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Basketball-Bundesliga

Frankfurt Skyliners: Mehr Chancen als Risiken bei Fortsetzung der Saison

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Skyliners-Geschäftsführer Gunnar Wöbke plädiert für eine Weiterführung der Basketballsaison in Deutschland – andere Klubs haben Zweifel. Die BBL will am heutigen Montag eine Entscheidung treffen, wie es weitergeht.

  • Skyliners wollen Saison weiterführen
  • BBL hat sich Eeiterführung der Spielzeit offengehalten
  • Entscheidung am Montag?

Frankfurt - Abbrechen oder weitermachen? Und wenn weitermachen, in welchem Format? Um diese Frage wird sich am heutigen Montag alles bei der Videokonferenz der 17 Geschäftsführer der Basketball-Bundesligaklubs und der Ligaspitze drehen. Neben dem Fußball ist die BBL die einzige Profiliga in Deutschland, die sich die Option auf eine Fortführung der Saison offengehalten hat. Die Meinungen innerhalb der Liga gehen auseinander. Klubs wie Bayreuth, Bamberg oder Gießen sind für ein vorzeitiges Ende. Unter anderem, weil bereits jetzt die meisten Klubs ihre ausländischen Spieler zurück in Heimat geschickt haben und sie keinen Sinn darin sehen, vor leeren Rängen zu spielen, weil ihnen dadurch Einnahmen fehlen.

Gunnar Wöbke, der geschäftsführende Gesellschafter der Frankfurt Skyliners, hat sich hingegen im vereinseigenen Podcast klar für eine Fortführung der Saison ausgesprochen. „Es ist eine Riesenchance für uns, wenn wir in der Bundesliga nochmal antreten“, sagt Wöbke mit Blick auf die Sonderrolle, die die BBL dann einnehmen würde. „Die Sport-Nation wird auf uns schauen und sich für die Spiele interessieren. Aber ich glaube auch, die ganze Welt wird auf uns schauen und sich für die Spiele interessieren. Wir haben eine Chance, neue Leute zu finden.“

Frankfurt Skyliners: Testen für nächste Saison

Unter anderem sei der wirtschaftliche Verlust aus Sicht von Wöbke geringer als bei einem Saisonabbruch. Der könnte bei den Skyliners im Worst Case siebenstellig ausfallen. „Es ist wesentlich besser, zu spielen und für seine Fans und Sponsoren da zu sein“, findet der 53-Jährige. Durch den Medienpartner Telekom werden alle Spiele live produziert, und seit dieser Saison gibt es sogar erstmals einen „wesentlichen Betrag“ für jeden Klub, der im Etat auftaucht. Sollte es weitergehen, könnten auch mehr Leute ein Abo abschließen, weil auf absehbare Zeit keine Sportveranstaltungen vor Zuschauern möglich sein werden, glaubt Wöbke.

„Es ist Learning by Doing für die nächste Saison.“ Es gehe unter anderem darum, wie „Wohnzimmerspiele“, wie Wöbke es formuliert, von den Fans angenommen werden und was man besser machen kann. „Mein persönlicher Glaube ist, dass wir, Stand heute, nicht davon ausgehen können, dass wir Ende September, Anfang Oktober, wenn die Saison losgegangen wäre, wieder vor Zuschauern Basketball spielen können“, sagt Wöbke.

Klar ist, dass bei ausstehenden elf bis dreizehn Partien pro Team die Hauptrunde nicht einfach zum Stand der Unterbrechung fortgesetzt werden kann. Stattdessen soll die Saison an drei oder vier Orten zu Ende gebracht werden. Im Norden, Süden und in der Mitte Deutschlands. Bayern Münchens Geschäftsführer Marko Pesic hatte die Variante ins Spiel gebracht, dass nur die Vereine, die wollen, die Saison beenden sollen. Damit bräuchte es einen neuen Modus: Denkbar wäre nach spanischem Vorbild, die Finalteilnehmer in Gruppen auszuspielen. Auch eine erweiterte K.o.-Runde könnte möglich sein.

Frankfurts Sportdezernent Markus Frank (CDU) hatte Wöbke seine Unterstützung zugesichert, falls die BBL Frankfurt als Standort in Erwägung zieht. „Es wird eine unfassbare Herausforderung sein. Wir brauchen ein sehr gutes Hygiene- und Quarantänekonzept“, weiß Wöbke. Ähnlich wie die Fußball-Bundesliga braucht die BBL einen Plan, damit die Politik zustimmt. „Wir haben uns das Konzept der DFL natürlich heruntergeladen und gucken, was wir für den Fall der Saisonfortsetzung für uns umsetzen können“, sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. So müssten die Spieler, die aus dem Ausland anreisen, 14 Tage in Quarantäne, bevor an ein Training mit der Mannschaft zu denken ist. „Außerdem müssten die Spieler zweimal in der Woche getestet werden“, sagt Wöbke. Er hält die Ansteckungsgefahr in so einem geschlossenen System für geringer, weil es von der Außenwelt komplett abgeschnitten wäre, und betont: „Es würden nur gesunde gegen gesunde Spieler spielen.“

Frankfurt Skyliners: Wird Saison fortgesetzt?

Die BBL setzt darauf, dass die Klubvertreter einen Beschluss fassen. Dies ist ganz im Sinne vieler Vereine. „Für uns Klubs der BBL ist es vorrangig, den Weg zu gehen, der uns am wenigstens belastet“, sagt Gießens Manager Michael Koch. Arne Dirks, Geschäftsführer von Bamberg, findet, dass ein Abbruch ein klares Zeichen an die Fans und Sponsoren sei: „Wir wollten klar kommunizieren, dass ein Ende gefunden und in Richtung neue Saison geschaut werden muss.“

Es dürfte eine sehr lange Videokonferenz werden. „Ich würde mir wünschen, dass wir dann ohne Kampfabstimmung, sondern in breitem Konsens zu einer Entscheidung kommen, mit der alle leben können“, sagte Holz. Das dürfte schwierig werden. (mit dpa)

Unterdessen gab die Handball-Bundesliga nach langem Zögern schließlich doch den Abbruch der Saison bekannt. Der THW Kiel wird dies zwar nicht feiern, darf sich aber über die Corona-Meisterschaft freuen.

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