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Allen sucht den Schlüssel

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Im Halbfinale gegen Bonn brauchen die Skyliners ihren zuletzt schwächelnden Topscorer in gewohnter Form.

Halbfinale mit Heimvorteil: Wer das den Verantwortlichen von Basketball-Bundesligist Frankfurt Skyliners vor einem halben Jahren prophezeite, hätte zurecht die Bezeichnung Berufsoptimist verdient - schließlich krebsten die Skyliners zu diesem Zeitpunkt im Tabellenmittelfeld herum, klare Niederlagen gegen Aufsteiger wie Göttingen inklusive. Dass es nun im Halbfinale gegen Bonn und damit einen Gegner auf Augenhöhe geht, feuert den Optimismus der Skyliners an. "Bonn ist nicht unschlagbar. Wir haben Hunger auf mehr", sagt Sportdirektor Kamil Novak. Trainer Murat Didin setzt auf den Heimvorteil, den die Skyliners in der heute (18.30 Uhr) beginnenden Best-of-Five-Serie im ersten, dritten und eventuellen fünften Spiel haben.

Didin setzt auf die Fans

Vom bisherigen Verlauf der Playoffs wollen sich die Hessen nicht beeindrucken lassen: Mit Quakenbrück (Zweiter nach der regulären Saison), Leverkusen (Dritter) und Titelverteidiger Bamberg (Vierter) schieden drei Mannschaften aus, die als erstes zuhause auflaufen durften. Einzig Hauptrundenprimus Alba Berlin widerstand dem Favoritensterben und setzte sich gegen Bremerhaven durch. "Diese Logik galt vielleicht im Viertelfinale - im Halbfinale werden wir dafür sorgen, dass sich das ändert", setzt Didin auf die Unterstützung in der Ballsporthalle.

Während Berlin im Halbfinale gegen Oldenburg favorisiert ist, gilt das Duell zwischen Frankfurt und Bonn als offen. Großen Einfluss auf den Verlauf der Serie dürfte neben der körperlichen Fitness der geschlauchten Skyliners (Koko Archibong: "Jeder von uns ist müde") die Form von Derrick Allen haben. Gegen seinen Ex-Klub Leverkusen kam der Frankfurter Topscorer der Hauptrunde nicht zurecht. Über die Gründe gehen bei den Skyliners die Meinungen auseinander: Pascal Roller nimmt den US-Amerikaner in Schutz. "Er hat kein Leistungstief. Leverkusen war einfach ein denkbar schlechtes Match-up für ihn, weil er seine athletischen Vorteile nicht ausspielen konnte", sagt der bislang überragende Playoff-Spieler der Skyliners (18 Punkte im Schnitt, anstelle von 12,4 in der Saison). Didin sieht das ähnlich, kritisiert aber auch, Allen agiere "zu emotional" beim Versuch, alles richtig zu machen. Das Resultat erlebten die Skyliners im fünften Viertelfinal-Spiel gegen Leverkusen: Dem Go-to-Guy gelang kein einziger Korb aus dem Feld, dabei vergab er drei einfache Korbleger. Allen räumt seine schlechte Leistung ein. Für ihn spielt das von Roller und Didin angeführte körperliche Mismatch gegen die flinken Leverkusener Ransford Brampong und Brant Bailey dabei eine geringere Rolle. "Sie haben mich oft gedoppelt", sagt der US-Amerikaner.

Was den Schlüsselspieler tatsächlich hemmte, dürfte im ersten Halbfinal-Spiel zwischen Frankfurt und Bonn klar werden. Haben Roller und Didin Recht, müsste Allen ein großes Spiel abliefern: Seine Gegenspieler John Bowler und der Ex-Frankfurter Bernd Kruel gelten als Center der langsamen Garde - gegen die Allen seine Schnelligkeit ausspielen kann. Dass es geht, hat er in dieser Saison gegen Bonn schon zweimal bewiesen: In den Begegnungen der regulären Saison, in denen sich jeweils Heimmannschaft durchsetzte, war Allen Topscorer. "Wir kennen unsere Vorzüge", sagt Didin nur. Ob auch Ken Johnson dazu zählt, ist offen. Am Sonntag klagte der 2,10 Meter große Center über Rückenschmerzen, gestern legte er wegen einer leichten Grippe eine Trainingspause ein.

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