Chris Moss muss in dieser Woche Einzeltraining absolvieren, um möglichst schnell fit zu werden.
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Chris Moss muss in dieser Woche Einzeltraining absolvieren, um möglichst schnell fit zu werden.

Moss mit gutem Einstand

Debüt mit Höhen und Tiefen

  • Jan Szyszka
    vonJan Szyszka
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Bei seinem ersten Spiel für die Skyliners konnte Neuzugang Chris Moss zumindest so lange überzeugen, bis den Basketballer sein konditioneller Rückstand zu bremsen begann. Auch dank Moss behielten die Frankfurter am Ende mit 74:67 gegen Ulm die Oberhand.

Die letzten Sekunden seines Debüts in der Ballsporthalle nahm Chris Moss ganz locker. Der neue Center des Basketball-Bundesligisten Skyliners Frankfurt plauderte mit seinem Ulmer Gegenspieler John Bryant. Moss grinste breit – und hatte dazu gute Gründe. Der zehnte Neuzugang der Skyliners in dieser Saison hatte dem Hünen Bryant das Leben schwer gemacht. Neun Tage nach der 82:87-Niederlage in Ulm, bei der Bryant 22 Punkte gelungen waren, hielt Moss den vielleicht besten Center der Liga auf unter zehn Punkten – die Grundlage für eine mit 74:67 (38:43) erfolgreiche Revanche der Frankfurter samt Ausbau der Heimserie auf elf Siege hintereinander.

Von einem „ordentlichen Einstand“ für Moss sprach danach Kamil Novak. Der Sportdirektor wählte die angesichts sehr guter Statistikwerte (zehn Rebounds und neun Punkte) eher nüchternen Worte mit Bedacht. Denn Moss profitierte auch von einem „nervösen Spiel“ (Novak), in dem zwei sichtlich müde Mannschaften aufeinandertrafen. Drei Viertel gingen sich die Gegner auf dem Parkett mehr oder minder aus dem Weg: Mittelfeld-Team Ulm dominierte die Zone, die weiterhin Zweitplatzierten Skyliners spielten drum herum.

Ausnahmen stellten zwei starke Einzelspieler dar. Auf Ulmer Seite spielte sich der ehemalige Langener Robin Benzing in den Vordergrund und wurde vom eigens angereisten Fanklub gefeiert. Auf Frankfurter Seite hielt DaShaun Wood dagegen: Der Aufbauspieler war der Einzige, der mit Alleingängen das statische Frankfurter Angriffskonzept durchbrach. Immer wieder suchte Wood das direkte Duell und zog mutig Richtung Korb.

Jene Durchbrüche brachten Moss und Centerkollege Marius Nolte ins Spiel. Konsequent lauerte der Neuzugang in Korbnähe und verwertete die kurzen Pässe des starken Wood (12 Assists). Doch als beide Mannschaften intensiver verteidigten, bekam der 30-Jährige kaum noch den Ball. Seine konditionellen Rückstände und die fehlende Praxis wurden offensichtlich: Wegen Vereinslosigkeit hatte Moss knapp sieben Monate nur individuell trainiert.

„Rein körperlich fühle ich mich eigentlich in guter Verfassung“, betonte Moss. Dass er schon im dritten Viertel ausgepumpt war, erklärte er mit fehlender Kenntnis der Angriffssysteme der Skyliners. „Du kannst so viel rennen, wie du willst – es bringt nichts, wenn du nicht weißt, wohin“, offenbarte Moss. „Dafür, dass ich nur zwei Systeme kannte, hat es ganz gut funktioniert.“

Gordon Herbert sah das weniger locker. „Chris wirkte manchmal ein bisschen verloren“, analysierte der Trainer. Ein Sonderprogramm soll das ändern. Während andere Spieler wegen des All-Star-Days in Trier und der damit verbundenen Bundesligapause bis zum 29. Januar bis Freitag freihaben, muss Moss individuell ran. Herbert glaubt, dass er in „zwei, drei, vielleicht vier Wochen“ seinen Rückstand aufgeholt habe. Moss steht unter Zugzwang: Ende Februar läuft sein Kurzzeitvertrag aus. Jene derzeit bei den Skyliners dominierende Anstellungsform hat mal wieder den Kader verändert. Die Hessen trennten sich von Power Forward Jermaine Bucknor. Mit Roger Powell haben sie dagegen bis Ende Februar verlängert.

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