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Koko Archibong kann gegen Leverkusen spielen.

Trier - Skyliners (74:64)

Eine Niederlage beschert Skyliners den Wunschgegner

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Für die Frankfurter geht es in den Basketball-Playoffs nun gegen Leverkusen.

In der Kabine brach es heraus. Hatte zuvor noch die eigene, schlechte Leistung die Spieler des Basketball-Bundesligisten Frankfurt Skyliners zu gesenkten Köpfen und frustrierten Gesichtern geführt, war es damit nur Minuten nach der Schlusssirene vorbei. Nachdem Trainer Murat Didin die Tür der Umkleidekabine von innen geschlossen hatte, hoben sich die bei vielen Frankfurter Spielern die Mundwinkel.

Viel brauchte der Trainer nicht dazu. Nach der verdienten 64:74 (39:45)-Niederlage beim sportlichen Absteiger Trier reichte als Glücklichmacher nur ein Wort: Leverkusen. Denn weil die Konkurrenz mitgespielt hatte, werden die Skyliners in der ersten Playoff-Runde auf die Rheinländer treffen. Ein Wunschlos, wie die Verantwortlichen zuvor betont hatten - denn wegen des Marihuana-Konsums und daraus resultierender Sperren von Nate Fox und Eric Taylor stehen die Giants seit einer Woche ohne Center da.

Den Verdacht, der Tabellensechste der BBL hätte das Spiel in Trier absichtlich verloren, um damit Titelverteidiger Bamberg aus dem Weg zu gehen und gleichzeitig die Chancen auf Leverkusen höher zu schrauben, schieben Verantwortliche und Spieler weit von sich. Sportdirektor Kamil Novak verweist dazu auf die komplexe Ausgangslage, die Rechenspiele überflüssig gemacht hätte. Die Skyliners-Pleite in Trier führte nur deshalb geradewegs zum Wunschgegner, weil Bonn, Bamberg und Oldenburg ebenfalls ihre Spiele verloren. "So etwas kann man nicht planen", sagte Novak. Das unterstrich auch Flügelspieler Dominik Bahiense de Mello: "Wir wollten gewinnen. Unbedingt".

Auf dem Spielfeld war davon in einigen Phasen aber nur wenig zu merken. Trier, das als Tabellen-17. zuletzt sechs Niederlagen in Folge kassiert hatte, konnte sich bereits Ende des ersten Viertels dank eines 18:4-Zwischenspurts auf 25:13 (10.) absetzen. Die Frankfurter blieben in der gesamten Begegnung vor allem bei ihrem Prunkstück, der Verteidigung, weit unter Normalform. Selbst manch Skyliners-Fan hatte während des Spiels den Eindruck, dass die Hessen die Handbremse nicht lösten. Novak sagt dazu: "Einige Spieler waren gedanklich wohl schon in den Playoffs."

In der Vorbereitung auf das Duell mit dem wirtschaftlich und personell arg gebeutelten Rekordmeister warnen die Skyliners vor dem Außenseiter. "Auch ein geschlagener Hund kann noch richtig zubeißen", warnt Novak. Er glaubt, dass die Ausfälle von Fox und Taylor Leverkusen unberechenbar machen - was die Leistung und den Erfolg beim knappen 72:71-Sieg der Giants in Oldenburg zeige. Didin räumt ein, dass diese Einschätzung auch psychologische Gründe habe. "Gegen einen Gegner, den man nicht respektiert oder Ernst nimmt, hat man schon verloren", mahnt der Trainer vor dem Auftakt der Best-of-Five-Serie am Donnerstag (18.30 Uhr) in Leverkusen.

Personell werden die Skyliners mit Ausnahme von Kirsten Zöllner (Knieprobleme) wohl in Bestbesetzung spielen können. Zwar hatten sich gegen Trier mit Derrick Allen (Riss unterm Auge) und Koko Archibong (umgeknickt) zwei Leistungsträger verletzt und mussten am Sonntag mit dem Training aussetzen. Didin rechnet aber fest mit den beiden - genauso wie mit Ilian Evtimov.

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