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Entschlossen: Lorenz Brenneke holte alleine zwölf Rebounds. imago
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Entschlossen: Lorenz Brenneke holte alleine zwölf Rebounds. imago

Dominanz unterm Korb

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Die Frankfurt Skyliners schlagen das offensivstärkste Team der Liga Crailsheim 80:73 und verlassen erstmals die Abstiegsränge

Barfuß und glücklich kam Will Cherry aus der Kabine zurück in die Ballsporthalle. Vielleicht waren es die Endorphine nach dem 80:73-Erfolg der Frankfurt Skyliners gegen die Crailsheim Merlins, vielleicht meinte es der Spielmacher aber wirklich so: „Wir spielen gut, obwohl wir noch keine gesunde Frankfurter Mannschaft gesehen haben. Wir werden eine angsteinflößendes Team sein“, kündigte der 30-Jährige an.

Neben dem US-Amerikaner stand Brancou Badio in Freizeitklamotten. Der 22-jährige Senegalese konnte wegen eines Muskelfaserisses am Sonntag genauso wenig mitwirken wie Neuzugang Jamel McLean, der sich noch von einer Bänderverletzung erholt. Beide sollen aber am Samstag in Bayreuth auflaufen können, kündigte Cheftrainer Diego Ocampo an, der dafür wieder Kapitän Quantez Robertson in seinen Reihen hatte. Als er hörte, was Cherry gerade gesagt hatte, trat er erst einmal auf die Bremse: „Schritt für Schritt. Wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns.“ Wobei der Spanier natürlich sehr erleichtert über den zweiten Sieg in Folge und den insgesamt dritten war. Damit verlassen die Skyliners am neunten Spieltag erstmals die Abstiegsränge und belegen nun den 13. Tabellenplatz der Basketball-Bundesliga (BBL).

„Es hat uns jede Unze Energie gekostet, dieses Spiel zu gewinnen“, sagte Cherry. Es sei ein Statement-Sieg gegen ein gutes Team gewesen. Die Crailsheimer mit Frankfurts Ex-Cheftrainer Sebastian Gleim waren als offensivstärkstes Team und der besten Dreierquote an den Main gereist. Gestern trafen sie allerdings nur sechs von 24 Versuchen. „Unsere Defensive war konstant“, lobte Ocampo. Auch habe sein Team offensiv eine gute Mischung zwischen dem Spiel von draußen und innen gefunden. Da habe sich die Rückkehr von Robertson bemerkbar gemacht, der zusammen mit Cherry als erfahrener Spieler für die richtige Balance sorgte. „Wir haben mutig, intelligent und mit Wissen gespielt“, sagte Ocampo. Cherry hob die großen Spieler um Matt Haarms und Lorenz Brenneke hervor. „Sie haben wie Point Guards gespielt, als ich zugedeckt wurde und tolle Entscheidungen getroffen.“

Der größte Schlüssel zum Erfolg war die totale Frankfurter Dominanz unter den Körben. Die Skyliners sammelten 50 Rebounds ein, die Crailsheimer nur 27. „Bei uns war diese Woche die Gesundheit an erster Stelle und Basketball wohl nur an zweiter“, sagte Gleim zerknirscht. Der Crailsheimer Maurice Stuckey hatte sich unter der Woche mit Corona infiziert, sodass die Merlins zwei Tage nicht trainieren konnten.

Dieses Problem hatte Ocampo zwar nicht, aber er hatte während der Länderspielpause teilweise auch nur sieben, acht Mann im Training. Lukas Wank und Len Schoormann, die zwar nominiert waren, aber in den Qualifikationsspielen nicht für Deutschland gespielt haben, hat der Trip zur Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) offensichtlich gut getan.

Schoormann war mit 17 Punkten bester Frankfurter Schütze, Wank kam auf elf Punkte und lieferte sein bislang bestes Spiel ab. Der 24-Jährige spielte mit deutlich mehr Selbstvertrauen, zeigte vor allem sehr viel Willen und Einsatzfreude. Auch ließ er sich von zwei Ballverlusten und unglücklichen Foulpfiffen zu Beginn nicht aus der Fassung bringen. Trotz eines frühen deutlichen Rückstands (8:19), steckten die Hessen nicht auf, glichen zur Pause aus (35:35). Im dritten Viertel entwickelte sich eine ausgeglichene Partie (55:53), in den letzten zehn Minuten konnten sich die Skyliners durch guten Team-Basketball absetzen (71:59). Zwar konnten sie Shorts unfassbaren Zug zum Korb in der Folge nicht bremsen, dafür aber die Dreierschützen der Merlins – und sie behielten an der Freiwurflinie die Ruhe. Die letzten neun von zehn Freiwürfen fanden ihr Ziel.

Für Diego Ocampo wird der Schlüssel für die kommenden Spiele sein, wie seine Schützlinge ihre Rollen akzeptieren werden. Durch das viele Hin und Her mit Verletzten und deren Rückkehr ändern die sich permanent. „Es ist ein bisschen schwierig, einzuschätzen, wo wir gerade stehen“, findet deswegen Lukas Wank, der als zweiter Spielmacher angefangen hat und nun den kleinen Flügelspieler gibt. „Es hat Spaß gemacht“, fasste er zusammen. „Ein bisschen rumgekämpft, ein bisschen taktisch. Dann klappt es.“

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