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„Ich will voll angreifen“

Skyliners-Profi Freudenberg nimmt sich viel vor

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Basketballprofi Richard Freudenberg hat sich in seinem dritten Jahr bei den Frankfurt Skyliners viel vorgenommen.

Richard Freudenberg gönnt sich gerade eine Auszeit. Mit seiner Freundin ist der Flügelspieler der Frankfurt Skyliners nach Lanzarote geflogen, um nach monatelanger Schinderei in der Trainingshalle und im Rehazentrum ein wenig zu entspannen. Drei lange Monate hatte ihm eine entzündete Patellasehne zu schaffen gemacht. „Das war richtig eklig“, sagt der 20-Jährige. Mit Stoßwellen-, Strom-, und Strahlentherapie wurde das malade Knie behandelt. Es war nicht leicht, geduldig zu sein, während seine Teamkollegen die letzten elf Spiele der Basketball-Bundesliga ohne ihn spielten. Seit knapp einem Monat ist er schmerzfrei.

Mit der abgelaufenen Spielzeit war der 2,04-Meter-Mann trotzdem recht zufrieden. „Die ersten Spiele habe ich zwar kaum gespielt, aber danach habe ich meine Chance genutzt und mich reingekämpft“, sagt Freudenberg über sein zweites Profijahr. Von 22 Spielen stand er zwölf Mal in der ersten Fünf. In durchschnittlich 16 Minuten kam er auf 5,8 Punkte bei einer Dreierquote von 38,5 Prozent sowie 1,9 Rebounds.

Der gebürtige Heidelberger. der in München aufgewachsen ist, war vor zwei Jahren nach einem verlorenen Jahr an der St. John’s University in New York nach Frankfurt gekommen. „Das erste Jahr habe ich gebraucht, um das College zu verdauen“, sagt Freudenberg. „Letztes Jahr habe ich eine gute Grundlage gelegt. Jetzt will ich voll angreifen.“ Der Blondschopf weiß genau, was er will und formuliert das auch selbstbewusst. Das große Ziel ist natürlich die NBA. Sollte das nicht klappen, „sehe ich mich schon irgendwann als Euroleague-Spieler.“ Dafür müsse er noch ein, zwei Schritte gehen.

Den höchsten europäischen Wettbewerb wollen auch die Skyliners irgendwann wieder erreichen, dafür bräuchten sie aber eine neue Halle. Gunnar Wöbke, der geschäftsführende Gesellschafter, will in der Saison 2021/2022 wieder um den Meistertitel spielen. Die deutschen Säulen dieses Teams sollen Niklas Kiel und Richard Freudenberg sein, die kürzlich ihre Verträge bis 2021 mit der Option auf ein weiteres Jahr verlängert haben.

„Ich hab mir hier eine Position erkämpft, die in anderen Teams nicht selbstverständlich wäre“, erklärt Freudenberg, der an der Fern-Universität Hagen Wirtschaftswissenschaften studiert. Konstanz wird das Zauberwort für Freudenberg in der Saison 2019/2020 sein. Seine Ausgangsposition erinnert an die von Danilo Barthel, der in seiner dritten Saison in Frankfurt seine Statistiken in allen Kategorien verdoppeln konnte. Dafür wurde er 2014 zum Most Improved Player gewählt, jenem Spieler, der sich am stärksten verbessert hat. Dieser Preis wird von der Basketball-Bundesliga (BBL) zwar nicht mehr ausgelobt, aber eine Entwicklung wie Barthel, mittlerweile Kapitän beim Meister FC Bayern, traut sich Freudenberg zu. Körperlich hat sich schon einiges getan. „Die letzten drei Monate habe ich nur den Oberkörper trainiert“, sagt er und schiebt lachend nach: „Ich hoffe, man sieht’s.“ Gleichzeitig will er nichts von seiner Athletik verlieren.

Das ist wichtig, da er alle Flügelspieler verteidigen soll, auch die kleineren, schnelleren. Zuvor wollte er unbedingt immer nur auf der Position Drei, des kleinen Flügelspielers, spielen. „In der Jugend hieß es immer: Ein großer Dreier ist immer besonders, wenn er alles kann“, erklärt Freudenberg. Der habe er sein wollen. „Seitdem ich mir keine Gedanken mehr mache, läuft es besser.“ Vergangene Saison zeigte er auch gute Ansätze beim Offensivrebound, defensiv muss er noch solider werden. „Da habe ich immer mal wieder ein paar liegengelassen.“

Das soll ihm kommende Saison genauso wenig passieren wie eine weitere Verletzung. Eine erzwungene Auszeit kann Richard Freudenberg nicht mehr gebrauchen. Die freiwillige auf Lanzarote genießt er hingegen.

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