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Fühlt sich in Frankfurt sehr wohl: Jordan Theodore.
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Fühlt sich in Frankfurt sehr wohl: Jordan Theodore.

Skyliners Frankfurt

Endlich auf der Gewinnerseite

Jordan Theodore bekommt bei den Frankfurt Skyliners die Anerkennung, die er schon immer haben wollte. Der US-Amerikaner fühlt sich in Frankfurt pudelwohl: „Das hier ist ein Geschenk Gottes.“

Von Timur Tinç

Im Sommer war die Karriere von Jordan Theodore festgefahren. Vier Stationen, eine in Frankreich, eine in Puerto Rico und zwei in der Türkei hatte er hinter sich. Dreimal war er mit seinen Klubs abgestiegen. „Ich habe ganz gut gespielt“, sagt der Aufbauspieler. „Aber ich war in Verliererteams und niemand mag Verlierer.“ Er hätte so weitermachen, hätte durch die europäischen Ligen tingeln und dabei ganz gutes Geld verdienen können. Allerdings hätte er auf diese Art nicht die Anerkennung bekommen, nach der sich der aus Englewood im US-Bundesstaat New Jersey geborene Amerikaner sehnt.

Genau in dieser Phase, als der 26-Jährige sich entscheiden musste, wo und wie er seine Karriere fortsetzen würde, kam der Anruf von Gordon Herbert, dem Cheftrainer der Frankfurt Skyliners. „Ich will dich, aber Frankfurt ist kein reicher Klub“, hatte der Kanadier am Telefon gesagt, berichtet Theodore. Geld spiele für ihn keine Rolle, er wolle nur gewinnen, besser werden und eine neue Phase in seiner Karriere einläuten, eine erfolgreiche, habe er Herbert geantwortet.

„Diese Saison ist ein Segen“

Sechs Monate später ist Jordan Theodore der Topscorer des hessischen Basketball-Bundesligisten, steht mit den Skyliners auf Platz vier in der Bundesliga, ist ungeschlagen im Fiba Europe-Cup und spielt am Sonntag (17 Uhr) in der Ballsporthalle gegen die Baskets Oldenburg um den Einzug ins Finalturnier des BBL-Pokals. „Diese Saison ist ein Segen“, sagt Theodore, der im Schnitt 13,7 Punkte erzielt und 4,7 Assists verteilt. Das liegt vor allem an Cheftrainer Herbert, auf den Theodore große Stücke hält. „Sein System stellt die Stärken aller Spieler heraus“, lobt der 1,82 Meter große Athlet.

Für Jordan Theodore bedeutet das zumeist, dass er in der zweiten Halbzeit und insbesondere im Schlussviertel wichtige Spielzüge macht. „Am Anfang versuchen wir, eine Präsenz unter den Körben zu bekommen“, erklärt Theodore. So bekämen die großen Mitspieler wie Johannes Voigtmann oder Aaron Doornekamp eher den Ball, um sofort im Spiel zu sein. Theodore selbst kann sich seine Würfe jederzeit selbst kreieren. „Für mich ist es okay, anfangs nicht so viele Spielzüge zu haben.“ Doch wenn es ins vierte Viertel geht, will Theodore den Ball selbst in der Hand haben. „Dann ist Money Time“, sagt er.

Sein schneller Zug zum Korb erlaubt es ihm, seine Gegenspieler wie lästige Fliegen abzuschütteln oder zumindest ein Foul zu provozieren, um an die Freiwurflinie zu gehen. Sein bislang bestes Spiel machte Theodore beim 74:69-Sieg gegen den FC Bayern München, als er 14 der letzten 16 Skyliners-Punkte erzielte. Darunter zwei wichtige Dreier – und das obwohl der Distanzwurf nun wahrlich nicht seine Stärke ist. Bislang trifft Theodore nur 27,7 Prozent seiner Dreier, zu wenig für einen Point Guard.

Er macht diese Schwäche jedoch mit seinen guten Entscheidungen wieder wett und versucht nicht auf Teufel komm raus, seine eigenen Würfe zu erzwingen. So serviert er seinen Mitspielern in der entscheidenden Phase die Bälle auch mal mustergültig. Etwa beim 83:78-Erfolg über Ludwigsburg, als er den Ball an Aaron Doornekamp weiterleitete, der eine halbe Minute vor Schluss den vorentscheidenden Dreier markierte. „Jordan ist ein wichtiges Teil unserer Mannschaft“, lobt ihn Gordon Herbert. Er habe über die Monate gelernt, die Offensive zu führen und habe sich auch defensiv etwas verbessert, so Herbert weiter. „Es ist ein Prozess.“

Jordan Theodore fühlt sich jedenfalls pudelwohl. „Ich liebe die Organisation, meine Mitspieler, meine Trainer. Das hier ist ein Geschenk Gottes“, sagt der 26-Jährige. „Mein Leben ist derzeit perfekt.“ Von einer festgefahren Karriere kann keine Rede mehr sein. Sie kommt jetzt erst ins Rollen.

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