+
Gordon Herbert ist mit Unterbrechungen neun Jahre Trainer der Skyliners.

Basketball

Verlässt Gordon Herbert die Frankfurt Skyliners?

  • schließen

Kanada oder Frankfurt: Bald wird sich entscheiden, ob Gordon Herbert Skyliners-Trainer bleibt oder die Auswahl seines Landes übernimmt.

In wenigen Tagen wird eine Entscheidung fallen. Verlässt Gordon Herbert die Frankfurt Skyliners und wird Trainer der kanadischen Basketball-Nationalmannschaft oder bleibt er beim hessischen Bundesligisten? „Ich habe kein Gefühl in die eine oder andere Richtung“, sagte der 60-Jährige am Donnerstag.

Am Dienstag hatte er sein Bewerbungsgespräch in einer Telefonkonferenz mit den Verantwortlichen im kanadischen Verband geführt. Zweieinhalb Stunden fragten Präsident Glen Grunwald und Sportdirektor Rowan Barrett ihren Landsmann aus. Eine Woche lang hatte sich Herbert intensiv vorbereitet. „Es lief ziemlich gut. Es ging sehr in die Tiefe“, berichtete Herbert, der aus Penticton im zentralen Süden von British Columbia stammt.

Der ehemalige Nationalspieler trainierte die kanadische Auswahl bereits für neun Tage im Februar 2018. Dabei sprangen zwei deutliche Qualifikationssiege gegen die Virgin Islands (118:89) und Bahamas (113:67) heraus. „Ich bin einer von drei Kandidaten und bin stolz, dass ich in Erwägung gezogen werde.“ Die anderen Kandidaten sind Ettore Messina (59), aktuell Co-Trainer bei den San Antonio Spurs in der NBA, sowie Roy Rana, Trainer der Rams der Ryerson Universität in Toronto. Letzterer wird in den kanadischen Medien als aussichtsreichster Kandidat gesehen. Messina als Italiener nur Außenseiterchancen eingeräumt Rana trainierte die kanadische Auswahl in vier der Qualifikationsfenster und führte sie zur ersten Weltmeisterschaft seit 2010.

„Für mich war es immer ein Traum die Nationalmannschaft zu trainieren“, sagte Herbert. Der Verband hat große Ziele. Über die WM in China (31. August bis 15. September) will sich Kanada direkt für die Olympischen Spiele qualifizieren. Dafür müssen sie unter die Top Fünf. Zuletzt waren die Ahornblätter 2000 in Sydney bei Olympia. Kanada trifft in der WM-Vorrunde in der „Todesgruppe“ (Herbert) auf Litauen, Australien, Senegal. Danach könnte es zu einem Duell mit der deutschen Nationalmannschaft kommen.

Egal, ob ein Angebot auf den Tisch kommt oder nicht, Gordon Herbert wird sich kommende Woche in jedem Fall mit Gunnar Wöbke, dem geschäftsführenden Gesellschafter der Skyliners über seine Zukunft beraten. „Es kann auch sein, dass ich ein Angebot bekomme und trotzdem hierbleibe“, sagte Herbert dessen Vertrag in Frankfurt nach dieser Saison ausläuft. Wöbke will gerne mit ihm weiterarbeiten, auch Herbert würde die Skyliners nur in Richtung Kanada verlassen.

Eine Doppelbeschäftigung kommt für den Meistertrainer von 2004 nicht infrage. Das hat er einmal als Trainer vom französischen Klub Pau Orthez und

als Nationaltrainer Georgiens gemacht. „Ich habe bei beiden keinen von beiden einen guten Job gemacht“, gestand Herbert ein. Deswegen habe er auch im Oktober einen Dreijahresvertrag als schwedischer Nationaltrainer abgelehnt. Er will sich voll auf eine Sache konzentrieren. Heute wird seine volle Konzentration wieder den Skyliners gelten, die in der Ballsporthalle (20.30 Uhr) auf das Überraschungsteam der Liga Rasta Vechta treffen. Das Hinspiel hatten die Hessen nach Verlängerung gewonnen, für Vechta war es seinerzeit die dritte Niederlage im dritten Spiel. Heute kommen die Niedersachsen als Tabellenvierter zum Tabellen-13.

Dabei werden die Skyliners vermutlich auf Richard Freudenberg verzichten müssen, der seit einigen Tagen wegen Knieproblemen nicht trainieren konnte. Auch Jonas Wohlfarth-Bottermann ist fraglich. Der Center hatte sich in Bayreuth den Finger ausgekugelt und Schmerzen in der rechten Kniescheibe verspürt. „Ich gehe aber davon aus, dass er spielen wird“, sagte Herbert, der mit den Skyliners noch in die Playoffs will. Die Hessen liegen vier Zähler hinter dem Tabellenachten Braunschweig, haben aber ein Spiel weniger absolviert. „Wir haben noch elf Spiele und gute Chancen“, so Herbert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion