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Frankfurt Skyliners: Nur noch für den Respekt

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Von: Timur Tinç

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Dank an die Fans: Brancou Badio (von links), Rasheed Moore und Quantez Robertson.
Dank an die Fans: Brancou Badio (von links), Rasheed Moore und Quantez Robertson. © IMAGO/Jan Huebner

Die Skyliners verlieren gegen Bonn 96:112 und werden am Mittwoch wohl endgültig absteigen.

Es gab schon einige Spiele, in denen die Frankfurt Skyliners 100 Punkte oder mehr in der Ballsporthalle hinnehmen mussten. Nach 32 Minuten Spielzeit war das in 23 Jahren der Klubgeschichte aber noch nie der Fall. 71:100 hieß es nach einem Korb von Michael Kessens für den Tabellenführer Bonn am Sonntagnachmittag. Dass es am Ende „nur“ 96:112 stand, hatte der abgeschlagene Tabellenletzte der Basketball-Bundesliga (BBL) in erster Linie den Gästen zu verdanken, die einfach den Fuß vom Gaspedal nahmen. Hätten die überragenden Parker Jackson-Cartwright und Javontae Hawkins (beide 31 Punkte) weiter gewirbelt, wäre die Differenz definitiv noch höher gewesen.

Letztlich spielt der Punkteunterschied für die Hessen keine Rolle. Was zählt, sind die nackten Ergebnisse. Und die Pleite gegen Bonn war die 13. Niederlage im 14. Spiel. Wenn die Skyliners am Mittwoch (19 Uhr) bei den Hamburg Towers verlieren, sind sie endgültig abgestiegen. „Wir müssen jetzt für den Respekt spielen“, sagt Coach Luca Dalmonte zur Motivation für die fünf ausstehenden Spiele. „Für den Respekt der Besitzer, der Fans, die Geld bezahlen und ihre Zeit opfern, und für die Mitarbeiter im Klub.“

Der vor 19 Tagen verpflichtete Cheftrainer wird die Mission Klassenerhalt nicht schaffen. Das steht eigentlich schon seit Wochen fest. Dieser Mannschaft fehlt einfach zu viel, um in der BBL mitzuhalten. Mal sind es die eigenen Ballverluste, meistens die zu schwache Offensive, diesmal war es die zu schwache Defensive, die keine Mittel gegen die Bonner Dreierschützen fand. 18 von 30 Dreiern landeten im Ziel. „Wenn dein Gegner 60 Prozent Dreier trifft, ist es schwer zu sagen, wo unsere Fehler anfangen oder ihre Qualität beginnt“, sagte Dalmonte, der Brancou Badio (acht Punkte) in den Kader zurückgeholt und Center Matt Haarms auf die Bank gesetzt hatte, um mehr Scoringpower zu haben. Da half es auch nicht, dass der Ball im Vergleich zu den Vorwochen mal gut durch die Frankfurter Reihen lief, 27 Assists standen auf dem Statistikzettel.

Die unterschiedliche Qualität lässt sich alleine an einer Position festmachen. Die Bonner haben im Sommer Spielmacher Jackson-Cartwright aus der zweiten französischen Liga geholt, der in wenigen Wochen zum MVP, zum wertvollsten Spieler der Liga gekürt werden wird. Die Skyliners haben Donovan Donaldson aus Ungarn verpflichtet, der mitten in der Saison abgegeben wurde, weil er einfach nicht das Niveau hatte, um in der Bundesliga zu spielen. Für ihn kam Will Cherry, der früher mal in der Euroleague spielte, aber zwei Jahre keine Profipartie mehr gemacht hat.

Trotzdem trug er die Skyliners, verletzte sich jedoch zwei Mal und spätestens nach seinen Rückenproblemen im März ist er nicht mehr derselbe Spieler. Er baut von Partie zu Partie ab. Gestern leistete er sich drei Fouls und kam auf sieben Zähler. Der bessere Spielmacher war Marcel Ponikta, der auf elf Zähler und sieben Assists kam und erst vor rund drei Wochen verpflichtet wurde. Bester Werfer gegen Bonn war Rasheed Moore mit 22 Zählern.

Ein Teil der 2404 Fans in der Ballsporthalle sang selbst beim Rückstand von 25 Punkten noch „Auf geht’s Frankfurt, kämpfen und siegen.“ Immerhin haben die sonst immer trommelnden Fanclub-Mitglieder irgendwann ihre Unterstützung eingestellt. Pfiffe gab es trotzdem keine. Dafür geht es mit Applaus, den dieses Team für die schwachen Leistungen eigentlich nicht verdient hat, in die zweite Liga, Pro A.

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