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Leitet künftig die Profis der Frankfurt Skyliners an: Sebastian Gleim.

Basketball

Skyliners setzen auf die interne Lösung

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Sebastian Gleim steigt vom Nachwuchs- zum Cheftrainer auf. Gordon Herbert wechselt nach Kanada. Gunnar Wöbke will 2022 Meister werden.

Die Entscheidung war bei Gunnar Wöbke schon vor Monaten gereift. Vor einer Woche wurden die Verträge aufgesetzt, und am Dienstag machte der geschäftsführende Gesellschafter der Frankfurt Skyliners alles offiziell. Sebastian Gleim steigt vom Nachwuchstrainer zum Cheftrainer beim hessischen Basketball-Bundesligisten auf. Allerdings nur für ein Jahr, dann soll nämlich Gordon Herbert zurückkehren.

Der Kanadier wird sich wohl seinen Traum erfüllen und sein Heimatland bei der Weltmeisterschaft in China betreuen und bei erfolgreichem Verlauf an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen. Damit würde sich ein Kreis für den 60-Jährigen schließen, der 1984 mit Kanada an Olympia teilnahm. Eine offizielle Bestätigung des kanadischen Verbandes steht noch aus. „Gordie wird uns weiter als Berater zur Verfügung stehen“, sagte Wöbke gestern.

Mit der internen Lösung stellen die Skyliners sicher, dass da jemand ist, der sich voll und ganz mit dem Klub identifiziert und den eingeschlagenen Weg der Entwicklung eigener Talente weitergehen will. „Mein Fokus gilt dem Programm und dem Team“, sagt Gleim. Natürlich sei es für ihn etwas besonderes, jetzt Cheftrainer zu sein, aber um ihn selbst solle es gar nicht gehen.

„Wir haben Sebastian in den letzten Jahren auf unterschiedlichen Positionen eingesetzt und ausgebildet. Er hat sich in unserem System bewiesen und seine Qualitäten als Trainer gezeigt“, sagte Wöbke. Gleim war vor fünf Jahren aus Hamburg zu den Skyliners als Leiter des Nachwuchs- und Schulförderungsprogramms gekommen. Dieses Amt wird Gleim, der seinen Diplomtrainer an der Trainerakademie in Köln absolviert hat und nebenbei auch noch Bachelor der Sportwissenschaften ist, neben seiner Cheftrainerrolle auch weiter ausfüllen.

Im vergangenen Jahr konzentrierte der gebürtige Bad Hersfelder sich auf die Einarbeitung der Trainerkollegen in das Nachwuchskonzept und die zweite Mannschaft, Pro B, die kommende Saison von Miran Cumurija trainiert wird. „Es geht darum, dass Jungs bei uns das Programm durchlaufen und am Ende Profis werden“, sagt Gleim.

Halle lässt auf sich warten

Das ist das Fundament für die größeren Ziele, die Gunnar Wöbke im Blick hat. „Wir versuchen, jetzt die Voraussetzungen dafür zu schaffen, um in der Saison 2021/2022 Meister zu werden und im Jahr 2022 in der neuen Multifunktionshalle in der Euroleague zu spielen.“ Um den Bundesligatitel will Wöbke schon seit Jahren mitspielen, aber ohne neue Halle hat er keine Chance. Die 5000 Zuschauer fassende Ballsporthalle aus den 80er Jahren ist nicht mehr zeitgemäß. Bei der möglichen neue Halle am Kaiserlei hofft Wöbke bald auf einen Durchbruch.

Der Investor Lagadere steht bereit und muss rund 16 Millionen Euro an Erbpacht bezahlen. Allerdings erwartet er im Gegenzug eine Bürgschaft des Landes Hessen, die die Stadt Frankfurt zur Hälfte absichern muss. In der Frankfurter Stadtpolitik wird mittlerweile darüber diskutiert, eine europäische Schule auf dem Gelände zu bauen. Auf diese Entscheidung haben die Skyliners also keinen Einfluss.

Der Klub kann nach der Klarheit auf der Trainerposition, weiter Pflöcke für die Zukunft einschlagen. „Wir setzten uns jetzt zusammen, priorisieren, welche Spieler wir haben und welche nicht wollen“, sagte Wöbke. Jetzt kann er mit Gleim und Assistenztrainer Klaus Perwas richtig loslegen. Daniel Herbert, der Sohn von Gordon Herbert, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zweiter Assistenztrainer bleiben. Das Gespräch ist für Donnerstag angesetzt.

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