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Streckt sich vergeblich: Erik Murphy (links) kommt nicht an den Abpraller.

Basketball

Bittere Niederlage für die Skyliners

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Die Frankfurt Skyliners scheiden mit einer krachenden Niederlage im Pokal-Halbfinale aus. Weitere Änderungen im Kader sind geplant.

Gordon Herbert und Gunnar Wöbke werden sich am heutigen Montag zusammensetzen. Die sportlich Verantwortlichen der Frankfurt Skyliners, der Trainer und der geschäftsführende Gesellschafter, haben einiges zu besprechen. Schon wieder. „Offensichtlich müssen wir einige Veränderungen vornehmen“, sagte Herbert am Sonntag. Kurz zuvor hatte sein Team im Pokal-Halbfinale eine 70:105-Klatsche gegen Alba Berlin kassiert, die im Finale nun auf Bamberg treffen, die sich mit 90:87 gegen Bonn durchsetzten. Auf der einen Seite spielte eine Mannschaft, wo niemand so richtig weiß, was der andere macht, auf der anderen Seite stand ein Team, das seiner Spielfreude freien Lauf ließ. 

„Es war einigen nicht klar, worum es hier geht“, fasste Jonas Wohlfarth-Bottermann nach dem Desaster verärgert zusammen. „Im zweiten Viertel wussten wir nicht, wie wir den Ball nach vorne bringen und wie wir unsere Gegner verteidigen können.“ Es war von der ersten Minute ein Klassenunterschied. Berlin zog früh auf 36:17 weg und baute seinen Vorsprung schon im dritten Viertel auf 37 Punkte (68:31) aus. 

„Wir haben es mal wieder nicht geschafft, was wir uns in der Kabine vorgenommen haben, umzusetzen“, sagte Akeem Vargas, der nach seinem dritten Muskelfaserriss in Folge ein unglückliches Comeback gab. „Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison.“ Er forderte, dass das Team die Philosophie von Trainer Herbert verstehen müsse. Davon ist der Basketball-Bundesligist jedoch meilenweit entfernt. Weder hält sie defensiv dagegen, noch kann sie aus den Freiräumen, die Herberts Offensivsysteme den Spielern eigentlich gibt, Kapital schlagen, weil dafür ein präzises Positionsspiel und eine gute Raumaufteilung nötig ist. 

Murphy ist Streichkandidat

„Wenn wir in dieser Saison noch etwas erreichen wollen, müssen wir uns ganz schnell finden“, 
sagte Wohlfarth-Bottermann nach der siebten Pflichtpleite in Folge. Und zwar schleunigst. „Wir müssen jetzt das tun, was das Beste für das Team ist“, sagte Herbert. „So wie es jetzt läuft, funktioniert es nicht.“ Er deutete an, dass noch ein oder zwei Spieler den Klub verlassen könnten und die übrig gebliebene Lizenz für eine Nachverpflichtung schnell genutzt wird.

Erster Streichkandidat ist neben einem der Guards Jason Clark oder Trae Bell-Haynes nun Erik Murphy. Der große Flügelspieler schmorte die komplette zweite Halbzeit auf der Bank, nachdem er sich in der Defensive mal wieder in jedem Spielzug hatte übertölpeln lassen. „Erik hat im ganzen letzten Monat nicht viel gemacht“, kritisierte Herbert seinen finnischen Nationalspieler. Man könne nicht mit 50 Prozent mentaler und physischer Einstellung spielen. Herbert sehnt die Rückkehr von Center Leon Kratzer herbei, der nach seiner Innenbanddehnung im Knie, kommenden Montag wieder ins Training einsteigen soll. 

Von Neuzugang Tyler Larson, der 27 Minuten auf dem Parkett stand, war Herbert ganz angetan, schränkte aber ein, dass er erst „30 Prozent von dem weiß, was wir wollen.“ Larson kam auf sieben Zähler. Der am Freitag aus Turin transferierte Tra Holder, musste sich die Partie in Zivilkleidung anschauen. Der 23-Jährige hatte keine Freigabe von der US-Collegeliga NCAA erhalten. Die ist nötig, weil er in Italien wegen einer Schulterverletzung kein Pflichtspiel bestritten hat. „Ich bin aber fit“, ließ der US-Boy ausrichten.

Der 23-Jährige soll vor allem Quantez Robertson entlasten, der mit einem gebrochenen Finger an der rechten Hand und einem Muskelfaserriss im Oberschenkel spielte. „Er ist ein Krieger“, lobte Herbert seinen Kapitän, der mit 16 Punkten Topscorer war. Neben ihm musste auch Richard Freudenberg als kleiner Flügelspieler außerhalb seiner Position agieren. Auf der großen Flügelspielerposition ist der 20-Jährige besser aufgehoben. 

Mit Combo Guard Larson und Point Guard Holder sowie der erwarteten Rückkehr von Leon Kratzer blickt Gordon Herbert nach vorne. „Wir müssen versuchen, besser zu werden“, sagte der Kanadier. Zum gefühlt 50. Mal in dieser Saison. Zeit zu trainieren gibt es erst einmal nicht. Am morgigen Dienstag (21 Uhr) steht das vierte Gruppenspiel im Eurocup bei Lyon an. Eine Niederlage würde das vorzeitige Aus bedeuten. 

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