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Frankfurt Skyliners mit „peinlicher Leistung“

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Von: Timur Tinç

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In die Mangel genommen: Skyliners-Profi Laurynas Beliauskas.
In die Mangel genommen: Skyliners-Profi Laurynas Beliauskas. © Eibner/Imago

Die Frankfurter Basketballer unterliegen gegen bislang sieglose Braunschweiger nach miserabler erster Halbzeit 59:61 - Trainer Hammink nimmt nach dem Spiel kein Blatt vor den Mund

Geert Hammink saß nach Spielende noch lange auf seinem Stuhl und studierte den Statistikzettel, während sich die Ballsporthalle nach und nach leerte. Es sah so aus, als wollte sich der Cheftrainer der Frankfurt Skyliners jeden Wert einzeln einprägen, ehe er nach dem TV-Interview von Lorenz Brenneke seine Mannschaft in der Kabine versammelte. Das 59:61 (23:30) gegen die bislang sieglosen Braunschweiger bewertete Hammink als „peinliche Leistung“, die inakzeptabel ist. Angefangen von den Trainern bis zu den Spielern. „Wir haben komplett die erste Halbzeit verschlafen. Ich glaube, es war die schlechteste Halbzeit, die wir jemals hatten“, ergänzte Kapitän Lukas Wank ehrlich. Dem war nicht zu widersprechen.

Statt sich aus dem Tabellenkeller zu befreien, hängen die Skyliners mit nur einem Sieg aus fünf Spielen weiter unten fest. Bis auf den FC Bayern München waren vier Partien gegen Teams, die wie die Hessen um den Klassenerhalt kämpfen werden. Die Löwen Braunschweig agierten nur mit zwei Ausländern, während die Skyliners mit voller Kaderstärke – Matt Haarms war nach überstandener Bänderverletzung wieder zurück – auftraten. Geschäftsführer Yannick Binas hatte kürzlich gesagt, dass sie sich Fehlentwicklungen in dieser Saison nicht lange anschauen werden. Das Spiel hat erneut gezeigt, dass die Skyliners keinen verlässlichen Scorer im Team haben, der ein Spiel an sich und das Ruder rumreißen kann.

Der offensichtlichste Grund für die Niederlage war die miserable Wurfquote von 29 Prozent. Dabei hatten es die Hessen geschafft, zehn Würfe mehr als die Braunschweiger zu kreieren. Der als Shooter geholte Laurynas Beliauskas versemmelte acht von neun Dreierversuchen und landete am Ende bei mickrigen drei Pünktchen. Selbst einfachste Korbleger und offene Würfe fanden nicht ihr Ziel. „Wir sind eine Mannschaft, die so zusammengestellt ist, dass wir werfen können“, sagte Hammink. Die Wahrheit nach fünf Spieltagen ist jedoch: Die Skyliners haben mit 28,9 Prozent die viertschlechteste Dreierquote in der Liga. Gegen Braunschweig waren nur sechs von 31 Versuchen drin. Das entspricht 19 Prozent. Braunschweig, in dieser Kategorie das schlechteste Team der Liga, unterbot diesen Wert am Sonntag noch (13 Prozent), gewann aber am Ende trotzdem das Spiel. „Ich muss jetzt mit Klaus (Perwas, Co-Trainer, Anm. d. Red) schauen, ob wir im Training irgendwas ändern müssen“, sagte Hammink.

Krimi in Schlussminuten

Nach einem 5:0-Start hatten die Skyliners völlig den Faden verloren. Erst nach dem 5:13 aus Frankfurter Sicht nahm Hammink die erste Auszeit – wechselte aber niemanden aus. Nach miserablen 15 Minuten stand es 9:24. Die Skyliners schafften es zwar, das Viertel noch irgendwie zu gewinnen und auch die übrigen beiden, aber nie das Momentum auf ihre Seite zu bringen. Die letzten zwei Minuten wurden dann trotzdem noch zum Krimi, weil die Braunschweiger immer nervöser wurden und die Skyliners plötzlich drei Dreier trafen. J. J. Frazier hatte dann vier Sekunden vor Schluss noch einmal den Ball in der Hand und stürmte in die gegnerische Spielhälfte. Der Versuch des Spielmachers, der mit 17 Zählern bester Schütze war, das Spiel noch in die Verlängerung zu bringen, misslang. Verloren wurde das Spiel jedoch vorher. „Wir wollen nicht immer so ein knappes Spiel haben. Es wäre schön, es mal vorher zu entscheiden“, sagte Lukas Wank.

Die Skyliners haben nun eine Woche Zeit, um sich zu berappeln und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Nächste Woche kommt Oldenburg, das mit sechs Punkten auf dem siebten Tabellenplatz steht. Eine schwere Aufgabe.

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