Erfolgreicher Versuch: Der Frankfurter Danilo Barthel (links).
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Erfolgreicher Versuch: Der Frankfurter Danilo Barthel (links).

Skyliners Frankfurt

Zu brav in der Deckung

Die Frankfurter Basketballer zeigen eine defensiv schwache Leistung und verlieren gegen Bamberg.

Von Max Müller

Sie sollten ihren bösen „Defense-Blick“ zeigen. Herauskam nur ein verwirrter, teils schelmisch grinsender Gesichtsausdruck. Die Aufforderung der Hallensprecherin an die beiden Kinder, die an einem Wettbewerb in der Viertelpause teilnahmen, mal zu zeigen, wie man aggressiv und gallig in der Verteidigung gucken sollte, verstanden sie wohl nicht so recht. Vielleicht orientierten sie sich aber auch nur an ihren Vorbildern von den Frankfurt Skyliners. Die zeigten nämlich eine uninspirierte Leistung in der Defensive. Ein ums andere Mal konnten die Spieler des Tabellenzweiten Brose Baskets Bamberg ungehindert zum Korb ziehen.

Barthel anfangs stark

Nach einem gelungenen Start, bei dem Danilo Barthel neun der ersten elf Punkte markierte und die Skyliners mit 11:9 in Führung brachte, schlichen sich Nachlässigkeiten in der Verteidigung ein. Bereits zum Ende des ersten Viertels waren die Franken auf 24:16 davongezogen. Bis zur Halbzeit konnten sie die Führung gar auf 13 Punkte erhöhen. Die Männer von Trainer Gordon Herbert schafften es ein ums andere Mal nicht, ihre eigene Zone zuzumachen. So hatten die Gäste häufig leichtes Spiel. „Wir haben viel zu viele einfache Korbleger kassiert“, analysierte der beste Punktesammler der Skyliners, Danilo Barthel, treffend. Dazu kamen die beiden eigentlichen Topscorer Sean Armand und Justin Cobbs offensiv nicht auf Betriebstemperatur und konnten ihr Team mit acht Punkten im ersten Abschnitt offensiv nicht so sehr tragen wie in den vergangenen Matches. Besonders Armand erwischte einen rabenschwarzen Tag und fand sich Mitte des dritten Viertels mit 4 Fouls und mageren 3 Zählern auf der Bank wieder. Der frustrierte Tritt in die Werbebande sprach Bände. Bis zum Ende des dritten Viertels kamen die Gastgeber nicht mehr in Schlagdistanz zu Bamberg. Vor Beginn des Schlussquarters hatte der 13-Punkte Rückstand immer noch Bestand. Dort keimte nochmal kurz Hoffnung auf – Frankfurt konnte den Rückstand auf neun Zähler verkürzen. Die abgezockten Bamberger gingen aber im Stile einer Topmannschaft mit dieser Situation um. Bei drei Angriffen in Folge spielten sie die 24-Sekunden-Angriffszeit herunter, um im letzten Moment doch noch einen Treffer zu landen. Der Rückstand war wieder auf 13 Punkte angewachsen. Und die Moral gebrochen. Gordon Herbert zeigte sich beeindruckt vom Gegner. „Heute war ein großer Unterschied zu sehen.“ Auch Danilo Barthel sah einen Sieg, der „in der Höhe verdient war.“ Es war der erste Rückschlag nach vielen guten Spielen zuletzt. Offensiv zeigte das Team eine ansprechende Leistung – 69 Punkte gegen das beste Defensivteam der Liga sprechen für sich. Auch die Trefferquote war mit 49 Prozenz in Ordnung. Es gilt, die Abstimmung in der Verteidigung zu verbessern. „Wir müssen aus der Niederlage lernen. Mit unserer defensiven Leistung in der ersten Halbzeit bin ich nicht zufrieden“, analysierte Coach Herbert und hofft auf den lehrreichen Charakter der verlorenen Partie. Viel Zeit zum Lernen bleibt allerdings nicht. Bereits am Dienstag geht’s gegen Saratov in der Eurochallenge.

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