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Fehlversuch: Nino Garris (li.) im Spiel gegen Leverkusen.

Didins Experimente

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Skyliners-Trainer fällt gegen Leverkusen ungewöhnliche Personalentscheidungen

Weit aufgerissene Augen. Dann ein Urschrei. Ken Johnsons persönliche Feier nach einem Block hat immer das gleiche Schema. Und es steckt an: Die Mitspieler des Skyliners-Centers fangen an zu toben, wenn der 30-Jährige in der Verteidigung des Basketball-Bundesligsten auftrumpft. So auch am Donnerstag beim Viertelfinal-Auftakt zwischen Leverkusen und Frankfurt: Als Johnson zu Anfang des Schlussviertels das erste Mal per Block einen Giganten auf Normalmaß stutzte, begannen sich die bis dahin einfallslosen Skyliners zu steigern. Der 2,10-Meter-Riese sorgte für mehr Optionen im Angriff und mehr Stabilität in der Abwehr (drei Blocks). Statt wie zuvor sich auf das Leverkusener Tempospiel einzulassen, spielten die Skyliners die Uhr runter - und setzten damit um, was Trainer Murat Didin gefordert hatte. Zum Sieg reichte es allerdings nicht mehr.

An den Gegner angepasst

Johnsons Auftritt sorgte nach der 75:78-Niederlage für viele kritische Fragen - denn erst kurz vor Ende des dritten Viertels hatte der Trainer den US-Hünen eingewechselt. Didins Begründung überraschte: Weil die Giants ohne echten Center spielen, müssten die Skyliners sich danach richten. Das Argument, dass die Frankfurter so ihren Vorteil nicht nutzen, ließ er nicht gelten. Didin stellte zudem klar, nicht mit Derrick Allen und Johnson gleichzeitig spielen zu wollen. "Sie haben in der gesamten Saison vielleicht 20 Minuten zusammen gespielt. In den Playoffs können wir jetzt nicht einfach neue Sachen ausprobieren."

Ob Johnson im heutigen zweiten Spiel der Best-of-Five-Serie (Ballsporthalle, 18.30) früher eine Chance erhält, erscheint fraglich. Allen, obwohl gegen die Giants mit Schwächen in der Verteidigung, gilt als gesetzt. Zudem scheint Didin wenig von Johnson zu halten. In Leverkusen hatte er ihm sogar Rookie-Center Maksym Shtein vorgezogen. Der in der Winterpause verpflichtete Johnson kann das nicht nachvollziehen. "Manchmal glaube ich, dass ich hier nicht gebraucht werde."

Schlechte Chancen auf einen erneuten Auftritt dürfte auch Nino Garris haben. Didin hatte den Flügelspieler überraschend eingewechselt -- dabei war Garris nach seiner Kreuzband-Verletzung erst am Dienstag ins Training eingestiegen. "Wir brauchten einen Dreier-Schützen, der trifft", argumentierte Didin mit der schlechten Dreierquote (3 von 22) zur Halbzeit. Doch Garris war der Rückstand anzumerken. Nach zwei schnellen Fouls beendete der Trainer das Experiment.

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