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Da geht’s zum Korb: Skyliners-Trainer Diego Ocampo (rechts) gibt Lukas Wank Anweisungen.
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Da geht’s zum Korb: Skyliners-Trainer Diego Ocampo (rechts) gibt Lukas Wank Anweisungen.

Frankfurt Skyliners

Diego, der Baumeister

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Der neue Skyliners-Trainer Ocampo will mit Geduld und vorgelebter Energie ein Team für die bevorstehende Saison in der Basketball-Bundesliga formen.

Diego Ocampo hält eine Pfeife in seiner rechten Hand. Gerade hat er das Startsignal für das fünfköpfige Angriffsteam gegeben, das auf fünf Verteidiger zusprintet und einen Korb erzielen soll. Der Ball geht daneben, nun sind die anderen fünf mit dem Angriff dran. „Bewegung, Bewegung“, ruft Ocampo energisch. In der öffentlichen Trainingseinheit gibt der neue Cheftrainer der Frankfurt Skyliners körperlich alles. Er fuchtelt mit den Armen rum und zeigt Bruno Vrcic, wie er den auf ihn zukommenden Spieler verteidigen muss, mal redet er eindringlich, aber sanft auf Alvin Onyia ein, um ihn zu zeigen, wo er als Verteidiger zu stehen hat.

„Es ist wichtig, wie man den Spielern etwas beibringt“, sagt der 44-Jährige. Er müsse als Trainer mit Energie und der Körpersprache vorleben, was er von seiner Mannschaft erwarte. Seit vergangenem Montag ist der hessische Basketball-Bundesligist in die Vorbereitung auf die Saison 2021/2022 gestartet, die mit dem Heimspiel am 26. September gegen Braunschweig beginnt. „Wir müssen geduldig versuchen, eine solide Basis aufzubauen“, sagt Baumeister Diego.

Zwar hat er ein Gerüst von Spielern, die sich aus der vergangenen Saison schon kennen. Allerdings wird er als Headcoach seine eigenen Ideen verwirklichen wollen und muss das nicht nur den alten, sondern auch den vielen neuen Spielern beibringen, von denen nur Nationalspieler Lukas Wank (24) Erfahrung in der Basketball-Bundesliga (BBL) vorweisen kann. „Wir wissen nicht, wie sich einige Spieler entwickeln und wie sie sich an die BBL gewöhnen werden“, sagt Ocampo. Hinzu kommt, dass außer Kapitän Quantez Robertson (36) und Rasheed Moore (26) kein Spieler älter als 24 Jahre ist.

Ein Guard kommt noch

Der neue niederländische Center Matt Harms (2,21 Meter) ist 24 und kommt vom College, Brooks DeBisschop (2,05 Meter) ist 23 und spielte vergangene Saison in Weißrussland. Spielmacher Donovan Donaldson (24 Jahre) spielte zuletzte in den schwachen Ligen Madezoniens und Ungarn. Lorenz Brenneke (21), der aus der Kaderschmiede von Alba Berlin kommt, hat lediglich 18 BBL-Einsätze mit wenig Minuten auf dem Buckel. Und da sind auch noch die Eigengewächse Bruno Vrcic (20), Len Schoorman (18) oder Jordan Samare (19), die den nächsten Schritt machen sollen. Auch Richard Freudenberg (23) soll nach einem Jahr ohne Spiel wieder herangeführt werden.

Es braucht Geduld und Zeit. Wie hoch hinaus es gehen kann, hängt von vielen Faktoren ab. Bleiben alle Spieler gesund? Entwickeln sich die vielen jungen Spieler im Kader individuell wie gewünscht? Und kann daraus eine Einheit wachsen? „Wir müssen jeden Tag kompetitiv gegen uns selbst sein, um in den Wettbewerb mit anderen gehen zu können“, betont Ocampo.

Er habe bewusst diese Herausforderung gesucht. Raus aus seiner Komfortzone in Spanien, wo er zuletzt Erstligist Saragossa trainierte, hinein in ein neues Abenteuer. Unterstützt wird er dabei von Co-Trainer Klaus Perwas, „der mit hilft, die Liga zu verstehen“, sagt Ocampo. Zusammen wollen sie in den ersten Trainingseinheiten die Fähigkeiten der Spieler beobachten, um daraus dann abzuleiten, wie sich mit diesem Team spielen und gewinnen lässt. „Wir wollen wachsen und uns verbessern in dem Wissen, dass wir auch Spiele verlieren werden.“ Verteidigung, Schnellangriffe und den Ball bewegen sollen die Schlüsselelemente sein.

Ein neuer Combo-Guard soll noch verpflichtet werden, dann ist das Team komplett. Fast alle Spieler sind entweder von einer Coronavirus-Infektion genesen oder geimpft. Nur Robertson wartet noch auf seine zweite Spritze. Vor wie vielen Fans die Skyliners spielen können ist noch ungewiss. Die Frankfurter wollen 50 Prozent der Kapazität in der Ballsporthalle nutzen, das wären 2500 Zuschauerinnen und Zuschauer. Allerdings wird das vom Infektionsgeschehen und den Vorgaben des Gesundheitsamtes abhängen, worauf die Skyliners nur bedingt Einfluss haben werden.

Im Gegensatz zur Formung ihrer Mannschaft. Ein Saisonziel will Ocampo noch nicht formulieren. „Wir wollen gesund bleiben uns weiterentwickeln und mentale Stärke etablieren“, sagt er. In welches Stockwerk der Liga es mit Baumeister Diego gehen kann, bleibt also abzuwarten. Für einen Playoff-Platz müssten aber schon sehr viele Steine perfekt aufeinanderliegen.

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