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Eine riesengroße Lücke

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Von: Jan Szyszka

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Steht hoch über allen und fehlt überall: Jimmy McKinney.
Steht hoch über allen und fehlt überall: Jimmy McKinney. © Storch

McKinneys Ausfall können die Skyliners nicht verkraften - das Aufbauspiel krankt an allen Ecken und Enden

Der Spezialverband reicht quer über die Brust. Die linke Arm ist fixiert. Bewegungsfreiheit gleich Null. Trotzdem gibt sich Jimmy McKinney optimistisch. "Ich bin bald wieder fit", verspricht der Aufbauspieler der Frankfurt Skyliners. Zwei Wochen sind vergangen, seitdem er es im Krafttraining übertrieb, sich den linken großen Brustmuskel abriss und damit die bis dahin gute Saisonvorbereitung des Basketball-Bundesligisten über den Haufen warf.

Anders als bei seinem Teamkollegen Ilian Evtimov, der wegen einer basketballtypischen Bänderverletzung ebenfalls die letzten Testspiele zuschauen musste, ist McKinneys Verletzung außergewöhnlich. Nicht nur wegen ihrer Art, sondern auch wegen ihrer Folgen: Drei Monate Pause gelten als Minimum, Trainer Murat Didin rechnet sogar mit bis zu fünf Monaten.

Fünf Spiele, fünf Niederlagen

Der Ausfall trifft die Skyliners doppelt: Einerseits, weil die Verteilung der Aufbaupositionen mit dem Duo Pascal Roller/Jimmy McKinney besetzt schien. Andererseits weil gerade der 1,92 Meter große US-Aufbauspieler sich zuletzt in Topform präsentiert hat. "Bei den Vorbereitungsturnieren in der Türkei haben mich viele gefragt, wer der Spieler mit der Nummer 20 sei", erzählt Didin fast schon wehmütig. Im Zusammenspiel mit Ilian Evtimov erzielte McKinney fast regelmäßig mehr als 50 Prozent der Punkte. Die Bilanz seit dem Ausfall beider Punktelieferanten: Fünf Spiele, fünf Niederlagen. Murat Didin will die Negativserie nicht überwerten. "Es sind Testspiele. Wenn ich in solchen Spielen Angst vorm Verlieren hätte, würde ich nicht gegen eine so starke Mannschaft wie Moskau antreten", sagte der Trainer nach der letzten Niederlage (60:86) am Dienstag Abend gegen Dynamo Moskau.

Dabei deckte das europäische Topteam von Dynamo Moskau durch seine aggressive Verteidigung mehrfach die Probleme der Skyliners im Aufbauspiel auf. Das Resultat: Ballverluste, Verzweiflungspässe, Notwürfe - und ein nach seiner Form suchender Pascal Roller. Von den Kandidaten, die McKinney vertreten könnten, überzeugte nur Dominik Bahiense de Mello, während Jimmie Hunt und Nino Garris mit einer unterirdischen Quote aus dem Feld (0 von 12) eben jene Scorerqualitäten vermissen lassen, die McKinney auszeichnet.

Ein Ersatz kommt für die Skyliners laut Sportdirektor Kamil Novak mit Verweis auf den Etat dennoch nicht in Frage. Falls noch zusätzliche Mittel aufgetrieben werden, wollen die Frankfurter lieber auf der Centerposition nachbessern, was angesichts der bisherigen Auftritte von Kirsten Zöllner nachvollziehbar erscheint.

Rudy Mbemba wird McKinney definitiv nicht ersetzen. Trotz eines noch bestehenden Dreijahresvertrages stehen die Zeichen auf Trennung. Ein von den Skyliners angestrebtes Leihgeschäft kommt für Mbemba nicht in Frage: "Ich werde definitiv nicht für Langen oder Kronberg spielen."

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