöbke. Heißt übersetzt: mehr Mentalität und Arbeitseinstellung. Der Spieleretat ist dabei im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben, der Gesamtetat hingegen leicht zurückgegangen. Das liegt auch daran, dass die Hessen diese Saison nicht an einem europäischen Wettbewerb teilnehmen werden. Zwar bestand die Möglichkeit, eine Wildcard für den Eurocup, den zweithöchsten Wettbewerb zu bekommen, aber da andere Teams vor den Skyliners standen, wollten sie das nicht. An einem der Wettbewerbe der Europa-Abteilung von Weltverband Fiba wollen sie nicht mehr teilnehmen, „weil wir uns politisch positioniert haben und perspektivisch in die Euroleague wollen“, so Wöbke.

Die Skyliners setzen sich hohe Ziele

Die Skyliners befinden sich wieder am Anfang eines neuen Dreijahresplans, an dessen Ende der Gewinn der Deutschen Meisterschaft stehen soll, und irgendwann, in ferner Zukunft, will Wöbke auch die Euroleague gewinnen, den höchsten europäischen Wettbewerb. Hehre Ziele. Aktuell fährt der Klub jedoch eine Art Überlebensstrategie, weil immer noch nicht klar ist, ob und wann eine neue Multifunktionsarena gebaut wird.Einen Rückschlag mussten die Skyliners direkt im Sommer verkraften. Niklas Kiel fällt nach drei Gehirnerschütterungen auf unbestimmte Zeit aus. Wann er zurückkommt und ob überhaupt, ist völlig offen und hat die Planungen etwas verhagelt. Ziel, so Wöbke, sei es jedenfalls, wieder die Playoffs zu erreichen. Oberste Priorität habe aber die Entwicklung der jungen Spieler im Kader. Allen voran Leon Kratzer, Richard Freudenberg oder auch Neuzugang Brun Vrcic aus München sowie Rookie Matthew McQuaid.

Nach dem „relativ starken Umbruch“ (Wöbke) ist das die Aufgabe von Sebastian Gleim, der vor fünf Jahren nach Frankfurt gekommen ist und vieles im Nachwuchsbereich angeschoben hat und zuletzt die zweite Mannschaft in der drittklassigen Pro B trainiert hat. „Wir haben eine sehr gute Teamchemie entwickelt und eine gute Arbeitseinstellung“, sagte Gleim. Die Vorbereitungsspiele waren eine kleine Achterbahnfahrt mit Ausreißern nach oben und unten. Gleim muss fünf neue Spieler integrieren, was sicher noch etwas Zeit brauchen wird: Hickey, McQuaid, LaMont Jones, Shaquille Hines und Adam Waleskowski, der auch einen deutschen Pass besitzt.

Die Skyliners haben eine Mannschaft zusammengestellt, die sich über den Team-Basketball definieren muss, weil sie nur wenige Spieler haben, die eine Partie wirklich an sich reißen können. Gleim muss es schaffen, ein Team zu formen, dass füreinander arbeitet und in dem die Rollenspieler ins Offensivspiel involviert werden, damit die Last nicht nur auf den Guards Hickey und Jones liegt. Denn sonst werden die Skyliners leicht und schnell ausrechenbar sein. Gegen Göttingen wird vor allem spannend sein, wie man spielerisch auf den Ausfall von Hickey reagiert. „Das werden wir uns jetzt die nächsten Tage überlegen“, sagte Gleim.

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