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Doppellizenzspieler Ferdinand Zylka.
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Doppellizenzspieler Ferdinand Zylka.

Basketball

An die Grenzen geraten

  • Jakob Maurer
    VonJakob Maurer
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  • Timur Tinç
    Timur Tinç
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In der zweiten Basketball-Liga sind Corona-Tests nicht verpflichtend – das führt zu Problemen.

Ferdinand Zylka, 22, Tim Köpple, 20, und Tim Uhlemann, 21, sind drei Gießener Basketballer, die an diesem Wochenende einmal mehr im Fokus stehen. Zwar gehören sie nicht der vordersten Reihe des hessischen BBL-Klubs an, dafür jedoch einer Spezies, um die in der Pandemie ein Streit entbrannt ist: Doppellizenzspieler.

Am heutigen Samstag schnuppern sie als Talente Bundesliga-Luft beim Heimspiel gegen Ulm. Am Sonntag (18 Uhr) sind sie als Leistungsträger beim Drittliga-Hessenderby der zweiten Mannschaft bei den Frankfurt Skyliners Juniors gefragt.

Normalerweise ist es ein bewährtes Konzept: Vereine, die Mannschaften in der ersten und zweiten Liga auflaufen lassen, gestalten die Grenze von unten nach oben für Perspektivspieler durchlässig. Doch in Zeiten der Pandemie könnte diese Durchlässigkeit nicht nur der Entwicklung von Talenten zu Gute kommen, sondern auch dem Virus.

Denn das rüttelte bereits den Saisonstart der Pro A und Pro B, wie sich zweite und dritte Spielklasse nennen, gehörig durcheinander: Auf infizierte Spieler folgten isolierte Teams und abgesagte Partien – und obendrein sorgt das Hygienekonzept für Unruhe, das keine verpflichtenden Tests vorsieht.

Skyliners für mehr Tests

Die derzeitige Situation, sagt Michael Koch, Geschäftsführer der Gießen 46ers, der „Frankfurter Rundschau“, sei „viel zu explosiv“. Die Liga habe im Sommer Pläne geschmiedet mit dem Gefühl, dass die zweite Welle ausbleibt. Doch jetzt ist man im Herbst und das „genaue Gegenteil“ sei eingetreten. Deswegen sieht Koch das Konzept der Doppellizenzspieler in Gefahr – und noch mehr.

Deren wechselnde Einsätze seien nicht nur für die Entwicklung notwendig, sondern auch um beide Mannschaften breit zu halten, den Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten und auf Ausfälle reagieren zu können. Wenn die Spieler nun in der zweiten Liga aber auf ungeteste Spieler träfen, bestünde die Gefahr, das Virus auch in die BBL zu tragen. Und dort ist die Terminlage noch viel prekärer: Der noch dichtere Spielplan lässt weniger Nachholspiele zu und hat wegen Länderspielen und dem Olympischen Turnier nach hinten keine Luft. Das System gerät an Grenzen.

Die Gießener testen deswegen bereits unaufgefordert in beiden Teams. Aber das ist nicht bei allen Mannschaften so. „Deswegen“, fordert Koch, „dürfe man nicht davor zurückschrecken, nun nachzuschärfen und kurzfristig Entscheidungen zu treffen.“ Die Skyliners sehen das genauso. Für Geschäftsführer Gunnar Wöbke genießt die Gesundheit der Spieler oberste Priorität, der sportliche Wettbewerb kommt noch hinter wirtschaftlichem Überleben und dem Erhalt der Klubstrukturen. Deshalb, so Wöbke, haben die Skyliners ihre Trainingsgruppen unterteilt, um „die Wahrscheinlichkeit zu verringern, sich mit Corona zu infizieren“.

Christian Krings ist Geschäftsführer der 2. Basketball-Bundesliga, die Pro A und Pro B unter einem Dach vereint. Er bat Mitte der Woche zur digitalen Sitzung mit Vereinsvertretern. Er hält das Konzept in seiner jetzigen Form für den Arbeitschutz ausreichend. Das habe auch die Berufsgenossenschaft VBG der Liga bescheinigt. Verpflichtende Tests sehe er zudem problematisch, da man den Vorgaben der nationalen Teststrategie folgend nicht dazu beitragen möchte, Labore zu überlasten.

Dennoch steht nach dem Treffen eine Anpassung im Raum. Von ihr erhoffe sich die Liga „eine höhere Sicherheit für Trainer und Spieler“. Ob dazu flächendeckende Tests gehören, wollte Krings noch nicht bestätigen. Erst wenn zwei Drittel der 39 Vereine von Pro A und Pro B dafür stimmten, könne man Inhalte mitteilen.

Bis dahin bleibt die Saison ein Risiko – auch für Frankfurt und Gießen.

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